Obwalden verstärkt Covid-19-Tests – Neu werden auch Personen mit weniger starken Symptomen getestet

Spital, Ärzte, Zahnärzte und weitere Therapeuten dürfen wieder Untersuchungen und Behandlungen durchführen.

Martin Uebelhart
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Symbolbild eines Corona-Tests.

Symbolbild eines Corona-Tests.

Bild: Keystone/ Pieter Stam De Jong

Die schrittweise Lockerung der Covid-19-Massnahmen durch den Bundesrat werde begleitet von einem zunehmenden Monitoring der neu auftretenden Covid-19-Fälle. Das teilt der Kantonale Führungsstab Obwalden mit. Bis anhin wurden im Kanton Obwalden vorwiegend Abstriche auf Covid-19 bei Personen gemacht, die zur Risikogruppe gehören oder in einem medizinischen Bereich tätig sind. Aufgrund der sinkenden Fallzahlen der Coronainfizierten wird die Abstrich-Strategie angepasst. Neu sollen alle Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung (Husten, Halsschmerzen) mit oder ohne Fieber, mit Muskelschmerzen und Geruchs- oder Geschmacksverlust auf ärztliche Anordnung getestet werden.

Die Anpassung der Abstrich-Strategie sei laut der Mitteilung nötig, um die Übertragungsketten besser kontrollieren zu können. «Die Kriterien für die Durchführung von Covid-19-Tests werden ausgeweitet, damit im Rahmen der Lockerung der Schutzmassnahmen rechtzeitig Neuinfektionen erkannt werden», wird Kantonsarzt Mario Büttler zitiert. «Damit wird sichergestellt, dass das Gesundheitswesen die Ausbreitung des Coronavirus besser verfolgen und rasch darauf reagieren kann».

Mit dem neuen Szenario werde der Kanton von allen Covid-19-Abstrichen Kenntnis haben, sagt Patrick Csomor, Leiter des Obwaldner Gesundheitsamts, auf Anfrage. «Das wird uns erlauben, das Verhältnis von allen Tests zu den positiv ausgefallenen zu beobachten», hält er fest. Das sei eine wichtige Grundlage, wenn es darum gehe möglichst schnell Infektionsherde zu erkennen. «Bisher hatten wir in der Regel nur Kenntnis von den positiv ausgefallenen Tests, aber nicht von der Gesamtzahl», so Csomor. Gemäss Rückmeldungen seien die Labors in der Lage, die nötigen Testkapazitäten zur Verfügung zu stellen.

Kanton überprüft Schutzkonzepte

Die Dienstleistungen des Spitals, der Ärzte, Zahnärzte und weiterer Therapeuten im Kanton Obwalden sind ab sofort wieder normal verfügbar. Planbare Behandlungen und Therapien könnten wieder in Anspruch genommen werden. Ebenso können alle Ein-Personen-Dienstleister wie etwa Coiffeurgeschäfte, Massagepraxen oder Tattoo-Studios ihre normale Tätigkeit ebenfalls wieder aufnehmen. Sie müssen dazu ein Schutzkonzept für das Personal und die Kunden ausweisen. «Diese Schutzkonzepte wurden in vielen Fällen von den einzelnen Branchenorganisationen, gegenüber dem Bund aufgezeigt», hält Patrick Csomor, Leiter des Obwaldner Gesundheitsamts auf Anfrage fest. Die Überprüfung, ob die Schutzkonzepte eingehalten würden, liege jedoch beim Kanton. Um diesen Vollzugsauftrag zu erfüllen, werde sich der Kanton mit den lokalen Branchenvertretern in Verbindung setzen und exemplarisch auch von einigen Geschäften das Schutzkonzept einfordern.

Verboten bleiben dagegen bis auf weiteres Mehrpersonen- und Gruppengesundheitsdienstleistungen. «Darunter fallen etwa gemeinsame Yoga-Stunden oder Gruppenaktivitäten in einem Fitnesscenter», sagt Csomor.

Seit dem 21. März durften Gesundheitseinrichtungen nur noch dringliche medizinische Untersuchungen, Behandlungen und Therapien durchführen. Diverse komplementärmedizinische Angebote mussten ihre Tätigkeit ganz einstellen.