Öffentliche WC-Anlage beim Kurpark sorgt an der Engelberger Talgemeinde für Diskussionen

Es ist viel Zahlenmaterial, das dem Engelberger Stimmvolk an der ausserordentlichen Talgemeinde präsentiert wird. Doch am Ende interessiert nur, ob eine öffentliche WC-Anlage im Kurpark 412'000 Franken kosten darf. Die Talgemeinde sagt ja.

Beat Christen
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Abstand einhalten heisst es an der ausserordentlichen Talgemeinde vom Dienstagabend in der Tennishalle in Engelberg. Aufgrund bekannter Gründe ist nun auch Engelbergs Rechnung 2019 mit Verspätung vom Stimmvolk abgesegnet worden. Sie schliesst nach Abzug von planmässigen und zusätzlichen Abschreibungen mit einem Ertragsüberschuss von 638'697 Franken ab. Auch das Minus von 198'000 Franken bei der Rechnung vom Sporting Park genehmigen die von Talammann Alex Höchli begrüssten 130 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger.

Verlegung von Werkleitungen im Kurpark im Bereich der zukünftigen WC-Anlage.

Verlegung von Werkleitungen im Kurpark im Bereich der zukünftigen WC-Anlage.

Bild: Beat Christen (Engelberg, 20. April 2020)

Doch dann ist es auch schon vorbei mit der Ruhe. Mit 40 Prozent, oder maximal 180'000 Franken, soll sich die Einwohnergemeinde an der geplanten öffentlichen WC-Anlage im Kurpark beteiligen. Die restlichen Prozente teilen sich die Titlis-Bahnen mit ebenfalls 40 und die Han’s Europe AG mit 20 Prozent. Eindeutig zu viel ist das für Kantonsrat Mike Bacher. Er stellt einen Rückweisungsantrag. Mit dieser Meinung ist er in der Tennishalle bei weitem nicht allein.

Für die einen ist das Preisschild für eine öffentliche WC-Anlage mit 412'000 Franken eindeutig zu hoch und für die anderen aufgrund der vorgetragenen Argumente nachvollziehbar. «Man muss in der Politik auch Vertrauen haben», bricht Kantonsratspräsidentin Cornelia Kaufmann-Hurschler eine Lanze für die drei Verhandlungspartner Einwohnergemeinde, Titlis-Bahnen und Bauherrschaft des Hotels Palace Engelberg Titlis. «Wenn drei Partner am Tisch sitzen, wird sicher nicht ins Blaue hinaus gebaut», so die höchste Obwaldnerin. Sie setzt damit einen Schlusspunkt hinter die lange Diskussion. Zwölf Stimmen machen am Ende den Unterschied aus. Mit 53 zu 65 Voten wird der Rückweisungsantrag von Kaufmanns Kantonsratskollege Bacher abgelehnt.

Restliche Geschäfte unbestritten

Auch wenn es zum Teil um grosse Geldbeträge geht, bleiben die restlichen Geschäfte der ausserordentlichen Talgemeinde unbestritten. Einzig beim Buswendeplatz beim Parkplatz Pfistermatte kommt, wie schon bei der Talgemeinde vom Mai 2018, Opposition auf. Das Geschäft soll nochmals zur Prüfung einer unterirdischen Parkierungsmöglichkeit auf diesem Platz zurück an den Einwohnergemeinderat. Der Rückweisungsantrag bleibt auf der Strecke und die 179'000 Franken für die Umgestaltung des Parkplatzes für den Buswendeplatz werden genehmigt.

Gutgeheissen wird weiter die Realisierung eines Fussgängerstegs über die Engelbergeraa beim Sporting Park für 190'000 Franken sowie die Instandsetzung der Holz-Stahlwerke bei der Lawinenverbauung Sitenwald für 360'000 Franken. Die Engelberg-Titlis Veranstaltungs GmbH als Organisatorin der Weltcup-Skispringen erhält für dieses und das kommende Jahr je einen Gemeindebeitrag von 95'000 Franken sowie eine einmalige Defizitgarantie von 100'000 Franken.

Unterstützt wird auch das Engelberger Talmuseum. Die Talgemeinde sagt Ja zum wiederkehrenden Gemeindebeitrag von 58'000 Franken für die kommenden drei Jahre bis 2023. Mit dem obligaten Fragerecht entlässt Talammann Alex Höchli die Stimmbürger nach drei Stunden nach Hause.

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