Obwaldner Segelflieger begrüssen Umnutzungsentscheid

Die Flottenpolitik stand im Zentrum der Generalversammlung der Segelfluggruppe Obwalden. Nun ist klar: Die Flotte wird mit Doppelsitzern erneuert.

Robert Hess
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An der GV der Segelfluggruppe Obwalden geehrt: Cheffluglehrer Thomas Bächler (links) als OLC-Champion 2019 und Obmann Peter Steinmann.

An der GV der Segelfluggruppe Obwalden geehrt: Cheffluglehrer Thomas Bächler (links) als OLC-Champion 2019 und Obmann Peter Steinmann.

Bild Robert Hess
(Kägiswil, 5. September 2020)

Wäre die ordentliche Generalversammlung der Segelfluggruppe Obwalden (SGOW) nicht wegen der Coronamassnahmen vom 14. März auf den vergangenen Samstag verschoben worden, hätte Obmann Peter Steinmann die Nachricht aus Bundesbern an der GV noch nicht «als sehr positiv» kommentieren können. Mit dem Bundesratsentscheid vom 2. September wurde nun aber Tatsache, dass der ehemalige Militärflugplatz Kägiswil und Heimat der Segelflieger endgültig in einen zivilen Flugplatz umgenutzt werden soll.

Der Bundesrat hat das entsprechende Objektblatt für das Flugfeld Kägiswil im Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) genehmigt (wir berichteten). Ruedi Waser, der Präsident der Flugplatzgenossenschaft Obwalden, kommentierte den Bundesratsentscheid an der GV im Restaurant Adler in Kägiswil «mit Genugtuung», doch das ganze Umnutzungsverfahren «erfordert noch sehr viel Arbeit».

Vorstandswahl und Flottenpolitik

Die ordentlichen Traktanden der nachgeholten GV wurden einstimmig verabschiedet. Für eine weitere Amtsdauer von zwei Jahren wurden Kassier Daniel Hirschi und Aktuarin Stefanie Hautle bestätigt.

Einiges zu reden gab die Flottenpolitik. Vollzogen werden konnte ein Beschluss der GV 2019 zum Verkauf des Doppelsitzers «Duo Discus HB-3438». Inklusive Anhänger erzielte er einen «guten Preis von rund 125'000 Franken», erklärte Obmann Peter Steinmann im Jahresbericht. Verkauft werden soll auch der «Twin II», der vorwiegend für die Schulung benützt wird. Als Ersatz und gleichzeitig als Erneuerung der Flotte genehmigte die Versammlung nach längerer Diskussion den Kauf eines modernen Doppelsitzers «DG-1001» aus deutscher Produktion für Schulung und Leistung. Je nach Verkaufserfolg des «Twin II» wird das Flugzeug inklusive Anhänger netto etwa 160'000 Franken kosten. Die Lieferfrist beträgt rund zwei Jahre.

682 Stunden in der Luft

Die Segelfluggruppe Obwalden besteht per 2020 aus insgesamt 30 fliegenden Aktivmitgliedern inklusive 5 Schülern. Dazu kommen 25 Alt-Aktivmitglieder. Laut Cheffluglehrer Thomas Bächler absolvierten die acht Segelflugzeuge im vergangenen Jahr total 523 Starts und waren während 682 Stunden in der Luft. Im Vorjahr waren es 894 Stunden.

Vorstandsmitglied Guido Müller konnte Cheffluglehrer Thomas Bächler und Obmann Peter Steinmann für besondere fliegerische Leistungen ehren. Steinmann gelang auf der Strecke Kägiswil–Chamonix–Münster–Saanen–Rossberg–Kägiswil mit 606 Kilometern der längste Streckenflug. Bächler holte sich den Wanderpokal eines OLC-Champions, einer Disziplin, in welcher die sechs längsten Flüge gewertet werden.

Längster Flug ab Kägiswil

Die Generalversammlung war durch ein spannendes Referat von Yves Gerster zum Thema Föhnfliegen eingeleitet worden. Dem 30-jährigen Piloten war am 23. November 2019 mit Föhnunterstützung in 8 Stunden und 40 Minuten auf einer Strecke von 1148 Kilometer der bisher längste Flug ab Kägiswil gelungen.

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