OBWALDNER REGIERUNG: SP und SVP schielen auf Hofers Sitz

Hans Hofer verabschiedet sich just zum 65. Geburtstag aus der Regierung. Es allen recht machen zu können, sei nicht sein Ziel gewesen.

Drucken
Teilen
Der Obwaldner Regierungsrat Hans Hofer tritt auf Ende Juni 2009 von seinem Amt zurück. (Bild Corinne Glanzmann/Neue OZ)

Der Obwaldner Regierungsrat Hans Hofer tritt auf Ende Juni 2009 von seinem Amt zurück. (Bild Corinne Glanzmann/Neue OZ)

Hans Hofer geht als Obwaldner Regierungsrat besonders in die Geschichte ein: als erstes Mitglied seit 1942, das mehr als 16 Jahre im Amt war. Damals führte das Volk eine Amtszeitbeschrän­kung für Politiker ein. Für Regierungsräte wurde sie 2001 abgeschafft. 

Sein am Dienstag gemeldeter Rücktritt erfolgt nun am Ende des 19. Amtsjahres. Und das an einem speziellen Tag: Seine Amtszeit dauert bis 30. Juni 2009; einen Tag später, am 1. Juli, wird er 65 Jahre alt. 

Der Eintritt ins Pensionsalter ist der Grund, dass er jetzt seinen Rücktritt ankündigt. «Wir haben seinerzeit ein Vollamt für die Regierung eingeführt, demnach war Regierungsrat seither mein Beruf.» In seinem Alter früher auszusteigen und einen neuen Job zu suchen, wäre kaum einfach gewesen, räumt er ein. Dennoch möchte er nicht hören, er habe den Job abgesessen: «Es ist viel gelaufen in der Vergangenheit, und es ist auch noch einiges für meinen Nachfolger vorbereitet.»

CSP: Auf keinen Fall kampflos
«Dieses Departement geben wir auf keinen Fall kampflos auf, weil wir grosse Ressourcen an Leuten mit Erfahrungen im Bildungs- und Kulturbereich haben», sagte gestern Co-Kantonalpräsident Walter Wyrsch. Das Bildungsdepartement sei seit Jahrzehnten in CSP-Hand, und das solle so bleiben. «Wir treten mit hundertprozentiger Sicherheit an.» Mit wem, darüber will er sich nichts entlocken lassen: «Zu Personen sage ich nichts, auch was mich betrifft, nicht.» Es liege an den Ortsparteien zu nominieren.

SVP meldet Interesse an
Prinzipiell Interesse an einem Regierungssitz hat «nicht zuletzt nach den letzten Nationalratswahlen» auch die SVP wieder, wie Kantonalpräsident Albert Sigrist sagt. Ob er selber erneut antritt, «kann und will ich heute noch nicht sagen». 

SP will «grundsätzlich»
«Wir wollen grundsätzlich kandidieren», sagt auch SP-Kantonalpräsident Beat von Wyl. Er erinnert daran, dass Donat Knecht 2002 bei der Kandidatur gegen Albert Sigrist und fünf Bisherige ein gutes Resultat machte. Er lag nur 1000 Stimmen unter dem absoluten Mehr und weitere 1000 Stimmen vor Sigrist. Dennoch sagt von Wyl: «Wir müssen erst die personelle Frage klären. Ohne geeignete Kandidatur treten wir nicht an.» Er selber will sich eine Kandidatur aufgrund der langjährigen politischen Erfahrung «sicher überlegen».

Markus von Rotz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Obwaldner Zeitung.