Obwaldner Holz liegt im Trend

Der Verband der Waldeigentümer Obwalden verlieh zum ersten Mal die Auszeichnung «us iisem Holz». Gleich zehn Bauherrschaften durften die Ehrentafel entgegennehmen.

Patricia Helfenstein-Burch
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Vreny Schädler Jakober darf als Präsidentin der Korporation Schwendi von Remo von Ah die Auszeichnung entgegen nehmen. (Bild: Patricia Helfenstein-Burch, Alpnach, 21. März 2019)

Vreny Schädler Jakober darf als Präsidentin der Korporation Schwendi von Remo von Ah die Auszeichnung entgegen nehmen. (Bild: Patricia Helfenstein-Burch, Alpnach, 21. März 2019)

Der neue Forstwerkhof Alpnach, eines der ausgezeichneten Objekte, war der ideale Austragungsort für die erste Verleihung der Auszeichnung «us iisem Holz». Erwin Heymann, Präsident von Wald Obwalden (früher Waldwirtschaftsverband Obwalden) begrüsste strahlend zur Premiere: «Mit der Auszeichnung ‹us iisem Holz› wollen wir Bauherrschaften, die ihre Objekte mit Obwaldner Holz bauen, danke sagen».

Der Holzabsatz aus den Obwaldner Wäldern solle damit nachhaltig gefördert werden. Weiter erklärte Heymann: «Ein nicht genutzter, dunkler und engbewachsener Wald ist kein optimaler Wald.» Die Gesundheit des Waldes bedinge eine gute Nutzung, Bewirtschaftung und Durchforstung.

Noch mehr Obwaldner Holz nutzen

Der Kernser Förster Ruedi Egger, der auch für die Holzschnitzelvermarktung von Wald Obwalden zuständig ist, erklärte den Versammelten die verschiedenen Aufgaben des Waldes und der Waldpflege. Die Verjüngung des Waldes sei enorm wichtig. Nur so könne dieser seine verschiedenen Aufgaben wie Schutz vor Steinschlag, Lawinenniedergängen oder Murgängen erfüllen. Ein guter Wald erlange aber auch als Erholungsort immer grössere Beliebtheit.

«Wir bewirtschaften den Wald nachhaltig und naturnah. Das bedeutet, dass nur so viel Holz genutzt werden darf, wie auch nachwächst», erklärte der Förster weiter. Für Obwalden wären das pro Jahr rund 85000 Kubikmeter. Zurzeit würden nur 60000 Kubikmeter genutzt. Das heisst, dass also noch genügend Kapazität vorhanden wäre. «Es wird in Obwalden viel mit Holz gebaut, leider kommt aber auch viel Rohmaterial von auswärts», bedauerte Egger. Der Rundholzpreis in der Schweiz sei tiefer als im Ausland. Höhere Löhne, grössere Lager- und Transportkosten sowie schärfere gesetzliche Bestimmungen würden dann den Endpreis aber höher ausfallen lassen, als er für Produkte vom Ausland bezahlt werden müsse.

«Nichtsdestotrotz, wir haben Holz und wir sollten weiterhin die Holz- und Holzverarbeitungsindustrie im eigenen Land stärken», appellierte Egger schliesslich an die Anwesenden. Es dürfe nicht soweit kommen, dass das Rundholz aus der Schweiz in Sägereien im Ausland verarbeitet und dann wieder zurück transportiert werden müsse, weil die heimischen Sägereien ihre Betriebe schliessen mussten.

Holzindustrie muss gestärkt werden

Die Anwesenden würden aber gleichwohl beweisen, dass man trotz Preisdruck mit Obwaldner Holz bauen könne. Die ausgezeichneten Objekte seien eine wahre Freude. Anschliessend überreichten Christian Rohrer und Remo von Ah im Namen von Wald Obwalden allen Ausgezeichneten eine Dankestafel mit der Aufschrift «entstande us iisem Holz, mier dankid». Der Giswiler Forstpräsident Remo von Ah durfte selber auch eine Tafel entgegennehmen, für den Ersatzbau eines Einfamilienhauses in Giswil.

Die Auszeichnung «us iisem Holz» wird in den folgenden Jahren immer am 21. März, dem Tag des Waldes, durchgeführt. Antragsformulare sind bei der Geschäftsstelle von Wald Obwalden erhältlich, Telefon 041 661 00 22, info@waldobwalden.ch

Das sind die Ausgezeichneten

Korporation Alpnach, Neubau Forstwerkhof Alpnach; Korporation Giswil, Heizwerk Holzenergie Gorgen; Korporation Schwendi, Neubau Alpstall Stafelschwand; Patricia und Alois Britschgi, Giswil, Neubau Einfamilienhaus; Stefan Küng, Alpnach, Mondhaus Alpnach; Annemarie und Erwin Spichtig, Sachseln, Neubau Wohnhaus; Marcel Stierli, Giswil, Neubau Wohn- und Geschäftshaus; Einwohnergemeinde Giswil, Neubau Kindergarten Schule Giswil; Remo von Ah, Giswil, Ersatzbau Einfamilienhaus; Peter Vogler, Flüeli-Ranft, Neubau Legehennenaufzuchtstall.