Obwaldner Bauern bedauern die Absage der kantonalen Viehschau

Nachdem der Kanton Uri bereits die Viehschauen abgesagt hat, ereilt die kantonalen Viehschau Obwalden dasselbe Los. Die Bauern bedauern den Entscheid, zeigen aber auch Verständnis.

Marion Wannemacher
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Diesen Anblick wird es wohl erst nächstes Jahr wieder geben: Die Viehschau Obwalden ist abgesagt.

Diesen Anblick wird es wohl erst nächstes Jahr wieder geben: Die Viehschau Obwalden ist abgesagt.

Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 4. Oktober 2019)

Noch bis vor kurzem regierte das Prinzip Hoffnung. «Wir waren zwar aufgrund der Coronasituation noch nicht so weit wie sonst mit der Planung der Kantonalen Viehschau, aber Ausstellung und Festwirtschaft wären bereits organisiert gewesen», berichtet Walter Windlin, Präsident des Braunviehzuchtverbands Obwalden. Auch die Auflagen für ein Schutzkonzept hatte man beim Gesundheitsamt erfragt. Doch nach dem Vorfall im Engelberger Club Gletscherspalte sei den Organisatoren klar gewesen, dass es zu verschärften Massnahmen im Kanton kommen würde. Jetzt steht für den Braunviehzuchtverband fest: Auch Obwalden wird dieses Jahr auf die Kantonale Viehschau vom 9. Oktober in Sarnen verzichten müssen.

Die Enttäuschung bei den Obwaldner Bauern sei sehr gross, bestätigt Windlin auf Anfrage. «Die meisten begreifen aber die Entscheidung. Bisher sind wir nur auf Verständnis gestossen.» Die kantonale Viehschau sei sicher einer der Höhepunkte im Jahr bei den Bauern, ordnet der Präsident ein.

«Für uns ist es ein Bauernsonntag», sagt er schlicht. Jährlich könnten die Züchter an der Viehschau die Fortschritte ihrer Arbeit zeigen. Knapp 1000 Stück Vieh werden in 60 Abteilungen rangiert, darunter Milchkühe, Jung- und Galtvieh sowie zwischen 20 und 25 Stiere. «Unter den Bauern bedeutet der Anlass ein friedlicher Wettstreit bei guter Atmosphäre, ausserdem eine Zusammenkunft vieler Bauern.» Auch könnten Bauern und Dorfbevölkerung an der Viehschau austauschen, und auch die eine oder andere Kuh wechsle bei dieser Gelegenheit ihren Besitzer.

Hoffnung auf kantonale Viehschau 2021

Windlin selber, der sich jeweils mit 10 bis 15 Exemplaren Braunvieh seines Hofs Biel in Kerns beteiligt, schätzt vor allem den Anblick, wenn die mit Blumen geschmückten Tiere geführt von Kindern, Helfern und den Bauern heim in ihre Dörfer laufen. Als ganz kleinen Trost nennt der Präsident des Braunviehzuchtverbandes Obwalden die Viehauktion im Dezember in Kerns. Wenigstens die sollte stattfinden. Ausserdem hofft man auf die kantonale Viehschau am 8. Oktober 2021 in Sarnen.

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