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OBWALDEN: Wespenattacke auf Kinder löst Ambulanzeinsatz aus

Der Ausflug in den Wald endet für Kinder einer Kindertagesstätte im Spital. Sie näherten sich einem Wespennest, was die Tiere offenbar aggressiv machte. Ein Experte sagt, wie man sich richtig verhält.
Auch wenn man die Wespen nicht gerade liebt, sind sie doch mit ihren langen Fühler und den schwarzen Kulleraugen ganz nett anzuschauen, meint unsere Leserbild-Einsenderin. (Bild: Marianne Schmid)

Auch wenn man die Wespen nicht gerade liebt, sind sie doch mit ihren langen Fühler und den schwarzen Kulleraugen ganz nett anzuschauen, meint unsere Leserbild-Einsenderin. (Bild: Marianne Schmid)

Es hätte ein vergnüglicher Nachmittag auf dem Spielplatz Zubersrüti im Kernser Kernwald werden sollen. Plötzlich schrien und fuchtelten die Kinder. Wespen attackierten sie an diesem Montag. «Ein paar Kinder näherten sich offenbar einem Wespennest, das sich 30 bis 40 Meter entfernt unter einem Stein befand», sagt Sandra Allemann, Geschäftsführerin der Stanser Kindertagesstätte Lummerland. Die Betreuer entfernten die Kinder umgehend aus der Gefahrenzone und alarmierten den Rettungsdienst. «Die Wespen fühlten sich offenbar gestört. Sechs der zwölf Kinder, vor allem jüngere im Vorschulalter, bekamen Stiche ab.» Eine Notfalltasche sei zwar immer dabei. «Bei so vielen betroffenen Kindern und ohne zu wissen, ob jemand allergisch auf Wespenstiche reagiert, wollten wir auf Nummer sicher gehen und die Ambulanz beiziehen.»

Allergische Reaktionen blieben zum Glück aus, die vier ins Spital eingewiesenen Kinder konnten am selben Nachmittag nach Hause. «Gemäss Rettungsdienst haben wir vollkommen richtig reagiert», so Allemann. Sie hoffe nun, dass das Wespennest bei diesem beliebten Kinderspielplatz entfernt werde. Das richtige Verhalten der Betreuer bestätigt Thomas Borm, Leiter Rettungsdienst des Kantonsspitals Obwalden.

In diesem Jahr flogen die Wespen früher los als üblich

Im «Normalfall» empfiehlt Borm, bei einem Wespenstich die Stelle zu beobachten und nötigenfalls zu kühlen. Schwelle die Stelle an, könne dies auf eine allergische Reaktion hindeuten, da gelte es in jedem Fall, ärztliche Hilfe zu holen, erst recht, wenn die Atemwege betroffen seien. In der Schweiz sind 3 bis 4 Prozent der Bevölkerung allergisch auf Insekten. Bis im Spätherbst können die gängigen Wespenarten uns Menschen das Leben schwer machen. In diesem Jahr flogen sie sogar früher los als üblich: «Bereits Ende März, Anfang April wurden die Königinnen durch die aussergewöhnlich warmen Tage aktiv und haben mit dem Nestbau begonnen», sagt Insektenexperte Christian Schweizer von der eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope. Mit dem Kälteeinbruch Ende April habe sich die Entwicklung wieder normalisiert. Wie sich die Situation in den kommenden Wochen entwickelt, ob es sogar eine Wespenplage gibt, hängt gemäss Schweizer vom Wetter ab und davon, ob genug Futterquellen vorhanden sind. Um lästige und schmerzhafte Wespenstiche zu vermeiden, empfiehlt das Allergiezentrum Schweiz unter anderem folgende Verhaltensregeln: Da Wespen am Boden nisten, sollte man Naturwiesen und Waldränder nicht barfuss betreten. Ebenso sollte man hastige Bewegungen in der Nähe von Wespen vermeiden.

Matthias Piazza
matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

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