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Obwaldens Kirche feiert ihr «Blettli»

Das Pfarreiblatt Obwalden ist 50 Jahre alt. Die Feier des runden Geburtstags war verbunden mit einem eindrücklichen Jubiläumsreferat und viel guter Laune.
Primus Camenzind
Geschenkübergabe an Thomas Bisotto, Redaktor Pfarreiblatt Kanton Zürich, von Donato Fisch, Redaktor Pfarreiblatt Obwalden, und Monika Küchler, Pfarreisekretärin Sarnen. (Bilder: Primus Camenzind (10. November 2018))

Geschenkübergabe an Thomas Bisotto, Redaktor Pfarreiblatt Kanton Zürich, von Donato Fisch, Redaktor Pfarreiblatt Obwalden, und Monika Küchler, Pfarreisekretärin Sarnen. (Bilder: Primus Camenzind (10. November 2018))

Der Verband Kirche Obwalden lud Gäste aus seinen Kreisen in den Sachsler Pfarreisaal ein. Im Fokus stand das jubilierende Pfarreiblatt Obwalden, welches im Verlauf der Veranstaltung sowohl kritisch als auch lobend unter die Lupe genommen wurde. Das erste Pfarrblatt von Obwalden erschien am 27. Dezember 1968.

Dass diese Information nur zur Hälfte zutrifft, belegen Zeitungsausschnitte aus den 1930er-Jahren. Sie waren schon damals mit «Obwaldner Pfarrblatt» betitelt und hatten heikle Themen zum Inhalt: «Bibelforscher – Unkrautsäer» oder das «Strandbad im katholischen Dorf?»

Zuerst war es nur ein einfacher Kirchenzettel

Auch Obwaldner Katholiken, die in der Diaspora nicht mehr sehr gläubig waren, standen am Pranger. Über diese Ära der Pfarrei-Berichterstattung klärte Karl Imfeld, ehemaliger Kernser Pfarrer, gewiefter Historiker und Initiant der heutigen Publikation, auf. In den 1930er-Jahren bewarb sich das Priesterkapital darum, ein Pfarrblatt zu drucken. «Das war aber lediglich ein Kirchenzettel mit dem Gottesdienstprogramm und dergleichen», erinnert sich Imfeld.

Die damalige Druckerei und Verlegerin des «Obwaldner Volksfreunds» übernahm kurzerhand diese Aufgabe und integrierte den Inhalt zusammen mit den bereits erwähnten redaktionellen Beiträgen als vermeintliche Gratisbeilage in ihre Zeitung. Die Rechnung ging dann jeweils zum Jahresende ans Priesterkapitel. Der Verleger war bereit, auf das Geld zu verzichten, wenn die Priester im Stande seien, seiner Zeitung jährlich etwa 50 Neuabonnenten zu vermitteln.

Seit 50 Jahren erscheint nun das neue Pfarrblatt von Obwalden geordnet und im Zweiwochenrhythmus in einer Auflage von gegenwärtig fast 6000 Exemplaren. Von dieser erfreulichen Entwicklung wussten Donato Fisch, Redaktor des Blattes und Monika Küchler, Pfarreisekretärin in Sarnen, in ihrer Begrüssung zu berichten.

Mit Humor an den runden Geburtstag herantreten

Mit humorvoller Ironie erklärte Fisch den Gästen, wie heutzutage Geburtstagsfeste gefeiert werden. «Den zwanzigsten Geburtstag postet man auf Instagram; an den dreissigsten erinnert man seine Freunde via Facebook; zum vierzigsten trägt man ein T-Shirt mit Babybild, und der fünfzigste wird mittels Fotoalbum verarbeitet.» Beste Grüsse, verpackt in launige Worte, überbrachte Martin Kopp, Generalvikar des Bistums Chur für die Urschweiz.

Thomas Bisotto bei seinem Referat.

Thomas Bisotto bei seinem Referat.

Von der Redaktionskommission war unter anderen auch Schwester Yolanda Sigrist vor Ort. Sie genoss den Anlass und tauschte sich mit Bernhard Willi, Obwaldner Dekan und Pfarrer von Sarnen, aus. Auch Willi Schmidlin, Präsident des Verbandes Kirche Obwalden, fand bei Nationalrat Karl Vogler ausreichend Gesprächsstoff.

Zur Auflockerung der Gesprächsdichte zog erst mal ein Trio die musikalische Reissleine. Mit dem Song «Nights in White Satin» gaben Franco Parisi (Gitarre), Valérie Halter (Piano) und Aline Odermatt (Flöte) einen Song von Moody Blues zum Besten.

Grösste Aufmerksamkeit war dem Referat von Thomas Binotto geschuldet. Der Philosoph, Buchautor und Redaktor des 200 000 Exemplare starken Pfarreiblatts des Kantons Zürich, schaffte Klarheit: «Ich will nicht der Zürcher sein, der allen sagt, wie es gehen muss.»

Dem Inhalt und Erscheinungsbild des Pfarreiblatts von Obwalden zollte er Lob und Anerkennung. Seine eigene Perspektive eines Pfarreiblattes, und damit verbunden auch des katholischen Glaubens, liess allerdings aufhorchen. Binotto sprach von Beharrlichkeit und zog einen bildlichen Vergleich mit «Sheldon Cooper», der in der erfolgreichen TV-Serie immer und immer wieder an die Zimmertür seiner Freundin pochen muss.

Aufruf zu einer einfachen Sprache

«In der Wiederholung steckt eine gewisse Spannung», bekräftigt der Redner. Er macht sich ebenfalls für die Bildhaftigkeit stark. «Bedient euch einer einfachen Sprache und setzt Bilder nicht nur als Dekoration ein», fordert er die Blattmacher auf. Binotto ist überzeugt, dass viel Licht von aussen kommt. «Gott ist überall, mir müssen ihn nicht in der Kirche einschliessen.»

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