Obwaldner Sportpreis 2022
Ehrung für Telemark-Spitzensportler Stefan Matter

Der Obwaldner Sportpreis ehrt seit 2003 besondere Leistungen und Verdienste im Sport. Die Preisverleihung obliegt dem Direktor des Bildungs- und Kulturdepartements Obwalden und ist mit 5000 Franken dotiert.

Veronika Rojek Jetzt kommentieren
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Der Telemarker Stefan Matter (Mitte) nimmt die Urkunde zum Obwaldner Sportpreis in Empfang. Zuvor hatte Hanspeter Birchler, Disziplinenchef Telemark bei Swiss-Ski (links), eine Laudatio auf den 35-jährigen Engelberger gehalten. Rechts der Obwaldner Regierungsrat Christian Schäli.

Der Telemarker Stefan Matter (Mitte) nimmt die Urkunde zum Obwaldner Sportpreis in Empfang. Zuvor hatte Hanspeter Birchler, Disziplinenchef Telemark bei Swiss-Ski (links), eine Laudatio auf den 35-jährigen Engelberger gehalten. Rechts der Obwaldner Regierungsrat Christian Schäli.

Bild: PD

Für den Obwaldner Sportpreis wurden von der Sportkommission in der Vergangenheit nicht nur Athleten, sondern auch Vereine oder Event-Organisatoren vorgeschlagen, die ihren Beitrag durch langjährigen Einsatz oder hervorragende Jugendarbeit geleistet haben. Bereits im Dezember letzten Jahres wurde der Sportpreis 2021 an den Engelberger Stefan Matter (35) verliehen. Die offizielle Preisübergabe fand erst vergangenen Samstag im Hotel Bellevue-Terminus im Rahmen eines festlichen Banketts statt. Unter den Gästen fanden sich Freunde und Familie von Stefan Matter sowie Funktionäre der Sportkommission und des Departements ein.

Seit vielen Jahren ist Stefan Matter erfolgreich im Wintersport engagiert und hat bereits an über hundert Wettkämpfen teilgenommen. Dabei kann er eine beeindruckende Top-Ten-Quote von 83 Prozent in der Disziplin Telemark vorweisen. Er konnte sich auch bereits viermal als Erstplatzierter im Weltcup feiern lassen und hat somit schon den Weltmeisterstatus in zwei von drei Telemark-Disziplinen in der Tasche; in Sprint und Classic.

«Wenn ein Mensch grossartige Leistung erbringt, dann sollte man ihn ehren. Wenn dahinter noch ein grossartiger Mensch steht, dann muss man ihn ehren», eröffnete Swiss-Ski-Disziplinchef Hanspeter Birchler seine Laudatio. In der Saison 2021 hätten Matter und er bereits die dritte Disziplin, Parallel-Sprint, ins Auge gefasst, jedoch musste der Ausnahmeathlet aufgrund einer Verletzung aussetzen. Aus der Rede wurde schnell klar, dass Stefan Matter seine Zwangspause durch unermüdlichen Einsatz in organisatorischen Komitees von Sportanlässen weiterhin komplett in den Dienst des Telemarks gestellt hatte und ihm unter anderem ein erfolgreiches Weltcup-Programm in Melchsee-Frutt zu verdanken sei.

Preisverleihung durch Regierungsrat Schäli

Die Übergabe des Sportpreises erfolgte durch Regierungsrat Christian Schäli. Dieser bezeichnete das Telemarken als Allround-Sportart, die die Disziplinen Skifahren, Langlaufen und Springen in einer vereine. Entsprechend sehe Schäli den Empfänger des Sportpreises auch als Allrounder, also «eine wendige, vielseitig interessierte Person, die Kenntnisse und Fähigkeiten auf zahlreichen Gebieten besitzt und diese auch anwendet – ein Alleskönner». Derzeit sei Telemark jedoch noch eine Nische im Wintersport, ergänzte Stefan Matter nach der Verleihung, der übrigens auch schon im Seilziehen Weltmeister war.

Nebst Urkunde und einem Preisgeld erhielt Stefan Matter aus den Händen von Regierungsrat Schäli auch ein Geschenk. Was ihn sichtlich freute.

Nebst Urkunde und einem Preisgeld erhielt Stefan Matter aus den Händen von Regierungsrat Schäli auch ein Geschenk. Was ihn sichtlich freute.

Bild: PD

Telemark ist eine Skiabfahrtstechnik, die in Norwegen ihren Ursprung hat, bei der nur die Schuhspitzen durch eine spezielle Bindung am Ski fixiert sind. Die Fahrerinnen und Fahrer müssen im Wechsel auf dem bergseitigen Ski in die Knie gehen und den talseitigen Ski in Vorlage schieben. Matter umschrieb die Bewegung so:

«Es ist wie Langlaufen, wo der Schuh auch nicht fest ist. Nur eben im alpinen Stil.»

Ob man zukünftig mehr Telemarker auf den Pisten sehen werde, bleibe ungewiss. Denn «Telemark wird eine Randsportart bleiben», erklärte der gefeierte Athlet, «ganz einfach, weil es anstrengend ist».

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