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OBWALDEN: Wohnmobil-Pilger machen Halt bei Bruder Klaus

Einige Pilger kommen zu Fuss, andere mit dem Postauto. Gestern aber erlebte Bruder Klaus sogar eine Wohnmobil-Wallfahrt.
Adrian Venetz
Die deutsche Gruppe mit ihren Wohnmobilien in Flüeli-Ranft. In der Mitte mit Pilgerstab: Richard Senz. Links Diakon Bernd Fassbender mit einem «Ersatz-Pilgerstab». (Bild Roger Grütter)

Die deutsche Gruppe mit ihren Wohnmobilien in Flüeli-Ranft. In der Mitte mit Pilgerstab: Richard Senz. Links Diakon Bernd Fassbender mit einem «Ersatz-Pilgerstab». (Bild Roger Grütter)

Am Ende des Besuchs drückt Diakon Bernd Fassbender dem Journalisten seine Visitenkarte in die Hand. «Unterwegs im Namen des Herrn», steht darauf geschrieben. Passender könnte der 72-Jährige seine Mission kaum ausdrücken. Gemeinsam mit 23 Personen aus ganz Deutschland ist er derzeit auf einer besonderen Wallfahrt. Der erste Zwischenstopp ihrer 18-tägigen Reise führte die Pilgergruppe am Freitagabend nach Flüeli-Ranft. Gestern besuchten sie dort die Wirkungsstätten des heiligen Bruder Klaus, heute geht es weiter nach La Salette in Frankreich – ebenfalls ein beliebter Wallfahrtsort.

«Es war eine Schnapsidee»

Das Besondere dabei: Die Gruppe ist mit ihren Wohnmobilen unterwegs. «Die Freiheit und Flexibilität ist einzigartig», sagt Richard Senz. Der 56-Jährige – einer der wenigen, die noch nicht im Pensionsalter sind – ist der Leiter der geselligen Truppe und hat die Reisemobilwallfahrt organisiert. Erfunden hat er sie allerdings nicht: In der deutschen Stadt Goch ist die Reisemobilwallfahrt seit einigen Jahren eine feste Institution. Jeden Sommer treffen sich dort Pilger, die aus allen Ecken Europas mit ihren Wohnmobilen anreisen. Dass sich eine ganze Gruppe gemeinsam in ihren Wohnmobilen auf eine lange Pilgerreise begibt, ist jedoch aussergewöhnlich. «Es war eine Schnapsidee, ein Experiment», sagt Diakon Bernd Fassbender. Er kann sich aber durchaus vorstellen, dass diese Form von Wallfahrt zu einer Institution wird. Ziel der Reise ist Lourdes. Danach geht es wieder zurück Richtung Deutschland. «Einige legen bis zu 5000 Kilometer zurück», sagt Richard Senz.

Pilgerstab ist mit von der Partie

Immer mit dabei ist der Gocher Pilgerstab, der jedes Jahr in andere Hände kommt und «zu vielen Gesprächen anregen und das Wort Gottes auf mobilen Wegen in die Welt tragen soll», erklärt Senz, der den Stab im vergangenen Sommer erhalten hat und ihn bis zur nächsten Gocher Wallfahrt Ende Juli behalten darf. Danach geht der Stab in neue Hände und auf neue Reisen. Für Richard Senz und Bernd Fassbender war der heilige Bruder Klaus bereits ein Begriff. «Einige unserer Gruppe haben ihn aber noch nicht gekannt», sagt Senz. «Was uns als Deutsche vor allem fasziniert, ist die Tatsache, dass Konrad Adenauer hier in Flüeli-Ranft gebetet hat.» Doch auch vom Schweizer Schutzpatron selbst sind die Gäste aus Deutschland sehr angetan. «Niklaus von Flüe war ein Friedensbringer. Solche könnten wir in der heutigen Welt gut gebrauchen.» Den Pilgern geht es auf ihrer Reise auch darum, «den Geist eines Ortes wahrzunehmen», sagt Senz. Und Fassbender ergänzt: «Wir sind ständig unterwegs und kommen trotzdem zur Ruhe.» Sein Aufruf an die Mitmenschen: «Schüttet euch nicht zu mit Rosenkränzen, sondern geht hinaus in die Welt und tut Gutes für andere.»

Adrian Venetz

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