OBWALDEN: Zentras holt Eiszapfen von der Tunneldecke im Lopper

Autofahrer staunten nicht schlecht, als sie in Alpnach in den Loppertunnel fuhren. Bis zu einem halben Meter lang waren die Eiszapfen an der Tunneldecke. Der Strassenbetreiber griff sofort ein.

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Die Eiszapfen an der Decke des Loppertunnels. (Bild: PD/Zentras)

Die Eiszapfen an der Decke des Loppertunnels. (Bild: PD/Zentras)

Der kalte Winter mit wochen­langen Temperaturen unter null Grad bringt auch die Tunnels ins «Schlottern». Bis zu minus 8 Grad war es in den vergangenen Tagen in Alpnachstad – nur wenig wärmer wohl im Loppertunnel. Zumindest in der Nähe des Tunnelportals reichte das Quecksilber nicht über den Gefrierpunkt. Mit Folgen: Etwa zehn Eiszapfen hingen am Samstagnachmittag in den ersten 50 Metern nach Tunneleingang von der Decke – zwischen 30 und 50 Zentimeter lang.

Das bestätigt Daniel Kümpel, Bereichsleiter beim Strassenbetreiber Zentras. «Ein Tunnel ist nie komplett dicht. In den Fugen kann immer Wasser vom Berg durchsickern. Dieses gefriert bei Minustemperaturen, und es bilden sich Eiszapfen – wie aktuell im Loppertunnel.» Dieses Eisphänomen an Tunnelwänden und -decken sei bei dieser Kälte nichts Aussergewöhnliches. Auch im Luzerner Reussporttunnel habe man das Phänomen vor der Sanierung beobachtet.

In solchen Fällen sei man froh um umgehende Hinweise von Autofahrern, wie dies glücklicherweise am Samstag der Fall gewesen sei. Eine halbe Stunde nach der Meldung waren Mitarbeiter der Zentras bereits mit einem Hebefahrzeug vor Ort und befreiten den Tunnel von den Eiszapfen. Nach einer Viertelstunde war die Aktion abgeschlossen, der Tunnel wieder befahrbar. «Die Sicherheit der Autofahrer war nie gefährdet, da wir frühzeitig handelten und sich das Eis nicht so schnell löst. Gefährlich würde es nur bei Tauwetter werden», hält Daniel Kümpel fest. Ihm sei aber bis jetzt kein Fall bekannt, wo sich Eiszapfen lösten. «Wir behalten dies im Auge, auch mit Hilfe der Tunnelkameras.»

Auch eine Tunnelsanierung dränge sich deswegen nicht umgehend auf. Das Eindringen von Wasser sei ein natürlicher Alterungsprozess. Kunstbauten wie Brücken und Tunnels würden regelmässig kontrolliert. Feststellungen wie undichte Stellen würden in die nächste Instandhaltungsplanung einfliessen.

 

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch