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Obwalden wird zum Laufkanton

Der Switzerland Marathon light vom Sonntag ist ein sportlicher Grossanlass. Doch hat dieser auch eine touristische Komponente? Ja, findet Tourismuspräsident Florian Spichtig. Mehr noch: Obwalden soll künftig als Laufregion vermarktet werden.
Oliver Mattmann
Florian Spichtig zieht dann und wann selber die Laufschuhe an, hier als Teilnehmer am «Mountainman» im Vorjahr. (Bild: PD)

Florian Spichtig zieht dann und wann selber die Laufschuhe an, hier als Teilnehmer am «Mountainman» im Vorjahr. (Bild: PD)

21 Kilometer um den idyllischen Sarnersee, umgeben von der Bergwelt. Die Organisatoren behaupten wohl nicht zu Unrecht, den «schönsten Halbmarathon der Schweiz» auszutragen. Das bestätigen auch immer wieder Rückmeldungen von Teilnehmern aus der ganzen Schweiz und teils dem Ausland – und freut auch Florian Spichtig, Präsident von Obwalden Tourismus.

Nachdem er selber schon einmal an der Startlinie stand, lässt er sich den Lauf inzwischen als Zuschauer entlang der Strecke jeweils nicht entgehen. So auch am Sonntag.

Florian Spichtig, beim Switzerland Marathon light in Sarnen steht der Breitensport im Vordergrund. Hat der Anlass auch eine touristische Komponente?

Auf jeden Fall. Kurzfristig sind sehr viele Hotels in der Region, aber auch andere Unterkünfte etwa auf Campingplätzen, gut ausgelastet bis ausgebucht. Von auswärtigen Teilnehmern höre ich immer wieder, dass der Lauf in einer Traumlandschaft stattfindet. Das nährt natürlich die Hoffnung, dass diese irgendwann als Feriengäste wieder in unsere Region zurückkehren und der Anlass somit aus touristischer Warte auch einen langfristigen Nutzen hat.

Welche Aussagen von Teilnehmern, Helfern oder Besuchern finden Sie sonst noch bemerkenswert?

Viele sind voll des Lobes über die Sportanlagen unmittelbar beim See. «Ob wir wissen, was für ein Juwel wir hier haben?», höre ich jeweils. Solche Aussagen sollten für uns ein Augenöffner sein. Das Potenzial für Sport, Freizeit, Erholung ist riesig, die Infrastrukturen für Fussball, Leichtathletik, Rudern, aber auch die Hafenbar, die Minigolfanlage, der Campingplatz und das Kino bilden ein Freizeit-Zentrum. Obwalden Tourismus ist an einer aktiven Zukunftsstrategie für das Seefeld sehr interessiert, denn wir sind überzeugt, dass das Seefeld für Einheimische und Touristen eine gesamtheitliche, attraktive Erlebniszone werden kann.

Zurück zum Halbmarathon-Rennen: Wenn Sie als Zuschauer an der Strecke stehen, von was sind Sie besonders angetan?

Einerseits ist es die riesige Masse, die sich beim Start in Bewegung setzt. Andererseits die Superstimmung unter den Teilnehmern, ich wage zu behaupten, rund 95 Prozent machen mit, weil sie Spass am Laufen haben und nicht der Rang im Vordergrund steht. In dieses Schema passt zum Beispiel auch das einzigartige Schülerrennen im Rahmenprogramm. Sportliche Förderung in jungen Jahren ist unglaublich positiv. Wer als Kind viel in Bewegung ist, läuft eher auch im Alter noch gerne. Insofern trägt der Event auch ohne Höchstleistungsgedanken zur Gesundheitsförderung bei.

Wie wichtig ist es, mit dem Obwaldner Ex-Marathonläufer Viktor Röthlin ein bekanntes Zugpferd in der Organisation zu haben?

Wieder stelle ich eine Behauptung auf: Ohne Viktor Röthlin gäbe es keinen Switzerland Marathon light. Er hat die richtigen Leute ins Boot geholt und ist der Motor für den ganzen Event. Und auch in unseren Überlegungen spielt er eine wichtige Rolle.

Was meinen Sie damit?

Wir wollen Obwalden künftig als Laufkanton positionieren, das Ganze soll im Frühling 2019 lanciert werden. Viktor Röthlin steht uns beratend zur Seite und hat gemeinsam mit Anderen Ideen zusammengetragen, wie das Thema touristisch umgesetzt werden kann. Dazu gehört nicht nur Laufen um den Sarnersee, sondern Joggen in der Natur, Wandern, Nordic Walking, Langlaufen, Schneeschuhlaufen und so weiter und so fort. Etwas, das wir bei uns 365 Tage im Jahr anbieten und vom Tal bis hinauf zu den höchsten Bergen betrieben werden kann. Ebenso wichtig sind auch das ganze Erlebnis und die Erholung, sei das in der Natur, im Spa oder im Restaurant. Ein Fokusthema in dieser Breite hatten wir bisher noch nie. Um den Bogen zum Switzerland Marathon light zu spannen: Natürlich ist es das Ziel, dass wir die Werbung für den Anlass auf unseren Kanälen in Zukunft noch intensivieren, aber auch Obwalden als Ganzes am Event noch klarer positionieren können.

Anlässe in dieser Grössenordnung haben auch immer eine Kehrseite: Stichwort gesperrte Strassen oder die Gefahr von liegen gebliebenem Abfall. Sind solche Punkte vernachlässigbar?

Nein, natürlich nicht. Doch soweit ich das beurteilen kann, ist der Anlass jeweils hervorragend organisiert. Das Echo hört man auch von Teilnehmern und den Gemeinden, die tangiert werden. Alles läuft in geordneten Bahnen ab. Wenn man sich den Nutzen eines solchen Anlasses für die Region wieder vor Augen hält, habe ich auch keine Bedenken, dass vorübergehend gesperrte Strassen zu roten Köpfen führen könnten, zumal die Sperrzeiten im Vorfeld offensiv kommuniziert werden. Ich glaube, die Bevölkerung bringt grösstenteils Verständnis dafür auf, dass solche Grossveranstaltungen in Obwalden Platz haben dürfen.

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