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OBWALDEN: Zentralbahn zieht nach Totalsperre ein gutes Fazit

Auch wenn es vereinzelt Kritik gab: Die Zentralbahn zieht nach der dreiwöchigen Totalsperre zwischen Giswil und Alpnach ein positives Fazit über die Bauarbeiten.
Adrian Venetz
Die fertiggestellte Doppelspur in Sarnen. Im Hintergrund die neue Haltestelle Sarnen Nord. Bild: Adrian Venetz (Sarnen, 9. November 2016)

Die fertiggestellte Doppelspur in Sarnen. Im Hintergrund die neue Haltestelle Sarnen Nord. Bild: Adrian Venetz (Sarnen, 9. November 2016)

Seit Montag verkehren wieder Züge statt Busse durchs Sarneraatal. Innerhalb von drei Wochen hat die Zentralbahn (ZB) den Doppelspurausbau im Dorf Sarnen zum grössten Teil realisiert und die neue Haltestelle Sarnen Nord praktisch fertiggestellt. ZB-Sprecher Peter Bircher zieht ein positives Fazit. «Wir konnten in den drei Wochen alle eingeplanten Arbeiten termingerecht realisieren.» Das Bauprogramm sei «rückblickend sportlich und für alle Beteiligten anspruchsvoll» gewesen, sagt Bircher.

«Es braucht dafür viel Sachverstand, sehr viel Engagement und unglaublich viel Abstimmungs- und Koordinationsaufwand.» Eine solche Umbauleistung sei nur möglich, wenn Planer, Unternehmer, Bahn und viele weitere Involvierte sehr eng zusammenarbeiten. «Wir wissen, dass es allen Beteiligten – inklusive Kunden und Anwohner – sehr viel abverlangt hat, und danken allen, die zum Gelingen beigetragen haben.» Auch die Untergrundarbeiten bei der Haltestelle Ewil Maxon und die Arbeiten zwischen Ewil und Sachseln konnten abgeschlossen werden. «Aber nach jeder Sperre gibt es noch Nacharbeiten wie hier zum Beispiel der Rückbau der Baupiste und kleinere Fertigstellungsarbeiten», sagt Bircher. «Diese werden bewusst nach der Sperre erledigt, denn wir unterbrechen den Bahnbetrieb nur so lange, wie es vom Bauablauf her zwingend nötig ist.»

120 000 Reisende und 5112 Busfahrten

Während der Totalsperre zwischen Giswil und Alpnach wurden die Passagiere mit Bussen befördert. Von Montag bis Freitag waren es täglich 252 Busfahrten, am Samstag und Sonntag jeweils 222 Busfahrten. «Aufgerechnet auf die 21 Tage ergibt dies 5112 Busfahrten und 76680 Kilometer», sagt Bircher. «Pro Tag wurden während der Totalsperrung durchschnittlich 6000 Reisende befördert. Dies ergibt rund 120000 Reisende.» Zu den Pendlerzeiten und für Ausflügler und Touristen seien jeweils mehrere Busse im Einsatz gestanden. «In einer Dankeschön-Aktion wurden letzten Donnerstag 1200 Biberli an Reisende in Alpnach Dorf verteilt. Diese kleine Aufmerksamkeit wurde sehr geschätzt», sagt Bircher weiter.

«Aber natürlich sind alle froh, ist diese Sperre vorüber, und die Reisenden können wieder ohne umzusteigen reisen.» Kritik gab es aus der Bevölkerung – auch in Leserbriefen in unserer Zeitung –, weil der Bahnübergang Kernserstrasse teils komplett zu war. Dies ist laut Bircher «sehr unglücklich verlaufen». Man habe wegen eines internen Abstimmungsfehlers fälschlicherweise kommuniziert, der Übergang sei für Fussgänger und geschobene Velos stets offen. «In der ersten Woche stimmte das nicht.»

Schliesszeiten vielleicht gar kürzer

Ab dem ersten Wochenende sei der Übergang wiederholt offen gewesen, «zwischendurch mussten wir ihn jedoch aus Sicherheitsgründen wieder schliessen», etwa für den Einbau der Gleise oder die Montage der Fahrleitungen. «Es war immer Sicherheitspersonal vor Ort, das die Passagiere lenkte.» Bei der ZB seien dazu zwei schriftliche Kundenrückmeldungen eingegangen. «Wir bedauern diesen Vorfall sehr und entschuldigen uns für diesen Fauxpas.» Für Autofahrer und Fussgänger ändert sich betreffend Wartezeiten beim Bahnübergang Kernser­strasse wenig: «Grundsätzlich haben wir noch dieselbe Anzahl Züge, die den Bahnübergang beanspruchen», so Bircher. «Tendenziell aber ist das System mit der Doppelspur stabiler und ausgewogener.» Die Schliesszeiten der Barriere würden in der Regel sogar etwas kürzer sein als bisher.

An einigen Stellen braucht es noch Nacharbeiten. «Dies sind einerseits kleinere Fertigstellungsarbeiten – bei der Haltestelle Sarnen Nord etwa die Montage der Billettautomaten und der Kundeninformationssysteme», so Bircher. «Daneben müssen noch Baupisten und Installationsplätze zurückgebaut werden.» Die Haltestelle Sarnen Nord wird am 7. Dezember mit der Bevölkerung eingeweiht. Offiziell in Betrieb genommen wird sie ab Fahrplanwechsel am 11. Dezember.

Adrian Venetz

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