OBWALDEN: Weniger Zuschauer, folglich weniger Geld

Der Kantonsrat will weiterhin Beiträge an den Kanton Luzern zu Gunsten der Kulturhäuser zahlen. Weil der Empfänger selber Reduktionen plant, kürzte das Parlament den beantragten Rahmenkredit leicht.

Markus von Rotz
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Zuschauer bei einer musikalischen Probe am 175-Jahr-Jubiläum des Luzerner Theaters. (Bild: Corinne Glanzmann (6. September 2014))

Zuschauer bei einer musikalischen Probe am 175-Jahr-Jubiläum des Luzerner Theaters. (Bild: Corinne Glanzmann (6. September 2014))

Markus von Rotz

markus.vonrotz@obwaldnerzeitung.ch

1,7 Millionen Franken Defizit mache das Luzerner Theater pro Monat oder 57 000 Franken pro Tag. «Für jeden Besucher zahlen wir 60 Franken Subvention.» Das könne es nicht sein, zumal die Besucherzahlen des Hauses an der Reuss abnähmen, sagte der Sarner SVP-Kantonsrat Christoph von Rotz gestern im Kantonsrat. Er begründete damit auch die Haltung der vorberatenden Kommission unter Leitung seines Parteikollegen Peter Seiler (Sarnen), die eine leichte Kürzung des Rahmenbeitrags für die nächsten vier Jahre beantragte.

«Nur das Theater ist Gegenstand unserer Kritik», betonte von Rotz. Grundsätzlich unterstütze die Partei den Kantonsbeitrag. Ausgelöst wurde die Diskussion dadurch, dass der Kanton Luzern gemäss Beschluss seines Parlaments den eigenen Beitrag um 8 Prozent kürzen möchte – das Budget ist allerdings noch nicht genehmigt, weil es noch vors Volk kommt. Doch könne man davon ausgehen, dass diese Kürzung auch bei einer zweiten Auflage des Budgets wieder beschlossen würde, betonte Steiler. «Wir arbeiten in der Politik mit dem, was wir haben.»

Betrag für 2017 schon früher bewilligt

Die Regierung hatte für die nächsten vier Jahre total 1,215 Millionen Franken beantragt, gleich viel wie die letzten zweimal vier Jahre. Der Kantonsrat beschloss gestern nach einer einstündigen Diskussion mit 32:20 Stimmen, den Anteil an den Kanton Luzern zur Unterstützung der Kultur um 92 000 auf 1 Million Franken zu senken, also um 23 000 Franken pro Jahr. Die restlichen 123 000 Franken gehen unverändert an den Kanton Zürich. Regierung und mehrere Redner wiesen daraufhin, dass der Teilbetrag für 2017 via Budget schon genehmigt sei, und man könnte doch jetzt den Rahmenkredit so beschliessen und die einzelne Jahrestranche dann im jeweiligen Budget zusammenstreichen. Solange der Entscheid in Luzern nicht definitiv sei, solle man sich alle Optionen offenhalten, bat Bildungs- und Kulturdirektor Franz Enderli.

Er erhielt Unterstützung etwa von Christian Schäli (CSP, Kerns). Er fand, es wäre «etwas unseriös», unter dem Vorwand zu entscheiden, dass auch Luzern kürze. Andere Redner hielten dagegen, es wäre ein schlechtes Signal an die eigene Bevölkerung, über Steuererhöhungen zu diskutieren, anderseits mit Beiträgen an andere Kantone grosszügig zu bleiben. So meinte Hampi Lussi (CVP, Sarnen), er bekomme angesichts der hohen Subvention auch für sein Billett «fast ein schlechtes Gewissen, nach Luzern zu fahren, um ein Konzert anzuhören». Oder Walter Wyrsch (CSP, Alpnach) meinte: «Es kann nicht sein, dass wir bei unseren Leuten etwas vom Maul absparen, um dies anderen zu geben», vor allem mit Blick auf die Zukunft als Geberkanton.

Regierungsrat Enderli stellte fest, dass der Beitrag des Kantons ausserkantonal «sehr positiv wahrgenommen wird» und gleichzeitig im eigenen Kanton heute «weitherum akzeptiert» sei. Man sei «weit entfernt von der damaligen Stimmung», als das Volk via Referendum einen Beitritt zu einer interkantonalen Vereinbarung ablehnte. Er erinnerte daran, dass das Verhältnis mit anderen Kantonen, auch Luzern, «ein Geben und Nehmen» sei und diese immer wieder Ausstellungen oder etwa das Volksmusikfestival Obwald unterstützten. Mit 47:2 Stimmen hiess der Rat am Schluss die Vorlage mit gekürztem Beitrag gut. Er ergänzte den Beschluss auf Antrag der Kommission mit zwei Bemerkungen, wonach man «mit Besorgnis» von den abnehmenden Besucherzahlen im Luzerner Theater Kenntnis nehme und dass man sich beim eigenen Beitrag an den Sparmassnahmen des Kantons Luzern bei Kultureinrichtungen orientiere.