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Obwaldner Gemeinden prüfen Zusammenarbeit der Sozialdienste

Die sieben Obwaldner Gemeinden prüfen, ob sie im Sozialwesen enger zusammenarbeiten und eine neue Organisation schaffen wollen. Sie haben eine Projektgruppe eingesetzt, die bis Mitte 2019 in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern Vorschläge machen soll.
Marion Wannemacher
Sozialamt im Gemeindehaus Sarnen. (Archivbild: Obwaldner Zeitung)

Sozialamt im Gemeindehaus Sarnen. (Archivbild: Obwaldner Zeitung)

Die Aufgaben in den Sozialdiensten haben in den vergangenen Jahren zugenommen und sind komplexer geworden. Das merken auch die Fachleute in den Obwaldner Gemeinden. Markus Zahno, Leiter des Sozialdienstes Sarnen, berichtet aus der Praxis: «Auf Kantonsebene und Bundesebene ändern sich die Gesetze. Es ist anspruchsvoll, in allen verschiedenen Bereichen des Sozialdienstes aktuell zu sein.»

Er nennt ein Beispiel aus der wirtschaftlichen Sozialhilfe: «Vor 15 Jahren waren wir selten mit Anwälten konfrontiert.» Heute komme es vor, dass Entscheide nicht akzeptiert und im Beschwerdeverfahren weitergezogen würden. «Beispielsweise im Bereich der beruflichen Integration sind wir mehr gefordert. Für jemanden mit schlechterer Ausbildung noch eine Stelle auf dem Stellenmarkt zu finden, ist schwieriger.» Die Anforderungen an die Mitarbeiter im Sozialdienst seien entsprechend gestiegen. Dasselbe gelte für Berufsbeistände im Kindes- und Erwachsenenschutz.

Evaluation der KESB gab den Ausschlag

Im Zusammenhang mit der Umsetzung des Kinder- und Erwachsenenschutzes kamen die zuständigen Fachleute im Sozialwesen der Gemeinden miteinander ins Gespräch. Dabei haben sie sich Gedanken gemacht, wie man in Zukunft die verschiedenen Aufgaben optimal erfüllen kann, berichtet Markus Zahno. Eine Arbeitsgruppe mit Delegierten aller sieben Gemeinden im Kanton bearbeitet diese Thematik, berichtet der Leiter des Sozialdienstes Sarnen, welcher der Arbeitsgruppe vorsteht. Darin vertreten sind Sozialdienstleiter, Gemeindeschreiber und Berufsbeistände. Sie arbeiten nun bereits seit einigen Monaten an einer Bestandsaufnahme. Derzeit bestehe zwar kein akuter Handlungsbedarf, betont Markus Zahno. Laut einer Medienmitteilung aller Obwaldner Gemeinden haben die Gemeinden aber beschlossen, eine Organisation und die Entwicklung der Sozialdienste sowie eine engere Zusammenarbeit zu prüfen.

Vor allem kleinere Gemeinden hätten demnach eher Probleme, qualifiziertes Personal zu rekrutieren. «Mitarbeiterinnen im Sozialdienst müssen heute über ein sehr breit gefächertes Wissen verfügen», erklärt Roland Bösch, Gemeindeschreiber von Kerns, und zählt die Bereiche auf: «Unter anderem wirtschaftliche Sozialhilfe, Kindes- und Erwachsenenschutz, Schuldensanierung, Alimentenwesen und Pflegekinderwesen.» Auch in Kerns hat man festgestellt, «dass es mehr Menschen mit persönlichen und psychischen Problemen gibt, die bei der Bewältigung des Alltags Unterstützung benötigen», so Bösch.

Bereits Zusammenarbeiten zwischen Gemeinden

«Es macht Sinn, gewisse Aufgaben zu bündeln, damit Fachleute ein Know-how entwickeln können», erklärt Markus Zahno. In bestimmten Bereichen existieren bereits Zusammenarbeiten unter Gemeinden: Das Zivilstandswesen beispielsweise wird von der Sarner Gemeindeverwaltung aus für alle Obwaldner Gemeinden geregelt. Für Giswil, Sachseln und Alpnach übernimmt der Sozialdienst im Kantonshauptort das Alimentenwesen.

Zur Unterstützung hat die Arbeitsgruppe einen externen Berater der Hochschule Luzern, Soziale Arbeit, beigezogen. Donat Knecht vom Institut Sozialmanagement mache auf Schwachstellen und kritische Punkte aufmerksam, führt Markus Zahno aus.

Geprüft wird, ob die Gemeinden eine neue Organisation schaffen wollen. Jede Gemeinde wird jedoch selbst darüber entscheiden, ob sie sich dieser anschliessen werde oder nicht. Für Kerns beispielsweise seien die Kriterien Kundennähe und niederschwelliger Zugang zu den Dienstleistungen wichtig, so Bösch. Bis zum kommenden Jahr sollen den Obwaldner Einwohnergemeinderäten mögliche Modelle vorliegen, die umgesetzt werden könnten. «Ich bin überzeugt, dass es kein Papiertiger sein wird, sondern eine klare Positionierung im Sozialwesen ab 2020, das ist wertvoll», sagt Roland Bösch.

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