Obwaldner Regierungsratswahl: Historischer Tag für die SVP

Redaktionsleiter Markus von Rotz zum zweiten Wahlgang der Obwaldner Regierungsratswahl, welcher der SVP einen Sitz in der Exekutive verschafft hat.

Markus von Rotz
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Dass die SVP in Obwalden mit Daniel Wyler einen Sitz in der Regierung holt, darf sicher als historisch bezeichnet werden. Hätte diese Partei nicht 2016 in Uri ihren Sitz verloren, wäre sie nun in allen Zentralschweizer Regierungen vertreten. Seit Gründung im Jahr 1999 brauchte es in Obwalden dafür fünf Anläufe. In Nidwalden schaffte das die im gleichen Jahr gegründete SVP vor zehn Jahren. Die Obwaldner Sektion ist allerdings nicht unschuldig: Mit der Initiative zur Verkleinerung der Regierung auf fünf Köpfe (seit 2002) hat sie ihre Chancen selber geschmälert.

Trotz einer grossen Aufholjagd gegenüber dem ersten Wahlgang schaffte es CVP-Kandidat Michael Siegrist um 29 Stimmen nicht, zu verhindern, dass seine Partei erstmals nur noch einen Regierungsrat stellt. Er konnte trotz einer 14 Prozent tieferen Wahlbetei­ligung als am 4. März über 350 Stimmen zulegen – mehr als der am Sonntag Erstplatzierte Christian Schäli (CSP) –, während Wyler über 800 Stimmen verlor.

Ob der erstmalige Schulterschluss mit der FDP der SVP geholfen hat, ist eher zu bezweifeln. In den Gemeinden mit der gemäss den jüngsten Kantonsratswahlen höchsten Parteistärke der FDP haben Siegrist und Schäli mehrheitlich prozentual klar stärker zugelegt als Wyler.

Die SVP ist ab Juli nun auch in die Regierungsverantwortung eingebunden, was sie seit Jahren gefordert hat. Die aktuell grösste Herausforderung für den Kanton ist das 40-Millionen-Franken-Sparpaket, das nicht ohne Steuererhöhung zu schaffen sein wird. Die SVP hat dafür bisher wenig Verständnis gezeigt. Das Geschäft wird ein erster Gradmesser sein, wie stark sie gewillt ist, ihren neuen Auftrag ernst zu nehmen.

Markus von Rotz

markus.vonrotz@obwaldnerzeitung.ch