OBWALDEN: Wird Güggeli-Toni ausgeschafft?

Seit drei Jahren säumt er mit seinem Pouletstand die Strassen. Ende Monat soll Jeton Dermaku die Schweiz verlassen müssen – wegen gebrochenem Asylrecht.

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Jeton Dermaku alias Güggeli-Toni bei seiner Arbeit am Grill. (Bild Marion Wannemacher)

Jeton Dermaku alias Güggeli-Toni bei seiner Arbeit am Grill. (Bild Marion Wannemacher)

Jeton Dermaku (38), besser bekannt als «Güggeli-Toni», hat ernsthafte Sorgen. Er steht kurz vor seiner Wegweisung aus der Schweiz. «Ich habe mir in den vergangenen 15 Jahren so viel aufgebaut, das will ich nicht alles zurück lassen», sagt der in Sachseln Wohnhafte, «ich gehöre hier her und kämpfe darum bis zum Schluss». Seine derzeitige Verfassung beschreibt er als psychisch angeschlagen. «Das habe ich nicht verdient, wie mit mir umgegangen wird.» Es verfolge ihn sogar im Schlaf.

Noch im letzten Sommer war seine Welt scheinbar in Ordnung. Er stellte bei der Obwaldner Migrationsabteilung ein Gesuch um Familiennachzug für seine kosovarische Ehefrau (34) und ihre drei gemeinsamen Töchter (9/8/4). Und dann kam alles anders.

Doppelleben geführt

Anstelle einer Familienvereinigung erwirkte die Behörde den Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung und eine Wegweisung aus der Schweiz. Bis Ende Mai muss Dermaku die Schweiz verlassen, wie sich aus den unserer Zeitung vorliegenden Dokumenten zeigt. Die Migrationsabteilung wirft ihm vor, während mehr als einem Jahrzehnt ein Doppelleben geführt zu haben. 1999 sei Jeton Dermaku als Asylsuchender in die Schweiz eingereist. Um einer drohenden Ausweisung zu entgehen, habe er 2000 eine Schweizerin (65) geheiratet. Und parallel dazu im Kosovo mit seiner aktuellen Gattin, die er 2012 heiratete, drei Kinder gezeugt – ohne Wissen der Schweizerin, von der er sich 2005 trennte, jedoch noch sechs Jahre verheiratet blieb. Diese Ehe sei eine Zweckverbindung zur Erlangung der Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligung gewesen, folgert die Behörde.