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Obwaldner Ärzte sehen Versorgungsregion kritisch

Mehr Fremdbestimmung, mehr Anonymität und weniger Freiheit: Das könnten die Folgen des von Regierung und Parteien angepeilten Anschlusses des Kantonsspitals an Luzern sein, befürchtet der Verein der Ärzte des Sarneraatals.
Franziska Herger
Die Ärzte des Sarneraatals fürchten einen Kontrollverlust der Politik durch eine allfällige Versorgungsregion. (Symbolbild: Corinne Glanzmann)

Die Ärzte des Sarneraatals fürchten einen Kontrollverlust der Politik durch eine allfällige Versorgungsregion. (Symbolbild: Corinne Glanzmann)

Wie geht es weiter mit dem Kantonsspital Obwalden und seinen finanziellen Problemen? Zur Beantwortung dieser Frage hat die Regierung bekanntlich sechs Szenarien ausgearbeitet – von der Beibehaltung des Status quo bis zum Verkauf. Favorit der Regierung und auch der Parteien (wir berichteten) ist der Anschluss an das Luzerner Kantonsspital (Luks) und damit an eine Versorgungsregion mit Nidwalden, Wolhusen und Sursee.

Die Ärzte des Sarneraatals sehen eine solche Partnerschaft nur mit Vorbehalten positiv, wie der Verein OW-Cura in einer Medienmitteilung zur Vernehmlassung zu verstehen gibt. «Die Vereinigung der niedergelassenen Obwaldner Ärzte unterstützt den Erhalt des Spitalstandortes Sarnen», heisst es da. Im Hinblick auf eine immer älter werdende Bevölkerung befürworte man etwa auch den Ausbau der Akutgeriatrie am Kantonsspital.

Aber: «Ob eine Erweiterung der Versorgungsregion eine Stärkung des Kantonsspitals Obwalden bedeutet, beurteilen wir kritisch.» Vereinspräsident Thomas Müller wird auf Anfrage konkreter: «Die Strategie der künftigen Versorgungsregion wird vom Luks dominiert werden», sagt der Sarner Hausarzt.

Kompetenzenverteilung könnte auch Chance sein

Der Einfluss der Politik und der Bevölkerung auf die Entwicklung des Kantonsspitals werde mit einer Versorgungsregion eingeschränkt, so Müller. «Dann hat der Kanton zwar weniger Sorgen, muss aber auch Entscheidungen mittragen, die nicht immer im Interesse des Standorts Sarnen sind.»

Zwar könne es auch eine Chance für Obwalden darstellen, wenn in der Versorgungsregion vielleicht dereinst Kompetenzen auf einzelne Spitäler aufgeteilt werden. Und die heutige Zusammenarbeit mit den umliegenden Spitälern, etwa mit dem Luks bei der Psychiatrie, funktioniere grundsätzlich gut. «Trotzdem besteht die Sorge, dass sich Obwalden mit dem Luks einem Vertragspartner ausliefert, den man relativ schlecht kennt».

Thomas Müller befürchtet zudem weniger Freiheiten bei der Zuweisung von Patienten an Spezialisten. Heute würden Patienten vom Kantonsspital auch einmal an das Zürcher Unispital oder das Inselspital in Bern geschickt. «Mit der Versorgungsregion dürfte dann ziemlich klar sein, dass alle komplexeren Fälle ins Luks müssen. Ist in unseren Augen ein anderer Spezialist besser geeignet, bleibt uns als Hausärzte nur, den Patienten direkt zuzuweisen.»

«Die Wege sind kurz, man kennt sich»

Dabei schätze man die heute sehr enge Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Obwalden sehr. «Die Wege sind kurz, man kennt sich», sagt Thomas Müller. Es bestehe die Gefahr, dass dieser direkte Zugang zu den Spitalärzten im «anonymeren, fremdbestimmteren» Konstrukt der Versorgungsregion etwas verloren ginge. «Das wäre auch für die Patienten eine Qualitätseinbusse.»

Der Kantonsrat wird die Spitalversorgung voraussichtlich im Herbst beraten.

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