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Obwaldner Bauern wählen erste Frau in den Vorstand

Der Bauernverband Obwalden hat seinen Vorstand durch eine Statutenänderung um ein Mitglied erweitert. Damit war an der Generalversammlung vom Dienstag der Weg für die Wahl einer Frau frei.
Robert Hess
Petra Rohrer ist als erste Frau in den Vorstand des Bauernverbandes Obwalden gewählt worden. Zudem auf dem Bild (v.l.): Das zurückgetretene Vorstandsmitglied Erwin Spichtig, sein Nachfolger Michael Spichtig und Simon Niederberger. (Bild: Robert Hess, Melchtal, 19. Februar 2019)

Petra Rohrer ist als erste Frau in den Vorstand des Bauernverbandes Obwalden gewählt worden. Zudem auf dem Bild (v.l.): Das zurückgetretene Vorstandsmitglied Erwin Spichtig, sein Nachfolger Michael Spichtig und Simon Niederberger. (Bild: Robert Hess, Melchtal, 19. Februar 2019)

Der Wunsch aus Kreisen des Obwaldner Landfrauenverbandes nach einer Vertretung im Vorstand des kantonalen Bauernverbandes sei unüberhörbar gewesen, meinte Präsident Simon Niederberger an der Generalversammlung vom Dienstagabend im Sportcamp Melchtal. Der Ruf war beim «Männervorstand» auf fruchtbaren Boden gefallen. Er beantragte der GV vorerst eine Statutenänderung, wonach der Vorstand nicht mehr fest aus sieben Mitgliedern besteht, sondern «aus mindestens fünf, maximal acht Mitgliedern, wobei wenn möglich aus jeder Gemeinde ein Mitglied im Vorstand vertreten sein soll.» Die Änderung wurde einstimmig genehmigt und trat sofort in Kraft.

Vorerst wählten die 44 Stimmberechtigen Michael Spichtig als Nachfolger des nach zwölf Jahren zurücktretenden Erwin Spichtig. Als achtes Mitglied und erste Frau wählte die Versammlung anschliessend einstimmig die Sachsler Bäuerin Petra Rohrer, CVP-Kantonsrätin und Vizepräsidentin des Landfrauenverbandes Obwalden.

Als geeinte Stimme auftreten

Präsident Simon Niederberger hatte in seiner Eröffnungsrede vor rund 120 Mitgliedern und Gästen betont: «Uns ist es ein Anliegen, mit geeinter, starker Stimme aufzutreten, um die politischen Herausforderungen meistern zu können.» Dazu gehörten neben den Landfrauen, der Regierung und den bäuerlichen Kantonsräten auch Nationalrat Karl Vogler und Ständerat Erich Ettlin.

Besonders stark gefordert worden sei der Verband mit der Agrarpolitik AP22+. «Einen Sinn haben wir in der Botschaft dazu nicht gefunden», erklärte der Präsident. «Wir sind der Meinung, dass man an der heutigen Agrarpolitik festhalten soll und dort, wo es Anpassungen braucht, diese auch vornehmen soll. Wir wehren uns aber dagegen», so Niederberger weiter, «dass wieder neue Ökoprogramme eingeführt werden, welche weitere administrative Aufwendungen generieren.»

In Sachen Kulturlandschutz stehen in Obwalden die Projekte Sarneraa Alpnach II und «Umfahrung Kaiserstuhl» im Vordergrund. «Mit diesem Thema sind wir bei Erich Ettlin auf offene Ohren gestossen», sagte Niederberger. Eine Motion «Stopp dem Kulturlandverlust zu Gunsten der Waldfläche» sei eingereicht.

Niederberger erwähnte weiter, dass «die Landwirtschaft bei der Erarbeitung des kantonalen Budgets 2019 nicht ungeschoren davon komme. «Im Sinne der Opfersymmetrie durften wir aber nicht dagegen opponieren.»

Neues Ehrenmitglied erkoren

Die traktandierten Geschäfte – darunter der Jahresbericht des Präsidenten, die Rechnungen und das Tätigkeitsprogramm – wurden einstimmig genehmigt. Geehrt wurden 27 Absolventen einer landwirtschaftlichen Ausbildung. Richard Brücker, Rektor des BWZ Giswil, wurde die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Unter seiner Führung waren rund 1000 Bauern ausgebildet worden. In kurzen Voten stärkten Landammann Christoph Amstad und Ständerat Erich Ettlin den Obwaldner Bauern zudem den Rücken.

Betriebe sollen «keinen Anlass zur Kritik geben»

Steigende Ansprüche der Bevölkerung und der Konsumenten sowie die wachsende Kritik in den Medien an der Landwirtschaft waren Stichworte im Referat von Sandra Helfenstein, Co-Leiterin Kommunikation beim Schweizer Bauernverband. Offenbar seien die Bauernvertreter für gewisse Journalisten in der Politik zu erfolgreich, was Reaktionen auslöse, sagte sie.

Aktuelle Landwirtschafts-Themen wie zum Beispiel die Trinkwasser- oder Pestizidinitiative, die Tierhaltung und Kulturland seien reichlich vorhanden. Zudem lasse sich die Bevölkerung oft durch Meldungen zu sehr verunsichern. Für den Bauernverband sei es wichtig, so die Referentin, «mit sachlicher und origineller Aufklärung rechtzeitig Gegensteuer zu geben». Auch die Bauernbetriebe seien gefordert: «Sie müssen Vorbild sein und möglichst keinen Anlass zur Kritik geben.» – «Zum Beispiel beim Güllen und Misten», ergänzte Präsident Simon Niederberger.

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