Pastoralassistentin verlässt Alpnach

Nach über sechs Jahren wagt Marie-Pierre Böni einen Aufbruch. Wohin der Weg führt, ist noch offen.

Markus Villiger
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Marie-Pierre Böni mit ihrem Hund Hudson: «Er ist im Moment die einzige Konstante in meinem Leben.» Bild: PD

Marie-Pierre Böni mit ihrem Hund Hudson: «Er ist im Moment die einzige Konstante in meinem Leben.» Bild: PD

«Die Entscheidung zu handeln und etwas zu wagen war der Beginn meiner Reise. Anfang 2019 wurde mir klar, dass ich einen Aufbruch wagen muss.» Das verriet die noch bis Ende November im Amt stehende Pastoralassistentin der Pfarrei Alpnach, Marie-Pierre Böni, im Gespräch mit unserer Zeitung. Zuvor war sie als Gemeindeleiterin in Pfeffikon tätig und als Spitalseelsorgerin und Seelsorgerin in einer Suchtklinik. In Kolumbien leistete sie während einiger Jahre zwei Einsätze mit der Missionsgemeinschaft Bethlehem, Immensee.

Im Mai 2013 wurde Alpnach zu ihrem neuen Zuhause. In der Pfarrei warteten auf sie vielfältige Aufgaben: Religionsunterricht, Gottesdienste und Seelsorge. «Die Sommermonate waren für mich als gelernte Bäuerin eine spezielle Zeit. In den Bergen bei den Alpsegnungen und den verschiedenen Alpgottesdiensten zu verweilen bedeutete mir sehr viel. Auch durfte ich viele Kinder mit ihren Eltern auf dem Weg zur Erstkommunion und auf dem Versöhnungsweg begleiten. Höhepunkte waren für mich die Beziehungen, die ich mit vielen Menschen knüpfen durfte. Ich werde sie vermissen und all die Freundschaften, die mir viel bedeuten.»

Hund Hudson hat mehrmals Leben gerettet

Auf die Zukunft angesprochen, sagt die 61-jährige ausgebildete Sekretärin mit Diplom, Bäuerin und Theologin, Trauerbegleiterin und Fachfrau für Familientrauer, dass sie zurzeit noch keine grossen Pläne habe. So wird sie die Adventszeit bei den Laienmissionarinnen in Villars-sur-Glâne, deren Mitglied sie ist, verbringen, und die Weihnachtszeit im Toggenburg. Anschliessend möchte sie gerne in der Seelsorge tätig sein, sei es in der Spital- oder Altersseelsorge und auch Menschen in Ausnahmesituationen begleiten. Wo und wann das sein wird, weiss Marie-Pierre Böni noch nicht. Aber, was ihr klar ist, «mein Hund Hudson wird mich in die Zukunft begleiten. Er ist im Moment die einzige Konstante in meinem Leben.»

«Alpnach werde ich nie vergessen»

Hudson ist aus der Blindenhundeschule Allschwil. «Während vier Jahren hat er einen Sauerstoffpatienten begleitet und ihm mehrere Male das Leben gerettet», erzählt Böni. «Nach dem Tod dieses Patienten arbeiteten wir als Team in der Sterbe- und Familientrauerbegleitung. Hier in Alpnach begleitete mich Hudson vor allem in die Schule und zauberte vielen Kindern und Erwachsenen mit seinem Korb ein Lächeln ins Gesicht», erzählt die scheidende Pastoralassistentin und fügt an: «Mit Gottvertrauen blicke ich in eine mir noch ungewisse Zukunft. Alpnach mit den vielen lieb gewonnenen Menschen werde ich nicht vergessen.»

Kirchgemeindepräsident Daniel Albert würdigte vergangenen Montag an der Kirchgemeindeversammlung die Tätigkeit von Marie-Pierre Böni mit den Worten: «Wir bedauern es sehr, dass du uns Ende November verlässt. Du wirst eine grosse Lücke hinterlassen. Wir danken dir für dein vielfältiges und engagiertes Wirken in der Pfarrei Alpnach und wünschen dir für den neuen Lebensabschnitt alles Gute.» Pastoralassistentin Marie-Pierre Böni konnte an der Versammlung nicht anwesend sein. Ihre Nachfolgerin als Pastoralassistentin ist Anna Furger. Die Urnerin ist seit 1. August dieses Jahres in der Pfarrei Alpnach tätig und wohnt in Beckenried.

Im Gottesdienst vom Sonntag, 24. November um 9.30 Uhr wird Marie-Pierre Böni von der Pfarrei verabschiedet.