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Obwaldner Oberstaatsanwältin Esther Omlin tritt zurück

Nach 15 Jahren in der Staatsanwaltschaft zieht sich Oberstaatsanwältin Esther Omlin Ende Juni von ihrem Posten zurück. Die laufenden Verfahren gegen ihre Person sollen mit dem Entscheid nichts zu tun haben.
Philipp Unterschütz
Esther Omlin war während acht Jahren Oberstaatsanwältin. (Bild: Corinne Glanzmann, Sarnen, 28. Mai 2018)

Esther Omlin war während acht Jahren Oberstaatsanwältin. (Bild: Corinne Glanzmann, Sarnen, 28. Mai 2018)

Der Präsident der Rechtspflegekommission und der Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartements hätten den Rücktritt entgegengenommen und konzentrierten sich auf die Wiederbesetzung der Oberstaatsanwaltschaft. Dies schreibt der Kanton in einer Medienmitteilung, mit der am Montag gemeldet wurde, dass Oberstaatsanwältin Esther Omlin auf Ende des Amtsjahres Ende Juni von ihrem Posten zurücktrete. Nach 15 Amtsjahren bei der Staatsanwaltschaft Obwalden, davon achteinhalb Jahre als Oberstaatsanwältin, werde sie «eine amtliche Funktion ausserhalb des Kantons Obwalden übernehmen».

Wie Landammann Christoph Amstad, der Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartements bestätigt, hätten wohl auch unterschiedliche Auffassungen zu Arbeitsprozessen innerhalb der Staatsanwaltschaft zu ihrem Entscheid beigetragen. «Die Unstimmigkeiten im Team waren seit Längerem bekannt. Es ging unter anderem um die Ressourcenknappheit.» Positiv auf die Stimmung habe sich die externe Unterstützung durch einen Organisationsberater ausgewirkt. Dieser Prozess sei aber noch nicht abgeschlossen.

Stellvertreter Schöni übernimmt ad interim

Esther Omlin war seit einiger Zeit unter Beschuss. So ist seit vergangenem Sommer eine Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs gegen sie hängig. Diese soll sogar aus den eigenen Reihen stammen. Dann ging auch noch eine Aufsichtsbeschwerde ein, die mittlerweile vom Obergericht abgeschlossen wurde und nun von der Rechtspflegekommission analysiert wird.

Ob das Ergebnis Esther Omlin zur Kündigung veranlasst habe, kann Christoph Amstad nicht sagen. Esther Omlin verneint einen Zusammenhang mit den Verfahren (siehe unten).

Laut Christoph Amstad wird nun mit Hochdruck daran gearbeitet, die Stelle wieder zu besetzen. «Im Dezember wollen wir dem Kantonsrat als Wahlgremium einen Vorschlag machen.» Bis dahin hoffe man, mit Erhöhungen der Teilpensen der Staatsanwälte über die Runden zu kommen. In der Übergangsphase übernimmt der stellvertretende Oberstaatsanwalt Bernhard Schöni ad interim die Leitung der Staatsanwaltschaft.

Esther Omlin: «15 Jahre sind genug»

Ende Juni räumt Oberstaatsanwältin Esther Omlin ihr Büro. Sie dementiert, wegen der laufenden Verfahren gegen sie den Rücktritt eingereicht zu haben.

Warum treten Sie zurück?
Esther Omlin: Ich habe sehr schöne, aber auch schwierige Zeiten in meinem Amt erlebt. 15 Jahre sind für mich genug. Ich habe die Chance, eine neue Funktion zu übernehmen, die ich ergreifen will. Auch familiäre Gründe spielten eine wichtige Rolle. Allerdings wird mir die gute Zusammenarbeit mit unserer Polizei an der Front schon sehr fehlen.

Und welche Rolle spielen die noch laufenden Verfahren gegen Sie wie die Strafanzeige aus den eigenen Reihen oder die Aufsichtsbeschwerde?
Solche Verfahren erschweren zwar die Arbeit, waren aber nicht ausschlaggebend für meinen Entscheid. Anzeigen gegen die Staatsanwaltschaft kommen recht häufig vor. Nur ein Schuldspruch wäre schlimm.

Es ist also nicht so, dass Sie mit Ihrer Kündigung einem für Sie ungünstigen Ergebnis der Aufsichtsbeschwerde vorgreifen?
Nein. Ich habe den Entschluss, aufzuhören, schon vor längerer Zeit gefasst und den Wunsch auch gegenüber den Aufsichtsbehörden mehrfach geäussert. Nun hat sich die Chance ergeben.

Inwiefern gab es unterschiedliche Auffassungen zu Arbeitsprozessen?
In einer kleinen Staatsanwaltschaft geht es dabei immer um den Umgang mit der Ressourcenknappheit sowie die Informationspolitik.

Im Amtsbericht über die Rechtspflege wurde auch der Pendenzenstapel gerügt.
Die Pendenzen-Diskussion gab es schon, seit ich 2004 als Entlastung zur Staatsanwaltschaft kam. Die ganzen 15 Jahre standen wir unter Pendenzendruck.

Was machen Sie denn in Zukunft?
Das kann ich noch nicht sagen, weil die Verträge noch nicht unterschrieben sind. Ich steige aus der Strafverfolgung mit Frontarbeit aus, bleibe aber im Bereich Strafrecht tätig, allerdings nicht mehr in der Zentralschweiz. (unp)

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