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OBWALDEN: Zentralbahn umgarnt asiatische Gäste

Um die Züge in Nebenverkehrszeiten besser auslasten zu können, leistet sich die Zentralbahn Vertreter in Asien. Sie sollen Reisegruppen in den Zug locken – und auf den Titlis.
Matthias Piazza
Chinesische Touristen auf dem Titlis. (Bild: Adrian Stähli / Neue LZ)

Chinesische Touristen auf dem Titlis. (Bild: Adrian Stähli / Neue LZ)

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Es ist ein gewohntes Bild beim Bahnhof Luzern. Nebst Pendlern und einheimischen Tagesausflüglern besteigen ganze Gruppen aus Asien den Luzern-Interlaken-Express. Auch die Züge nach Engelberg werden von asiatischen Touristen für ihren Ausflug auf den Titlis rege genutzt. Rund ein Fünftel der Fahrgäste sind ausländische Touristen. Die Zentralbahn (ZB) will diesen ­Anteil erhöhen, vor allem in den Nebenverkehrszeiten. «Ausserhalb der Pendlerzeiten haben wir noch Kapazitäten, ebenso in der Nebensaison im November und zwischen Januar und April», erklärt Stefan Pfister, der bei der ZB für den internationalen Reisemarkt zuständig ist.

Mit einer besseren Auslastung der Züge verbessere sich auch der Kostendeckungsgrad. Dieser liegt aktuell bei 61,2 Prozent. Das heisst, 61,2 Prozent der Betriebskosten sind durch Einnahmen aus Billetten und Abonnements gedeckt.

Im Visier hat die Zentralbahn vor allem den asiatischen Markt. Stefan Pfister spricht von einem aktuellen Potenzial von 110 Millionen Chinesen, die nun im Besitz eines Reisepasses sind, viele davon seien noch nie nach Europa gekommen. «Auch Indien ist sehr interessant mit 1,3 Milliarden Menschen, Indonesien mit 255 Millionen. Auch Thailand entwickelt sich sehr gut», erzählt er. Und diese Märkte will die ZB nun intensiver «beackern».

Nebensaison sei für Asiaten attraktiv

Die Nebensaison sei für Asiaten durchaus attraktiv, auch wenn etwa die SGV nur nach reduziertem Fahrplan fahre und die Pilatus-Zahnradbahn im Winterhalbjahr gar nicht. «Für Thailänder ist der April beispielsweise ein beliebter Reisemonat, wegen des Neujahrsfestes Songkran Mitte April», erläutert Pfister. Und Chinesen würden die ersten Monate des Jahres bevorzugen.

Aus der Vergangenheit gelernt

Die Idee sei auch die Verminderung eines Klumpenrisikos. Beim Gruppengeschäft, also bei Gruppen ab 10 Personen, kommen 98 Prozent aus Indien, Südostasien, China und Südkorea, die meisten davon aus China. Das kann zu einem Problem werden, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Das aufwendigere Prozedere für den Erhalt von Schengen-Visa in China, das schwächere Wirtschaftswachstum und die Furcht vor Terroranschlägen in Europa haben der Reisefreude 2016 einen Dämpfer versetzt. Seither zeigen die Zahlen allerdings wieder nach oben.

Zusammen mit den Titlisbahnen leistet sich die Zentralbahn Mitarbeiter vor Ort. Diese einheimischen Sales Representatives nutzen dort ihr Netzwerk und arbeiten mit Reisebüros zusammen, um Reisegruppen für die Zentralbahn und einen Ausflug auf den Titlis zu begeistern. Sie sind an Tourismusmessen vor Ort präsent und schulen zudem die Mitarbeiter in den lokalen Reisebüros.

Bezug zu Einheimischen und zur Schweiz

Seit 2002 ist ein Sales Representative in Mumbai stationiert, der sich um den indischen Markt kümmert. Im vergangenen Jahr wurde eine solche Stelle in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur geschaffen, für Südostasien (Indonesien, Malaysia, Singapur und Thailand). Seit April dieses Jahres kümmert sich ein Aussendienstmitarbeiter in Seoul um Südkorea. Zusammen mit ­Luzern Tourismus und weiteren Partnern ist ein Vertreter in Schang­hai auch für die Zentralbahn im Einsatz. Der sehr gute Bezug zu den Einheimischen wie auch zur Schweiz: Das ist für ­Stefan Pfister das Erfolgsrezept ­dieses Modells. Die bisherigen Erfahrungen seien durchwegs positiv. «Wir sind auf dem besten Weg, unser hochgestecktes Ziel zu erreichen, unsere Hochsaison auf bis zu zehn Monate im Jahr auszudehnen.»

«Die Konkurrenz schläft schliesslich nicht»

«Die Zusammenarbeit mit der Zentralbahn macht Sinn, da wir ja sozusagen die gleichen Kunden haben», sagt dazu Peter Reinle, Mediensprecher der Titlisbahnen, bei welchen asiatische Gruppentouristen rund 40 Prozent des Umsatzes generieren (gleich viel wie die Wintersportler). Seit den 1970er-Jahren bewerben die Titlisbahnen dieses Segment, um auch den Sommer auszulasten. Noch mehr Gäste strebe man zwar aus Kapazitätsgründen nicht an, trotzdem brauche es die Sales Representatives. «Die ­Konkurrenz schläft schliesslich nicht», so Peter Reinle.

«Für Thailänder ist der April beispielsweise ein beliebter Reisemonat, wegen des Neujahrsfestes Songkran.» Stefan Pfister, Zentralbahn (Bild: PD)

«Für Thailänder ist der April beispielsweise ein beliebter Reisemonat, wegen des Neujahrsfestes Songkran.» Stefan Pfister, Zentralbahn (Bild: PD)

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