Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Obwaldnerin berichtet über «Herzensangelegenheit»

Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden in einem zermürbenden Konflikt: Am «Frauezmorgä» schilderte Margrit Freivogel bewegende Eindrücke aus ihrer Tätigkeit als Menschenrechtsbeobachterin im Westjordanland.
Anna Burch
Margrit Freivogel (mit Blatt in der Hand) berichtete von ihren Erfahrungen im Westjordanland. (Bild: Anna Burch, Giswil, 10. November 2018)

Margrit Freivogel (mit Blatt in der Hand) berichtete von ihren Erfahrungen im Westjordanland. (Bild: Anna Burch, Giswil, 10. November 2018)

Der Nahostkonflikt ist ein Konflikt um Land, Grenzsicherheit und um die Staatlichkeit zweier Nationen. Es ist ein Konflikt, den zwar jeder aus den Medien kennt, jedoch die wenigsten genau verstehen. Beim diesjährigen «Frauezmorgä» erhielten die zahlreich erschienenen Besucher Einblick in die tägliche Gewalt im Westjordanland und lernten den rund 70-jährigen Nahostkonflikt von einer neuen Seite kennen.

Nach einem Frühstück in Ediths Alpenrösli in Giswil schilderte die Gastreferentin Margrit Freivogel am vergangenen Samstagmorgen im Rahmen eines Bildvortrages bewegende Eindrücke und Erfahrungen aus ihrer Arbeit als Menschenrechtsbeobachterin für das ökumenische Begleitprogramm Eappi. Für Margrit Freivogel, welche sonst eher durch ihr politisches Engagement als ehemalige CVP-Kantonsrätin und Sachsler Gemeindepräsidentin bekannt ist, handelt es sich dabei um «eine Herzensangelegenheit»: Seit ihrem ersten Einsatz im Jahr 2012 kehrt sie jährlich zurück und engagiert sich auch in der Schweiz dafür, die Bevölkerung für den Nahostkonflikt zu sensibilisieren.

Das Gebot der Unparteilichkeit

Anschliessend an die Begrüssung durch Christine Stauber im Namen des Frauenbundes Obwalden folgte ein Intermezzo durch Trudi Jakober und Margrit Amann, welche die Frühstücksrunde mit Mandoline und Zither musikalisch untermalten.

Anhand von Bildern gab Freivogel daraufhin einen kurzen Überblick über den historischen Ursprung des Konflikts. Seit rund 70 Jahren prägen gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Israeli und Palästinensern das Leben beider Parteien, wobei jegliche Versuche, den Konflikt friedlich zu lösen, bisher fehlschlugen. «Es gibt nicht einfach nur Opfer und Täter: Beide Seiten machen Fehler und tragen Mitschuld am Konflikt», so Margrit Freivogel.

Das Unparteilichkeitsprinzip sei das oberste Gebot der Menschenrechtsbeobachter, welche sich für die Rechte von verletzlichen Personen beider Parteien einsetzen. Trotzdem sei es nicht immer einfach, neutral zu bleiben, räumt sie ein.

Die Hauptaufgabe des international zusammengesetzten Teams liege darin, als Beobachter die Palästinenser bei ihrem täglichen Leben zu begleiten, Solidarität zu zeigen und Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren. Ob man nun Schulkinder beim Überqueren von Strassensperren oder Schafhirten bei ihrem täglichen Marsch durch Weideflächen begleite, die Situation könne jederzeit eskalieren.

Trotz Repressionen das Dorf erhalten

Freivogel berichtete auch von Yanun, einem kleinen palästinensischen Dorf an der Grenze zum Jordantal, in welchem bis auf ein paar Schafherden gerade noch 80 Menschen leben. Die Nähe zum Fluss Jordan macht das Dorf, in dem Freivogel im Jahr 2012 ihren ersten Einsatz absolvierte, zu einem strategisch umkämpften Standort. «Wer Wasser hat, der hat Macht.» Aus diesem Grund sei es auch wichtig, dass die Palästinenser trotz Schikanen und Repressionen ihr Dorf erhalten können. Auf die Frage, was wir in der Schweiz tun können um zu helfen, wies Freivogel darauf hin, dass neben Spenden auch der Kauf von Produkten aus palästinensischer Produktion eine grosse Wirkung habe.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.