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OBWALDEN: Vier von fünf Bauern müssen auswärts arbeiten

Obwaldner Bauern verdienen im Schnitt nur gerade 31'013 Franken. Rund 80 Prozent der Landwirte kommen alleine damit nicht über die Runden. Dennoch möchten es die meisten Bauern nicht anders.
Ohne Zusatzvedienst geht es auf 80 Prozent der Bauernhöfe im Kanton Obwalden nicht. (Bild: Christian Herbert Hiltebrand / Neue ZZ)

Ohne Zusatzvedienst geht es auf 80 Prozent der Bauernhöfe im Kanton Obwalden nicht. (Bild: Christian Herbert Hiltebrand / Neue ZZ)

Vier von fünf Landwirtschaftsbetrieben sind auf einen ausserlandwirtschaftlichen Zusatzverdienst angewiesen. Durch die Erwerbskombination wird die Gesamtbelastung der Bauernfamilien sehr hoch. Diese Erkenntnis geht aus einer Auswertung der Buchhaltungszahlen sowie einer Umfrage bei den direktzahlungsberechtigten Bauern des Kantons Obwalden hervor, die das Volkswirtschaftsdepartement am Montag veröffentlichte.

Die repräsentative Analyse umfasste 85 Prozent aller direktzahlungsberechtigten Betriebe. Sie soll klären, in welche Richtung und mit welchen Massnahmen die Obwaldner Landwirtschaft zukünftig gefördert und unterstützt werden soll.

Neben dem durchschnittlichen landwirtschaftlichen Einkommen von 31'013 Franken generieren die Landwirte oder Bäuerinnen im Schnitt ein Zusatzeinkommen von 32'369 Franken. Dies ergibt für die Obwaldner Bauernfamilien ein durchschnittliches Haushaltseinkommen von total 63'382 Franken.

Gute Arbeitskräfte

Der hohe Anteil an Betrieben mit ausserlandwirtschaftlicher Erwerbstätigkeit lasse darauf schliessen, dass die Bäuerinnen und Landwirte geschätzte und gut in den Arbeitsmarkt integrierte Arbeitskräfte seien, heisst es weiter.

Aus der Umfrage bei den Bäuerinnen und Bauern geht weiter hervor, dass die Gesamtbelastung der Bauernfamilien mit rund 105 Arbeitsstunden pro Woche sehr hoch sei und ohne Hilfe von Familienangehörigen kaum mehr bewältigt werden könne.

Die Mehrheit der Befragten stellt fest, dass dadurch die Freizeit und die Zeit für das Familienleben klar zu kurz kommen. 70 Prozent der Befragten sagen sogar, dass es unmöglich sei, irgendwann eine Ferienwoche am Stück einzuschalten.

Zuwenig Beachtung

Die Mehrheit der Bäuerinnen und Landwirte forderte deshalb eine "verstärkte Ausrichtung der Agrarpolitik auf eine produzierende Landwirtschaft", heisst es weiter. Sie sind der Ansicht, dass die Agrarpolitik des Bundes ihnen zu wenig Beachtung schenkt.

Trotz der tiefen Einkommenslage und der hohen Arbeitsbelastung bereitet den Landwirten und Bäuerinnen die Arbeit auf den Bauernbetrieben grosse Genugtuung, wie die Umfrage zeigt. Sie schätzen das selbständige Arbeit, die Vielseitigkeit der Arbeiten auf Feld und Hof sowie die Zusammenarbeit mit der ganzen Familie. Die meisten können sich kaum vorstellen, an einem anderen Ort zu arbeiten.

Die meisten Bauernfamilien gaben an, dass sie an der bisherigen Ausrichtung des Betriebs, vorab mit Milchproduktion und Aufzucht, festhalten wollen. Viele wünschen sich jedoch den Betrieb flächenmässig durch Zukauf oder Zupacht von Land zu vergrössern und die Milchproduktion auszudehnen sowie eine ausreichende Verbesserung der Altersvorsorge, die sie als eher ungenügend beurteilten. (sda)

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