Parkieren geht in Obwalden über studieren

Die Parkgebühren wurden in Obwauden statt zur Gold- fast zur Fallgrube. Doch auch späte Einsicht ist eine Tugend.

Ohrengrübel
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Es hätte so schön sein können: Die Obwaudner Parkuhren sollten die Staatskasse aufmotzen.

Es hätte so schön sein können: Die Obwaudner Parkuhren sollten die Staatskasse aufmotzen.

Illustration: Tobit

64 Franken hätten die Obwaudner fast gezahlt, um 24 Stunden auf einem Kantonsparkplatz einfach nur zu parkieren. Bei solchen Zahlen wird sogar den Parkplatzbewirtschaftern von St. Moritz etwas flau im Magen. Für den Preis hätte eigentlich auf jedem Feld ein Kantonsmitarbeiter stehen müssen, der den Karren noch auf Hochglanz poliert. Doch nein: Es war die Staatskasse, die durch den Gebührensegen von tiefrot zu golden glänzend hätte wechseln sollen. Und das kurz vor der gefürchteten Steuerabstimmung, die den braven Steuerzahlern noch mehr Geld abknüpfen wollte.

Asche aus verbrannten Protestbriefen Die Wut war gross, doch eines muss man den Obwaudner Landesherren und der -dame doch lassen: Sie haben ein sagenhaftes Händchen für Finanzabstimmungen. Eine Geldbeschaffungsaktion um ein Haar mit einer anderen zu torpedieren, das soll ihnen erst mal einer nachmachen. Damit haben sie sich den diesjährigen Ohrengrübel-Preis für richtig gutes Timing mehr als verdient. Und fürs erstaunliche Fingerspitzengefühl gleich noch einen obendrauf. Doch zum Glück besann man sich. Der zuständige Buidiräkter Hepp Sess packte im Kantonsrat seinen ganzen Charme aus und streute Asche über sein Haupt, vermutlich entstanden aus verbrannten Protestbriefen. Und Finanzdirektorin Meieli Bucheli muss mit etwas weniger Geld auskommen. Aber wenn die letzten Jahre sie eines gelehrt haben, dann das.