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Obwaldner Kandidaten stellen sich Diskussion

Die drei Bewerber und die zwei Bewerberinnen für den Nationalrat haben in Sarnen über diverse Themen diskutiert.
Monika Rüegger, Marco De Col, Moderator Joel Michel, Peter Krummenacher, Luke Gasser und Mirjam Hostetmann (von links) diskutierten intensiv. (Bild: PD)

Monika Rüegger, Marco De Col, Moderator Joel Michel, Peter Krummenacher, Luke Gasser und Mirjam Hostetmann (von links) diskutierten intensiv. (Bild: PD)

(mst) Fünf Personen kämpfen um den Obwaldner Nationalratssitz, der am 20. Oktober vergeben wird. Am vergangenen Montag fand hierzu ein Podium im Restaurant Metzgern in Sarnen statt – organisiert von den Kantonalparteien der Juso, Jungen CVP und der Jungen SVP, wie sie in einem Schreiben mitteilen. Severin Wallimann, Präsident der JSVP, begrüsste gut 100 Zuhörer zum Podium. Die Gesprächsleitung übernahm der parteilose Student Joel Michel.

Zu Beginn stellten sich die fünf Kandidaten vor. Mirjam Hostetmann, Präsidentin der Juso Obwalden und jüngste Kandidatin, betonte, dass sie jungen Leuten eine Stimme geben möchte. Luke Gasser, der als Parteiloser antritt, sprach sich dafür aus, über die grossen Themen zu sprechen, welche in der politischen Tagesordnung allzu oft untergehen würden. Peter Krummenacher, der von einem überparteilichen Komitee nominiert wurde und Mitglied der CVP ist, sagte, dass er aus einer politischen Familie stammt und bereits in einigen Kommissionen mitgewirkt hat. FDP-Kandidat Marco De Col sagte, er wolle Obwalden vorwärtsbringen und verwies auf seine Erfahrung als Gemeinderat. Monika Rüegger, Kandidatin der SVP, betonte ihre langjährige Erfahrung als Kantonsrätin, Schulrätin und Kantonalparteipräsidentin sowie ihr «Gespür» für die Anliegen der Obwaldner Bevölkerung.

AHV, Vaterschaftsurlaub und Aussenpolitik

Lanciert wurde die Diskussion danach mit dem Thema der Altersvorsorge. Was unternehmen die Kandidaten, um die AHV langfristig zu sichern? Einigkeit herrschte laut der Mitteilung der Organisatoren darüber, dass die zwei Milliarden Franken, welche nach der Annahme der Steuerreform und AHV-Finanzierung jährlich in die AHV fliessen, das Problem nicht lösen. Luke Gasser sprach sich für eine Finanztransaktionssteuer als neue Einnahmequelle aus. Mirjam Hostetmann blies mit der Forderung einer höheren Kapitalsteuer ins selbe Horn und bewarb die 99-Prozent-Initiative der Juso. Marco De Col sah die Lösung hingegen eher in einer Robotersteuer. Peter Krummenacher sprach sich gegen eine Erhöhung der Lohnprozente und stattdessen für einen Beitrag aus der Mehrwertsteuer aus. Dies stiess bei Monika Rüegger auf wenig Gegenliebe, die Mehrwertsteuer könne und dürfe nicht immer für jedes Problem angezapft werden. Sie rief in Erinnerung, dass das Rentenalter der Männer seit der Einführung der AHV im Jahr 1948 noch nie erhöht wurde, obwohl die Lebenserwartung in diesem Zeitraum um 15 Jahre anstieg. Sie sprach sich damit für eine Anpassung des Rentenalters aus. Diese Forderung unterstützten auch alle Mitbewerber mit Ausnahme von Mirjam Hostetmann.

Neben Familienpolitik, bei der vor allem der Vaterschaftsurlaub diskutiert wurde, und der Sicherheitspolitik, wo die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge sowie die Einschränkung des Zugangs zum Zivildienst zu reden gab, sorgte auch das Thema Aussenpolitik für eine hitzige Debatte: Konkret wurden die Kandidaten gefragt, was sie von einem Rahmenabkommen mit der EU halten. Während Marco De Col die Wichtigkeit von guten Beziehungen mit dem Handelspartner EU unterstrich, betonte Monika Rüegger, dass aus ihrer Sicht vor allem die Unabhängigkeit der Schweiz wichtig sei. Diese Unabhängigkeit sieht Monika Rüegger mit einem Rahmenvertrag in Gefahr, weil im Streitfall der Europäische Gerichtshof über die Schweiz urteilen würde. Diese Gefahr sah Peter Krummenacher nicht gegeben, da im Streitfall ein unabhängiges Schiedsgericht, gestützt auf die Auslegung durch den Europäischen Gerichtshof entscheide, soweit Fragen des EU-Rechts betroffen sind.

Luke Gasser verglich die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU mit einem Computersystem, wo man immer wieder gezwungen ist, ein neues Update zu installieren. Er warnte davor, dass damit in Zukunft ein EU-Beitritt die attraktivere Lösung sein könnte, weil man dann wenigstens mitreden könne». Einen solchen EU-Beitritt wolle er jedoch nicht.

Auslegeordnung beim CO2-Ausstoss gewünscht

Ebenfalls für viel Gesprächsstoff sorgte das Thema Klimaschutz. Mirjam Hostetmann sah die Verantwortung bei den grossen Unternehmen. Luke Gasser ortete hingegen bei der Globalisierung einen Hauptgrund für die Klimaerwärmung und sprach sich dafür aus, bei Freihandelsabkommen einzelne Produkte auszuklammern, um den internationalen Warenverkehr zu reduzieren. Peter Krummenacher wünschte sich eine Auslegeordnung bezüglich des CO2-Ausstosses und das bei den grossen Verursachern Massnahmen ergriffen werden. Marco De Col betonte, dass jeder mit seinem Verhalten bereits viel erreichen könne. Er plädierte für Eigenverantwortung.

Nach zwei Stunden ging die Podiumsdiskussion zu Ende. Die Organisatoren zeigen sich in der Mitteilung angesichts der vielen auch jungen Zuhörer sehr zufrieden. Man habe eine faire und ausgewogene Diskussion erleben dürfen.

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