Online-Umfrage

Fast jeder zweite Obwaldner Betrieb erleidet Umsatzeinbussen

Die Situation ist besonders bei Unternehmen der Branchen Tourismus/Reisen, Events oder Schaustellung prekär, wie eine Umfrage ergab.

Matthias Piazza
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Die Obwaldner Wirtschaft ist weiterhin stark durch Covid-19 betroffen, auch wenn sich die negativen Auswirkungen nicht mehr so akut wie zu Beginn der Pandemie präsentieren. Dies ist das Ergebnis einer Online-Umfrage, welche der Gewerbeverband Obwalden (GVO), das Volkswirtschaftsamt und das Amt für Berufsbildung im vergangenen Monat bei den Obwaldner Unternehmen durchführten. Eine ähnliche Befragung fand bereits Anfang Mai dieses Jahres statt.

Rund 45 Prozent der befragten Betriebe beantragten im Frühjahr 2020 Kurzarbeit. Mehr als die Hälfte konnte die Kurzarbeit inzwischen wieder beenden. Ein kleiner Teil der Befragten (6 Prozent) musste aktuell die Kurzarbeit jedoch wieder beantragen. Insgesamt konnte rund ein Viertel der befragten Unternehmen von Covid-19-Finanzhilfen oder Überbrückungskrediten profitieren. Fast die Hälfte der Betriebe sah sich seit dem 1. August mit dem Thema Quarantäne konfrontiert. Allerdings litt der Geschäftsbetrieb bei 90 Prozent der Befragten, die Quarantänefälle im Betrieb hatten, wenig oder gar nicht unter den Quarantänemassnahmen. Insgesamt 40 Prozent der befragten Unternehmen stellen dieses Jahr einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr fest. 20 Prozent der Umfrageteilnehmenden schätzen ihre Existenz in unmittelbarer Zukunft als gefährdet ein.

Tourismus- und Reisebranche besonders betroffen

Die Situation ist besonders bei Unternehmen der Branchen Tourismus/Reisen, Events oder Schaustellung (etwa Jahrmärkte) prekär, wie eine Umfrage ergab. Rund die Hälfte der befragten Betriebe aus diesen Bereichen sieht die eigene Existenz gefährdet oder gar massiv gefährdet. Eine Härtefallregelung würde laut Umfrage bei rund 40 Prozent der Unternehmen in diesen von der Pandemie besonders betroffenen Wirtschaftsbereichen einen Beitrag zur Existenzsicherung leisten.

Die Coronapandemie hatte laut Umfrage keine massgeblichen Auswirkungen auf den Lehrstellenmarkt im Kanton Obwalden. Die befragten Lehrbetriebe geben an, weiterhin im gewohnten Umfang Lernende auszubilden. Die Bewerbungssituation veränderte sich durch die Pandemie nicht massgebend. Bei einigen Betrieben gab es Einschränkungen bei der Durchführung von Schnupperlehren. Diese wurden teilweise verkürzt, reduziert oder mussten zeitlich verschoben angeboten werden, in wenigen Fällen mussten Schnupperlehren abgesagt werden. Die Online-Umfrage wurde von 351 Obwaldner Unternehmen ausgefüllt. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 26 Prozent. Die teilnehmenden Unternehmen stellen zu über 80 Prozent KMU dar, die seit mehr als zehn Jahren auf dem Markt tätig sind. Fast die Hälfte weist eine Betriebsgrösse von bis zu fünf Beschäftigten auf. Die meisten Antworten kamen aus Unternehmen aus dem Baugewerbe, den Dienstleistungssektor sowie aus dem verarbeitenden Gewerbe.

Die Resultate der Umfrage finden Sie unter: www.gewerbeverband-ow.ch