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OBWALDEN: Zu heisser Sommer: Fische lassen die Köder links liegen

Für Ausflügler war der Sommer perfekt, nicht aber für Fischer. Im Lungerersee wurden so wenig Fische an Land gezogen wie noch nie.
Matthias Piazza
Obwohl der Lungerersee als Fischerparadies gilt, haben die Fische diesen Sommer nicht gebissen. (Symbolbild Romano Cuonz / Neue OZ)

Obwohl der Lungerersee als Fischerparadies gilt, haben die Fische diesen Sommer nicht gebissen. (Symbolbild Romano Cuonz / Neue OZ)

Noch nie in der knapp sechsjährigen Geschichte des Fischerparadieses Lungern wurde eine so niedrige Fangzahl verzeichnet. Nur gerade 17 Prozent der im Juli und August eingesetzten Fische – immerhin fünf Tonnen oder 12 000 Forellen – bissen an. Sehr zum Frust der Hobbyfischer, die 30 Franken für ein Tages-, 190 Franken für ein Monatspatent oder 360 Franken für ein Jahrespatent hinblättern. Kritik wurde laut. Im Lungerersee habe es keine Fische mehr.

Doch der Grund für die schlechte Ausbeute ist ein anderer, wie Daniel Walker, Mitglied der Geschäftsleitung und Verwaltungsrat der Lungerersee AG auf Anfrage erklärt: «Die Oberflächentemperatur betrug in diesem extrem heissen Sommer bis zu 25 Grad.» Zu warm für die Forellen. Sie zogen sich zurück, bevorzugen Wassergegenden in Tiefen von 35 Metern, wo es kühl und sauerstoffreich ist. «Wer vom Ufer aus fischen wollte, hatte tatsächlich das Nachsehen», so Walker. Zum Vergleich: In früheren Jahren hielten sich die Forellen in Ufernähe 10 bis 15 Meter unter der Oberfläche auf. Heuer sei in diesem Bereich nichts zu holen gewesen.

Fanggarantie gibts keine

Für üblich beträgt die Fangquote im Lungerersee rund 50 Prozent. «Das heisst, jeder Fischer nimmt zwei bis drei Fische nach Hause. Diesen Sommer war es gerade mal einen. Das tut uns zwar leid, aber eine Fanggarantie können wir nicht geben», hält Daniel Walker fest. Imageverluste erwarte er keine, «da unsere Fischer wissen, dass die Fische aus der Tiefe zurückkehren werden.» Mehr Tiere auszusetzen, hätte das Problem nicht gelöst – im Gegenteil. «Wir hätten riskiert, dass die Fische plötzlich nicht mehr genug Nahrung gehabt hätten.» Die gute Nachricht: Mit den kühleren Temperaturen kommen auch die Regenbogenforellen zurück und suchen vermehrt an der Wasseroberfläche ihr Futter.

Phänomen auch im Melchsee

Auch die Fische im Melch-, Tannensee und Blausee auf Melchsee-Frutt spürten den heissen Sommer. «Sobald sich die Sonne zeigte und sich das Wasser erhitzte, verzogen sich die Forellen und Saiblinge in die Tiefe, da sie allzu warmes Wasser nicht mögen», sagt Gusti Berchtold, Fischereiverantwortlicher auf der Frutt, wo sechs Forellenarten eingesetzt werden. Frühaufsteher wurden belohnt, da sich die Fische um diese Zeit noch in Ufernähe zeigten. Mehr Pech als in verhältnismässig kühleren Saisons hatten jene, die ihr Rute später am Morgen oder erst am Nachmittag auswarfen. «Grösstenteils reagierten unsere Fischergäste aber mit Verständnis auf kleinere Fangquoten bei diesen aussergewöhnlichen Temperaturen», hält Gusti Berchtold fest. «Wir setzen jeweils so viele Fische ein, wie anhand der Statistik gefangen wurden, um den Bestand stabil zu halten. Mehr können wir nicht tun.»

Lethargisch und kaum angebissen

Laut dem Obwaldner Fischereiaufseher Armin von Deschwanden bedeuten hohe Temperaturen für die Fische Stress, was sogar zum Tode führen kann. «Fischsterben sind uns allerdings keine bekannt.» In manchen Fliessgewässern seien die Tiere sicherlich grossem Stress ausgesetzt gewesen. «Im See können sie sich in tieferes und kühleres Wasser zurückziehen», so Armin von Deschwanden. Ob die Fischer künftig ihre Erwartungen herunterschrauben müssen, weil es durch die Klimaerwärmung immer wärmere Sommer geben könnte, sei schwierig zu beurteilen. «Wir werden die kritischen Gewässer gut im Auge behalten und wo möglich und nötig Massnahmen ergreifen», meint Deschwanden und führt als Beispiel Beschattung durch Uferbestockung auf.

Auch auf dem Vierwaldstättersee fanden Fischer aussergewöhnliche Bedingungen vor. «Speziell die grossen Hechte hielten sich diesen Sommer in Tiefen bis zu 20 Metern auf. Normalerweise sind sie näher an der Wasseroberfläche», sagt Simon Rohrer, Präsident der Seefischer Nidwalden. Schwieriger sei es auch für Uferfischer gewesen. «Uferfische wie die begehrten Egli bewegten sich tagsüber lethargisch, waren schwer zu fangen. Vereinsmitglieder hätten ihm von unterdurchschnittlichen Fangzahlen im Vierwaldstättersee erzählt.

Matthias Piazza

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