Interview

Obwaldner Autor Romano Cuonz: «Für mich wird das bestimmt ein Abenteuer»

Der Schriftsteller Romano Cuonz nimmt am Literatur-Atelier im bündnerischen Münstertal teil. Dafür wird er in einer WG mit anderen Autoren wohnen.

Martin Uebelhart
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Der Autor Romano Cuonz.

Der Autor Romano Cuonz.

Bild: Corinne Glanzmann

Der Obwaldner Autor Romano Cuonz kann von Mitte Januar bis Ende Februar am Literatur-Atelier teilnehmen. Das Atelier ist ein neues Förderinstrument der gemeinsamen Literaturförderung der Zentralschweizer Kantone. Cuonz, der auch als Kolumnist und freier Mitarbeiter für unsere Zeitung tätig ist, ist zusammen mit Peter Weingartner (Luzern), Noemi Sacher (Schwyz) und Bruno Blume (Zug) zu Gast in der «Chasa Parli», die vom bekannten Schweizer Schriftsteller Tim Krohn im bündnerischen Münstertal betrieben wird.

Was bedeutet Ihnen die Möglichkeit, beim Literatur-Atelier dabei sein zu können?

Romano Cuonz: Ich habe mich mit einem Konzept für den Aufenthalt beworben. Dieses Jahr werde ich 75 Jahre alt und noch einmal so eine Auszeichnung zu erhalten, erachte ich als eine grosse Chance. Ich bin gespannt auf die Zeit mit Peter Weingartner, den ich kenne, und den beiden jüngeren Schreibenden. Und ich freue mich auf den Kontakt mit Tim Krohn, den ich sehr bewundere.

Was haben Sie in den anderthalb Monaten vor?

Ich will einen Roman schreiben. Dafür hat mir bis jetzt immer die Zeit gefehlt. Ich muss dann einfach schreiben, viel anderes kann ich im Münstertal nicht machen. Gleichzeitig habe ich auch grossen Respekt davor. Ich weiss nicht, ob ich die Ausdauer dafür noch habe. Ein Roman ist etwas ganz anderes als das, was ich bis heute gemacht habe: etwa Kurzgeschichten, Theaterstücke Hörspiele oder auch Lyrik. Das Romanthema basiert ursprünglich auf der Obwaldner Steueraffäre der 1980er- und 1990er-Jahre. Dazu habe ich jahrelang recherchiert. Doch die Geschichte soll sich von realen Begebenheiten loslösen und einen Modellfall darstellen. Also grundsätzlich den Konflikt zwischen wirtschaftsliberalen Vertretern eines ehemals armen Kantons, der versucht, durch Steuerdumping einen gewissen Wohlstand zu erreichen, und engagierten Vertretern eines modernen Sozialstaates, der möglichst grosse Steuergerechtigkeit und Umverteilung des Reichtums zum Ziel hat.

Freuen Sie sich auf das WG-Leben zusammen mit den anderen drei Schreibenden?

Meine WG-Erfahrungen beschränken sich auf eine kurze Zeit während meines Studiums. Und ich habe ein Riesenproblem: Ich kann nicht kochen! Ich bin aber gerne bereit, abzuwachen, einzukaufen oder zu putzen. Für mich wird das bestimmt ein Abenteuer. Wie das Zusammenleben funktionieren soll, werden wir am ersten Tag besprechen.