OBWALDEN/NIDWALDEN: Jungwacht und Blauring geniessen ihr Kantonslager in Giswil

330 Kinder aus den zwölf Scharen von Jungwacht Blauring beider Kantone besuchen derzeit das viertägige Kantonslager in Giswil. Gestern Freitag wurden sie unter anderem zu Forschern ausgebildet.

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Der Blauring auf Forschungsreise im Wald. (Bild: Izedin Arnautovic (Giswil, 26. Mai 2017))

Der Blauring auf Forschungsreise im Wald. (Bild: Izedin Arnautovic (Giswil, 26. Mai 2017))

Birgit Scheidegger

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Das Camp ist schon von weitem zu erkennen. Der grosse Holzzaun mit dem riesigen Turm erinnert ein wenig an die alten Wild-West-Filme. Und auch in der Grundrüti soll er symbolisch als Schutz vor wilden Tieren oder Angreifern schützen. Mit Sack und Pack reisten die Mädchen und Buben am Donnerstag ins Kantonslager, das heuer zum sechsten Mal organisiert wurde. «Mit über 500 Kindern, Leitern, Helfern und OK-Mitgliedern von Jungwacht und Blauring sowie von der J + S verzeichnen wir einen Rekord», freut sich Eliane Ettlin von der OK-Hauptleitung. Bis es allerdings so weit war, brauchte es eine umfangreiche Organisation, von der die Kinder wenig mitbekamen. Die 50 Zelte für das Kantonslager (Kala) waren am Donnerstag bereits aufgestellt, die 600 Wolldecken angeliefert. «Insgesamt leisten wir rund 12000 ehrenamtliche Stunden für die Durchführung des Lagers», so Eliane Ettlin. Am ersten Tag wurden die Kinder ins diesjährige Motto «I dä Tiäfi vom Dschungel» eingeführt. Dazu lernten sie den rituellen Haka-Tanz der neuseeländischen Maoris und unterzogen sich einem simulierten «Gesundheitscheck», der die Dschungeltauglichkeit prüfte. Spiel, Spass, Kameradschaft und der Kontakt mit den anderen Scharen sind Ziele des Lagers – ganz nach den fünf Grundsätzen von Jungwacht und Blauring: Glauben lernen; Natur erleben; kreativ sein; mitbestimmen sowie zusammen sein.

«Tiäf im Urwald, däm dunklä Urwald, da entdeckid miär ganz viel. Zämä gahnd miär is Ungwissä und startid s Abentür», heisst eine Liedzeile aus dem Song, der das Kala 2017 begleitet. Für das Dschungelabenteuer wurden die Mädchen und Buben der 1. bis 9. Klassen am Freitag fitgemacht. Welche Pflanzen sind giftig, wie sehen Pfoten eines Pandabären aus, wie bediene ich einen Kompass, und was für Holz nehme ich für ein Feuer? In kleinen Gruppen lernten Mädchen und Buben die Grundkenntnisse eines Dschungelforschers. «Das Lager wird von Jugend + Sport finanziell unterstützt, deshalb haben wir gewisse Vorgaben. Das Programm soll also nicht nur Spass machen, sondern die Kinder sollen dabei etwas lernen», so Eliane Ettlin. Aber auch Lernen kann Spass machen. Leonie (11) aus Kerns findet das Motto und den Lerneffekt daraus toll. Ihr gefällt vor allem auch das Zusammenspiel mit anderen Kindern. Auch Tim (12) aus Ennetbürgen, der das erste Mal an einem Kantonslager teilnimmt, war begeistert. «Nur die nächtliche Fackelwanderung hätte von mir aus nicht stattfinden müssen.»

Während die einen am Vormittag forschten, waren die anderen mit Geländespielen beschäftigt. Am Nachmittag wurde getauscht. Spannend geht es auch heute und morgen weiter, wo eine Tagesolympiade mit Schatzsuche im Dorf stattfindet, bei der verschiedene Aufgaben erfüllt und Kartenausschnitte gesammelt werden müssen. «Diese führen am Ende zum Schatz», erklärte Eliane Ettlin. Wobei es sich dabei handelt, soll hier natürlich nicht verraten werden. Aufgelöst wird es spätestens am Abend beim grossen Festmahl und der Abschlussfeier. Vier Tage voller Lebensfreude, Spiel, Spass und Abenteuer, ein Wiedersehen mit ehemaligen Kurs-Gspändli und unvergessliche Tage in der Natur: Die alle paar Jahre stattfindenden Kantonslager würden immer beliebter, stellt Eliane Ettlin erfreut fest.

Und weil der Dschungel und die Forscherausbildung so richtig hungrig und durstig machen, hier noch ein paar Zahlen aus der Küche (gekocht wird in der Schulküche Giswil): Am Donnerstag wurden 40 Kilo Reis und 60 Kilo Pouletfleisch verarbeitet. Total braucht es 180 Kilogramm Brot, 6 Kilogramm Butter und 4000 Liter Tee. «Wir haben eine ganz tolle Stimmung hier, und es macht richtig Spass», betont Eliane Ettlin. «Schritt für Schritt und ä Lianä wiiter, glii sind miär am Ziiel», lautet die Schlusszeile des erwähnten Kala-Songs. «Zältä, fiirlä und ä huifä Frindä. Viel Tiärli, Spass und Spiel» - genau so dürften die Kinder das Kantonslager erleben.