PANORAMASTRASSE: Gesperrter Pass: Obwalden verärgert Luzern

Die Sperrung der Panoramastrasse zwischen Giswil und Sörenberg sorgt für Ärger: Flühli-Sörenberg Tourismus und Postauto Zentralschweiz wurden eben erst informiert.

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Die Totalsperrung der Panoramastrasse nach Giswil mache ihr schon Kummer, sagt Carolina Rüegg, Tourismusdirektorin von Sörenberg-Flühli. «Für uns ist das eine leide Geschichte», sagt sie und weiter: «Wir werden sicher Einbussen in Kauf nehmen müssen.» Dass die Strasse nächste Woche – also mitten in den Ferien – wegen Sanierungsarbeiten zwischen der Mörlialp und Giswil gesperrt wird, ist für Rüegg allerdings nur ein Problem. In erster Line befürchtet sie verärgerte Gäste, die von der Sperrung nichts mitbekommen haben. Auch sie sei erst Ende letzter Woche darauf hingewiesen worden.

Töfffahrer wählen Ausweichroute
Zwar seien die SBB im Bild, und die Sperrung werde in den Verkehrsmeldungen bekannt gegeben, «aber alle Individualgäste erreiche ich nie». Nicht zuletzt denkt Rüegg an die zahlreichen Töfffahrer auf der Strecke. Immerhin haben diese eine Ausweichroute: Via Entlebuch, Glaubenberg gelangen sie ebenfalls nach Obwalden.

Klar ist aber: In Sachen Kommunikation hat sich der Kanton Obwalden als Bauherr tatsächlich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Das sehe man ein, sagt Kantonsingenieur Jörg Stauber. «Wir haben zu spät informiert.» Entsprechend habe sich der Regierungsrat bereits schriftlich bei der Gemeinde Sörenberg-Flühli, beim dortigen Tourismusbüro und bei Postauto Zentralschweiz entschuldigt.

Auch dass der Zeitpunkt der Arbeiten aus Sicht des Tourismus nicht ideal ist, weiss Stauber. Das schlechte Wetter im Juni und der Unterbruch für den Gigathlon letztes Wochenende hätten dazu geführt, dass man nun «in diesem dummen Rank» sei. Immerhin bleibt die Passstrasse nicht vier Tage lang komplett zu wie letzte Woche angekündigt gesperrt: Gesperrt wird nur noch vom 21. bis 23. Juli; also Mittwoch, Donnerstag und Freitag. Und das tagsüber: «Vor 7 und nach 18 Uhr ist die Strasse befahrbar», verspricht Stauber. Gesperrt ist die Strasse zudem zwischen 7.30 und 9.30 Uhr am Montag, 19. Juli; dies hat zur Folge, dass der erste Postautokurs über den Pass nicht geführt wird.

Gruppen haben sich organisiert
Hingegen hat, wer mit dem Postauto unterwegs ist, unter Umständen schon am Freitag wieder freie Fahrt: «Allenfalls gibt es einen Shuttleservice von Giswil bis zur Mörlialp», sagt Beat Wiget von Postauto Zentralschweiz. Die Passagiere müssten jedoch umsteigen und eine kurze Strecke zu Fuss zurücklegen. Entschieden werde darüber allerdings erst am Montag.

Bei Postauto Zentralschweiz hat man durchaus Verständnis für Bauarbeiten und die damit verbundenen Behinderungen. Dass die im Sommer gut frequentierte Route aber ausgerechnet während der Ferien gesperrt ist und es auch noch zu Kommunikationspannen kam, sei eher unglücklich. Ob es aber tatsächlich zu Verlusten führe, sei schwierig zu sagen. «Für die Gruppen, die reserviert hatten, haben wir jedenfalls eine Lösung gefunden.»

Regula Bättig