OBWALDEN: Wie wählen Sie richtig? Die wichtigsten Tipps

Kumulieren, panaschieren, Proporz, Blankoliste – sind Ihnen diese Begriffe vielleicht nicht alle präsent? Wir verraten Ihnen, auf was Sie bei den Wahlen achten müssen.

Markus von Rotz
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Wahlurne wird im Wahlbüro geleert. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)

Wahlurne wird im Wahlbüro geleert. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)

Den Wahlunterlagen, welche die Gemeinden in diesen Tagen verschicken, liegt eine ausführliche Anleitung bei, wie Sie den Wahlzettel ausfüllen sollen. Wir fassen die wichtigsten Tipps hier zusammen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Wahlliste einzulegen:

-> Variante Parteiliste: Sie nehmen eine der vorgedruckten Listen einer Partei und legen diese unverändert oder verändert ein (=> siehe auch Panaschieren und Kumulieren). Das ist die richtige Wahl, wenn Sie Ihre Stimme nur einer Partei und ihren Kandidaten geben wollen.

-> Variante Blankoliste: Sie nehmen die leere Liste, die pro Sitz Ihrer Gemeinde eine Linie aufweist. Hier können Sie maximal so viele Namen aufführen, wie es Linien hat (=> siehe auch Panaschieren und Kumulieren). Sie können dieser Liste zudem den Namen einer Partei geben, damit werden die von Ihnen allenfalls leer gelassenen Linien als Parteistimmen Ihrer bevorzugten Partei zugerechnet. Wichtig ist, dass Sie zumindest den Namen und Vornamen und allenfalls noch den Jahrgang hinschreiben, damit klar erkennbar ist, wen Sie wählen wollen.

-> Streichen/Panaschieren: Sie können auf vorgedruckten Listen Namen von Kandidaten streichen, die Sie nicht wählen wollen. Sie können an ihrer Stelle einen anderen Namen einsetzen oder die entsprechende Linie leer lassen. Das Einsetzen eines parteifremden Namens auf eine Parteiliste nennt sich Panaschieren (Mischen). Die Partei auf Ihrer Wahlliste verliert dann die Stimmen «fremder» Namen an deren Partei.

-> Kumulieren: Der gleiche Name darf maximal zweimal auf einer Wahlliste stehen. Das nennt sich Kumulieren. So erhält diese Person zwei Stimmen. Damit unterstreichen Sie, dass Ihnen die Wahl dieser Person besonders wichtig ist. Wer auf einer Liste mit acht Kandidaten deren vier kumuliert, kann somit nur vier Personen wählen, verleiht ihnen dafür doppeltes Gewicht.

-> Volle oder leere Liste? Eine Liste darf maximal so viele Namen wie Linien enthalten, muss aber nicht voll sein. Die leeren Linien werden dennoch der Partei angerechnet, falls Sie oben eine Bezeichnung angegeben haben. Ist Ihr Wahlzettel leer, ist er ungültig. Mindestens ein Name muss draufstehen. Auf den Listen dürfen nur Namen offizieller Kandidaten stehen.

-> Kandidatennummern: Die Kandidatennummern sind lediglich ein Hilfsmittel für das Wahlbüro. Sollten Kandidatennummern fehlen oder nicht mit dem Namen übereinstimmen, geht das Wahlbüro vom handgeschriebenen Namen aus und korrigiert/ergänzt die Kandidatennummer. Anhand dieser Nummer wird dann die Person zur Berechnung der Sitze im EDV-System erfasst.

-> Spezialfall Alpnach: Als einzige Gemeinde wendet Alpnach das so genannte Berner Modell an: Von der Partei bereits doppelt aufgeführte Kandidaten haben zwei unterschiedliche Nummern erhalten. Der Wahlzettel ist jedoch auch gültig, wenn sie diesen Namen zweimal mit der gleichen Nummer aufführen (=> siehe auch Kandidatennummern).

-> Regierungsrat: Einfach ist die Wahl der Regierungskandidaten: Der Wahlzettel enthält die Namen aller sechs Kandidaten. Sie kreuzen Ihre bevorzugten Namen an, maximal fünf, weil nur fünf Sitze zu vergeben sind. Sonst ist der Wahlzettel ungültig.

-> Häufigste Fehler: Bei den letzten Wahlen 2006 und 2010 war der häufigste Grund für die Ungültigkeit des Wahlzettels, dass in einem Couvert zwei oder mehr Wahlzettel steckten. 2010 war das 412-mal der Fall. In 182 Fällen war der Stimmrechtsausweis nicht unterzeichnet. In 106 Fällen war der Wählerwille aus verschiedenen Gründen nicht klar erkennbar. In 21 Fällen enthielt der Wahlzettel keinen gültigen Namen eines Kandidaten.