Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Obwaldner Radwegkonzept tritt an Ort

«Wege» heisst eine Sonderausstellung im Museum Bruder Klaus. Sie war Anlass zu einem Fach-Gespräch über das Erreichte, das Geplante und die Visionen im Obwaldner Verkehr.
Robert Hess
Da und dort ist sicheres und vergnügtes Velofahren auch ohne Radwegkonzept möglich. Beispielsweise im Gebiet Städerried und Flugplatz Alpnach.(Bild Robert Hess, 9. August 2017)

Da und dort ist sicheres und vergnügtes Velofahren auch ohne Radwegkonzept möglich. Beispielsweise im Gebiet Städerried und Flugplatz Alpnach.(Bild Robert Hess, 9. August 2017)

«Wege bewegen. Sie ermöglichen Zugänge zur Landschaft und verändern diese. Sie regen Diskussionen an, führen zu Streit, werden erforscht, vergessen und manchmal bewusst verlassen», schreibt der Verein «Kulturlandschaft – Landschaft und Kultur in Obwalden». Diese Worte begleiten die Ausstellung «Wege» im Museum Bruder Klaus Sachseln, die noch bis zum 1. November 2019 dauert.

Rund 50 Personen fanden sich am Mittwochabend im Museum Bruder Klaus zu einem Gespräch über die «Wege» und Probleme der zunehmenden Mobilität und des wachsenden privaten und öffentlichen Verkehrs ein. Museumsleiterin Carmen Kiser führte das Gespräch mit Baudirektor Josef Hess, Verkehrsplaner und Architekt Harald Woermann sowie Monika Küng, Co-Präsidentin von «Pro Velo Unterwalden».

Radwegkonzept schon seit Jahren gefordert

«A8 – auf vier Spuren durch den Lopper oder mit dem E-Bike nach Lungern?», stellte die Gesprächsleiterin Fragen in den Raum. Und: «Es braucht Lösungen für den Pendler- und Freizeitverkehr!» Einige Probleme würde die Realisierung des Radwegkonzeptes lösen, das «inzwischen 23-jährig geworden ist», wie Monika Küng feststellte. «Seit meinem ersten Vorstoss im Kantonsrat zur Erstellung eines Radwegkonzeptes sind sogar 32 Jahre vergangen», korrigierte der damalige Kantonsrat Harald Woermann das Alter nach oben. Klar könne man mit dem Velo auf den Strassen und teilweise auf den Trottoirs fahren, doch sei dies nicht die Lösung, meinte Monika Küng, «es muss einfach etwas geschehen und ich werde mich immer wieder bemerkbar machen, um die Sicherheit der Velofahrer zu verbessern.» Derzeit steht die Strecke Sarnen-Kerns im Vordergrund.

Landstatthalter Josef Hess ist nicht der erste Baudirektor, der sich mit dem Problem befassen muss. Er hofft, «in drei, vier Jahren» weiter zu sein. Nach dem eben fertig erstellten Richtplan, müsse ein Gesamtverkehrskonzept erarbeitet werden. «Eines der ganz grossen Probleme des Radwegkonzeptes ist der Landerwerb», gab Sepp Hess auf eine Publikumsfrage zu bedenken.

Kein weiterer Ausbau am Brünig

Besser bewältigt wurde in den vergangenen Jahrzehnten der «schnelle» Verkehr. Die Dorfumfahrungen seien vollendet, so der Baudirektor, er hoffe nun auf eine rasche Realisierung des Vollanschlusses Alpnach Süd und des Kaiserstuhltunnels. Wie in Alpnach geplant, solle der Verkehr in den Dörfern beruhigt werden.

«Die Nationalstrasse durch den Kanton Obwalden ist gebaut», ergänzte Verkehrsplaner Woermann. «Südlich von Lungern muss nichts mehr geschehen, es besteht kein Bedarf, den Brünigpass zum Beispiel mit einem Tunnel auszubauen.» Der Bund und die Kantone Obwalden und Bern seien sich darin einig. Würde der Brünigpass weiter ausgebaut, müsste durch den damit steigenden Durchgangsverkehr mit einer massiven Erhöhung der heutigen Frequenzen von 7500 Fahrzeugen auf dem Brünig gerechnet werden. Und dies hätte auch Auswirkungen auf das Sarneraatal. Dazu gehöre auch der regelmässige Rückstau am Lopper, verursacht durch den Engpass Luzern-Horw.

Gute Noten für den öffentlichen Verkehr

Einig war man sich, dass der öffentliche Verkehr im Kanton Obwalden sehr gut ausgebaut sei. «Und Projekte für weitere Verbesserungen sind bei der Zentralbahn vorhanden», meinte Woermann. So soll Engelberg bis 2030 im Halbstundentakt durch einen Schnellzug erschlossen sein. Aus dem Publikum wurden Anregungen zu Verbesserung der Busverbindungen laut. Dies wäre laut Josef Hess möglich, doch sei dieser Betrieb derzeit bereits mit sehr hohen Kosten verbunden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.