Obwaldner sollen über Majorz abstimmen

Die Junge CVP Obwalden lanciert die Volksinitiative «Einführung des Majorz für die Wahl des Obwaldner Kantonsrats». Die Bevölkerung soll entscheiden, ob sie den Kantonsrat im Majorz wählen will.

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Eröffnungssitzung des neu gewählten Kantonsrates im Juni 2010. (Bild: Archiv Neue OZ)

Eröffnungssitzung des neu gewählten Kantonsrates im Juni 2010. (Bild: Archiv Neue OZ)

Das Bundesgericht hat dem Kanton Nidwalden in einem Urteil verboten, Behörden nach dem Proporz-Verfahren zu wählen. Obwalden hat das gleiche Wahlsystem. Deshalb will die Junge CVP Obwalden die Bevölkerung entscheiden lassen, Wahlen nach dem Majorz durchzuführen, wie die Partei mitteilte.

Proporz zu kompliziert für Stimmbürger

Das Majorz-System sei in Obwalden weit verbreitet. Nur der Kantonsrat wird seit 1986 im Proporz-Verfahren gewählt. Wie die Partei in der Mitteilung weiter schreibt, fänden sich die Stimmbürger mit diesem komplizierten System nicht zurecht. Viele Listen seien «nutzlos», weil die Parteistimme fehlt.

Person und nicht Partei im Vordergrund

In einem überschaubaren Kanton wie Obwalden solle die Person und nicht die Partei im Vordergrund stehen, wie die Junge CVP ergänzt. Offensichtlich sei es der Wunsch der Obwaldner, den Kantonsrat mit bewährten Leuten aus verschiedenen Parteien zu besetzen.

pd/ks

Unterschied Majorz - Proporz

Majorz
Bei diesem Wahlverfahren wählen die Bürger Personen. Wer am meisten Stimmen hat, ist gewählt.

Proporz
Bei diesem System wählen die Bürger Parteien. Wer am meisten Parteistimmen hat, ist gewählt. Die Parteistimmen setzen sich aus den Kandidatenstimmen und den Zusatzstimmen zusammen. Als Kandidatenstimmen zählen alle Stimmen, welche für Kandidaten der jeweiligen Partei abgegeben wurden.