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Obwaldner Kantonsrat sagt klar Ja zum Kernmattbach-Kredit

Um das Sarner Industriegebiet Kernmatt zu schützen, sprach der Kantonsrat 1,5 Millionen.
Franziska Herger
Am Kernmattbach (hier bei der alten Teiggi in Kerns) braucht es Hochwasserschutz-Massnahmen. (Archivbild: Robert Hess)

Am Kernmattbach (hier bei der alten Teiggi in Kerns) braucht es Hochwasserschutz-Massnahmen. (Archivbild: Robert Hess)

Die 1,5 Millionen, mit denen sich der Kanton am Hochwasserschutzprojekt Kernmattbach beteiligen will, waren am Donnerstag im Kantonsrat unbestritten. Dass die Massnahmen nötig seien, liege auf der Hand, fanden mehrere Fraktionssprecher.

Reicht doch ein Unwetter, wie es alle drei bis fünf Jahre vorkommt, damit der Kernmattbach über die Ufer tritt. Das Schutzziel für ein Industriegebiet wie das Sarner Kernmattgebiet liegt aber bei einem 100-jährlichen Ereignis. Um dieses Schutzdefizit zu beseitigen, soll künftig ein Schacht im Kernser Gebiet Laufholz Wasser vom Kernmattbach in den neuen Hochwasserentlastungsstollen Ost aus dem Hochwasserschutzprojekt Sarneraatal leiten.

Das Kernmattbach-Projekt kostet 7,1 Millionen Franken. Der Bund beteiligt sich mit dem Höchstsatz von 65 Prozent, der Kantonsanteil beträgt 21,5 Prozent. Die restlichen Kosten trägt die Gemeinde Sarnen als Hauptnutzniesserin. Kantonsrat und Gemeindevizepräsident Peter Seiler (SVP) schickte einen Dank nach Kerns: «Wir dürfen zu unserem Schutz auf eurem Boden bauen. Schön, wenn man solche Nachbarn hat.»

Planungskosten werfen Fragen auf

Der Kredit wurde einstimmig angenommen. Zu Fragen Anlass gab es trotzdem. So fand etwa Mike Bacher (Engelberg) für die CVP-Fraktion, die Kosten von einer Million Franken für Planung und Bauleitung seien auffällig. «Das sind 20 Prozent der Bauarbeitskosten. Solche Beträge würden in der Privatwirtschaft Fragen aufwerfen.»

Man werde sich an vergleichbare Bauleitungskosten gewöhnen müssen, entgegnete Baudirektor Josef Hess. «Wir planen nicht mehr auf der grünen Wiese, es sind Anstösser zu berücksichtigen und Varianten zu studieren. Die Ansprüche an Projekte sind gestiegen.» Der Wirbelfallschacht im vorliegenden Fall sei zudem «kein 08/15-Bauwerk», sondern brauche detaillierte technische Abklärungen.

Hubert Schumacher (SVP, Sarnen) betonte, man solle auch künftig sicherstellen, dass vor dem Wichelsee Ereignisdienste tätig sein könnten, etwa für eine Ölsperre. Josef Hess versicherte, es werde eine Notfallplanung geben. Peter Abächerli (SVP, Giswil) monierte, die ökologischen Begleitmassnahmen bei den Hochwasserschutzprojekten verschlängen «Unmengen von Boden, oft landwirtschaftliches Kulturland, und kosten viel Geld. Können wir uns diesen Luxus noch leisten?».

Die Massnahmen seien eine Subventionsbedingung des Bundes, meinte der Baudirektor. «Ökologisch aufgewertete Gewässerabschnitte sind zudem im Unterhalt nicht teurer als andere.» Baustart ist voraussichtlich im Jahr 2021.

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