Obwalden
Zeitgut: Mit frischem Wind ins neue Genossenschaftsjahr

Zeitgut Obwalden hat zwei neue Verwaltungsmitglieder und startet neue Projekte im Kanton. Ab August soll es ein Filmcafé geben.

Marion Wannemacher
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Sie planen ein Filmcafé für Obwalden: Cécile Malevez (links) und Christine Birvé.

Sie planen ein Filmcafé für Obwalden: Cécile Malevez (links) und Christine Birvé.

Bild Marion Wannemacher (Sarnen, 9. Mai 2022)

Die Stimmung unter den Genossenschaftern im Centro in Sarnen war aufgeräumt. Nachdem auch die Generalversammlung von Zeitgut Obwalden im Vorjahr ausgefallen war, konnte man sich zur diesjährigen endlich wieder treffen. Einiges ist 2021 trotz Pandemie gelaufen. Matteo Rossier wurde als Geschäftsführer angestellt. Er blickte aufs vergangene Jahr zurück.

Dieses bescherte Zeitgut Obwalden einen Zuwachs an Genossenschaftern. 351 Personen brachten sich im vergangenen Jahr mit ihren Leistungen ein, beziehungsweise nahmen diese in Anspruch. Im Vorjahr waren es 326. Insgesamt wurden 6175 Stunden erbracht, dieses bedeutet eine Steigerung von fast 11 Prozent. Bis Ende 2021 gab es 138 aktive Tandems, das sind Partner, die Hilfe erhalten beziehungsweise leisten. 71 neue Tandems fanden sich zusammen. Das sind sogar 37 Prozent mehr als noch 2020.

Auf private Unterstützer angewiesen

Matteo Rossier stellte an der GV zwei Projekte vor. Zeitgut Obwalden engagierte sich im Spaziertreff für Menschen mit und ohne Demenzerkrankung, der durch Pro Senectute Obwalden und Alzheimer Obwalden organisiert wird. Freiwillige der Genossenschaft stellen sich als Begleitpersonen zur Verfügung. Ausserdem vermittelt Zeitgut Obwalden seit vergangenem Jahr Notrufkontaktpersonen für Menschen, die eine Notrufuhr nutzen möchten, aber keine Kontaktpersonen in ihrem Umfeld angeben können.

Vizepräsident Beat Schlegel präsentierte die Jahresrechnung mit einem Verlust von rund 2700 Franken. Er betonte, dass die Genossenschaft nach wie vor auf private Unterstützungen angewiesen sei, da ein finanzielles Engagement für Firmen offensichtlich nicht attraktiv sei. Die Jahresrechnung wurde einstimmig angenommen sowie die Verwaltung entlastet.

Pia Halter tritt nach sieben Jahren als Verwaltungsmitglied zurück, davon amtete sie in den letzten vier Jahren als Präsidentin. Für sie sei es ein guter Zeitpunkt, erklärte sie. Sie habe extrem viel gelernt in dieser Zeit. Vizepräsident Schlegel dankte ihr mit herzlichen Worten: «Du verlässt uns, und wir haben es doch so gut miteinander», sagte er. Es seien bewegte Zeiten gewesen. Gemeinsam habe man an den Strukturen der Organisation, an Statuten und am Namen gearbeitet. «Es war immer ein Wir, nie ein Ich.», sagte Schlegel. Das sei sehr schön gewesen.

Zwei neue Mitglieder wurden in die Verwaltung gewählt: Edwin Berchtold aus Sarnen (links) und Walter Baumann-Gisler aus Lungern.

Zwei neue Mitglieder wurden in die Verwaltung gewählt: Edwin Berchtold aus Sarnen (links) und Walter Baumann-Gisler aus Lungern.

Bild: Marion Wannemacher (Sarnen, 9. Mai 2022)

Das Präsidium bleibt vorerst vakant. In die Verwaltung rückten zwei neue Mitglieder nach: Walter Baumann-Gisler aus Lungern und Edwin Berchtold aus Sarnen. Baumann-Gisler ist Diakon sowie Teamleiter und Betriebs- und Praxisausbildner bei der Postauto AG in Sarnen. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder im Teenageralter. Edwin Berchtold ist Betriebsökonom HWV, pensioniert und hat in den vergangenen 22 Jahren als administrativer Leiter und stellvertretender Geschäftsleiter beim Verein Gassenarbeit Luzern gearbeitet.

Sie wollen wieder Kino in Obwalden haben

Auch im laufenden Genossenschaftsjahr gibt es neue spannende Projekte. So wollen Christine Birvé und Cécile Malevez das Kino zurück nach Obwalden bringen. Sie planen, einmal im Monat einen Film zu zeigen. Ziel sei, diesen zusammen zu schauen, darüber auszutauschen und sich zu vernetzen, sagte Cécile Malevez. Als möglicher Ort kommt für sie die Jugendbox in Frage. Ab August soll das Projekt starten.

Ausserdem soll die Vernetzung der Genossenschafter durch einen Whatsapp-Chat gefördert werden. Dort können sich Interessierte melden, die für einen Café- oder Restaurantbesuch Gemeinschaft suchen. Weiter berichtete Matteo Rossier vom generationenübergreifenden Spielplatz beim Sarner Bahnhof, bei dem Zeitgut die Grundacher Schule in der Anlage und Pflege eines Hochbeets unterstützen wird.

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