Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OBWALDEN: Wahlplakate auf dem Prüfstand

Im ganzen Kanton sind die Plakate für die Regierungsratswahlen zu sehen. Wir haben Politberater Roman Jäggi gebeten, sie zu beurteilen.
Red
Politberater Roman Jäggi hat im Auftrag unserer Zeitung Wahlplakate unter die Lupe genommen. (Symbolbild) (Bild: Archiv Bert Schnüriger)

Politberater Roman Jäggi hat im Auftrag unserer Zeitung Wahlplakate unter die Lupe genommen. (Symbolbild) (Bild: Archiv Bert Schnüriger)

Bei Plakatwerbung im klassischen Weltformat (oder F4, 89,5 auf 128 Zentimeter) gelte: Weniger ist mehr. Wer das Rad neu erfinden wolle, habe schon verloren. Das sagt PR-Berater Roman Jäggi, der sich die Plakate im Auftrag unserer Zeitung angeschaut hat.

«Gerade in ländlichen Kantonen, in denen Plakate noch entlang von Strassen auf Feldern oder in Gärten aufgestellt werden, haben Autofahrer nicht mehr als 1,8 Sekunden Zeit, ein Plakat zu sehen, zu lesen und zu verstehen», hält er fest.

Grundsätzlich müssten drei Elemente zwingend zu erkennen sein: das Gesicht, der Name und das Wahlamt. Das Parteilogo ist bereits fakultativ. Weitere Botschaften kommen erst ab der nächsten Plakatgrösse (etwa auf den grossen F12-Plakaten im Format 268,5 auf 128 Zentimeter) zum Einsatz.

Roman Jäggi (50, Bild) ist Politberater und Inhaber der auf Wahlkämpfe spezialisierten PR-Agentur Jaeggimedia GmbH in Murgenthal AG. Jäggi war selber während 16 Jahren auf Gemeinde- und Kantonsstufe politisch aktiv und hat zahlreiche Wahl- und Abstimmungskämpfe geführt oder aktiv daran mitgearbeitet.

Bild: Adrian Venetz / Neue OZ

Bild: Adrian Venetz / Neue OZ

Wahlplakat Federer/Büchi

Sehr gut: Die Idee, ein Plakat im Format F4 quer zu drucken und aufzuhängen ist gerade bei zwei abgebildeten Kandidierenden gut. Die Parteien müssen aber wissen, dass sie in solchen Fällen bestehende Plakatständer aus Metall unter Umständen nicht gebrauchen können. Denn diese sind durchwegs für hochformatige Plakate ausgelegt.

Die Kandidaten auf dem FDP-Plakat lächeln freundlich und stehen richtig (der Mann hinten, die Frau vorne). Sie sind einander zugewandt. Das ist gut.

Negativ: Sehr schade ist hier, dass die FDP mehrere Schriftarten und Schriftgrössen einsetzt. Zudem ist der dunkelblaue Streifen, der rund 40 Prozent des Plakates einnimmt, viel zu gross, respektive die beiden Namen darin zu klein geschrieben.

Aus diesem Wahlplakat hätte man mit wenig Aufwand sehr viel herausholen können.

Bild: Adrian Venetz / Neue OZ

Bild: Adrian Venetz / Neue OZ

Wahlplakat Sigrist

Sehr gut: Der rote Schweif mit dem Schweizer Kreuz ist das wohl stärkste grafische Element, welches von der SVP seit dem Nationalratswahlkampf 2011 immer wieder eingesetzt wird. Es symbolisiert Dynamik und Heimatverbundenheit. Zudem kann man das SVP-Plakat schon aus 100 Metern Distanz der SVP zuordnen. Und weil der rote Schweif eben in der ganzen Deutschschweiz immer wieder verwendet wird, ist sein Wiedererkennungswert sehr hoch.

Zudem ist die kurze und kreative Domain baerti.ch ideal für den Einsatz auf Plakaten. Wenn die anderen Regierungsratskandidaten keine Obwaldner sind, kann sich Albert Sigrist mit dem Slogan «Ein Obwaldner in den Regierungsrat» tatsächlich abheben.

Negativ: Wenn nicht, hilft der Slogan auch den anderen Obwaldner Regierungsratskandidaten, die damit ja auch beworben werden. Wenn der Slogan aber mittig im Plakat dargestellt wird, sollte der Name Albert Sigrist nicht linksbündig gedruckt werden. Das ist gestalterisch auf den ersten Blick unschön. Auch den Kopf des Kandidaten hätte man hinter dem roten Schweif wesentlich grösser abbilden können.

Der aufgedruckte QR-Code ist zwar nicht schlecht, aber ein Mode-Gag, den wir bei den nächsten Wahlen schon nicht mehr sehen werden. Mal ehrlich: Wie viele der Wählerinnen und Wähler wissen überhaupt, was das soll?

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.