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OBWALDEN: Volkskulturfest wird bis 2020 rundum erneuert

Die Veranstalter von Obwald machten sich an Klausurtagen in Marokko Gedanken über die Zukunft ihres erfolgreichen Festivals. Daniel Fanger, Präsident des Fördervereins, verspricht eine wohlbedachte Wachtablösung.
Primus Camenzind
«Wir sind der Meinung, dass die Ablösung stufenweise passieren sollte», sagt Daniel Fanger, Präsident Förderverein Obwald. (Bild: LZ)

«Wir sind der Meinung, dass die Ablösung stufenweise passieren sollte», sagt Daniel Fanger, Präsident Förderverein Obwald. (Bild: LZ)

Daniel Fanger, weshalb nach Marokko? Ist die Luft in der Stadt Tanger besonders inspirierend?

Marokko ist für Obwald ein mögliches Gastland, deshalb die Wahl unseres Ziels. Und wir waren der Meinung, dass die dortigen klimatischen Bedingungen für unseren Förderverein zurzeit wirklich inspirierender wirken als das Wetter zu Hause. Wir reisten auf eigene Kosten und sahen unsere Erwartungen erfüllt.

Sie reden von Marokko als ein mögliches Gastland für Obwald. Es ging also dort nicht um die weitere Existenz des Volkskulturfestes?

Doch, auch das war ein Thema! Wir suchten nach Klarheit über die Zukunft des Festivals. Und diese Klarheit fanden wir in Nordafrika. Zur Debatte stand der Dreijahreszyklus 2018 bis 2020. Wir sind uns einig, diese Phase noch mit der heutigen Organisation zu bewältigen.

Was meint der Regierungsrat dazu?

Ein wesentlicher Punkt. Wir werden mit ihm Gespräche führen, inwieweit das Volkskulturfest von 2018 bis 2020 und darüber hinaus weiterhin mit finanzieller Unterstützung rechnen darf. Bis 2017 ist diese zugesichert.

Auf ein so erfolgreiches Festival will wohl niemand verzichten?

Vor der Klausur hatten wir von der gesamten Organisation die Zusage bis und mit Obwald 2017. Was nachher folgt, war offen. Die Klausur in Tanger ergab, dass wir alle in der heutigen Konstellation – künstlerische und technische Leitung sowie der Vereinsvorstand – bis maximal 2020 dabei bleiben, jedoch schon frühzeitig die Übergabe des Festivals in Angriff nehmen. Diese Abmachung und ihre zeitliche Begrenzung ist für mich als Präsident eigentlich das Wichtigste! Es ziehen alle mit, das ist der Erfolg dieser Klausurtage.

Passieren demnach nicht alle personellen Wechsel gleichzeitig?

Wenn möglich nicht! Wir sind der Meinung, dass die Ablösung stufenweise passieren sollte. Ich gebe Ihnen ein Beispiel mit veränderbarer Reihenfolge: 2018 der technische Leiter, ein Jahr später der künstlerische Leiter und fliessend über die Jahre 2018 bis 2020 der Vereinsvorstand. Es ist schön, dass wir uns zusammen mit dem künstlerischen Leiter Martin Hess und dem Chef der Technik, Fabian Christen, bewusst sind, das Festival nicht nur aufgebaut und zum Erfolg geführt zu haben. Sondern dass wir auch die Verantwortung wahrnehmen, Obwald allmählich in andere Hände zu übergeben.

Wollen Sie vermeiden, nach über einem Jahrzehnt in eine Sackgasse zu geraten?

Nein, darum geht es wirklich nicht! Das Künstlerische ist ganz klar die Aufgabe von Martin Hess. Er ist für Obwald seit Beginn im Jahr 2006 prägend und somit die wichtigste Person im ganzen Team. Es kann also nicht sein, dass einer kommt und das ganze Festival im gleichen Stil weiterführt wie der inzwischen 68-jährige Engelberger. So etwas würde allzu hohe Ansprüche und unnötige Vergleiche nach sich ziehen. Ein Generationenwechsel ist hingegen absolut natürlich, und mit ihm wird ein angepasstes Festivalkonzept notwendig. Obwald wird vielleicht in eine deutlich veränderte Richtung gehen. Wir vom Vorstand sind diesbezüglich offen.

Wird der bisherige Standort in der Waldlichtung Gsang bei Giswil abgetastet?

Da müsste viel passieren, bevor dieser ideale Standort aufgegeben würde. Ich denke dabei an das Zelt und die ganze übrige Infrastruktur, welche speziell für diesen Ort geplant und umgesetzt wurde. Ein Standortwechsel wäre sehr aufwendig und würde ein neues Konzept stark belasten.

Hat Martin Hess zu irgendeinem Zeitpunkt seinen Rückzug signalisiert.

Nein, bei ihm war nichts dergleichen zu spüren – schon gar keine Abnützungserscheinungen. Es war uns vor der Klausur allerdings nicht ganz klar, ob er über das Jahr 2017 hinaus weitermacht. Zu spüren ist vielmehr die Tatsache, dass ihm – wie uns allen – das Festival ans Herz gewachsen ist und er für sich und das ganze Team bis 2020 einen geordneten Rückzug anstrebt.

Was gibts für die Obwald-Macher als Nächstes zu tun?

Obwald 2017 vom 6. bis 9. Juli steht für uns im Mittelpunkt.

Interview: Primus Camenzind

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