Peter Imfeld will in Giswil gewinnen

Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Benji von Ah ruhen die Obwaldner Hoffnungen am 108. Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest auf Peter Imfeld. Die Form des Lungerers stimmt.

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Der Schein trügt: Peter Imfeld (oben) kassierte am Urner Kantonalen gegen Thorsten Betschart die einzige Niederlage des Tages. (Bild: Keystone)

Der Schein trügt: Peter Imfeld (oben) kassierte am Urner Kantonalen gegen Thorsten Betschart die einzige Niederlage des Tages. (Bild: Keystone)

Das 108. Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest steht vor der Türe, doch die Vorfreude im Lager der einheimischen Schwinger hält sich in Grenzen. Grund dafür ist der verletzungsbedingte Ausfall von Lokalmatador und Aushängeschild, der sich im siegreichen Schlussgang des Urner Kantonalschwingfestes schwer am Knie verletzte und die gesamte Saison ausfällt. «Für den ganzen Verband ist das ein gewaltiger Rückschlag. Doch am schlimmsten ist es für Benji selbst. Er war in einer Topverfassung», sagt sein Trainingspartner Peter Imfeld. Der Lungerer ist nach von Ahs Ausfall der einzige Eidgenössische Kranzgewinner im Team des Ob- und Nidwaldner Schwingerverbandes (ONSV) – und plötzlich die grosse Hoffnung auf einen Obwaldner Heimsieg.

Fünf Kranzfestsiege

Peter Imfeld, 32-jährig, ist ein alter Hase im Schwingerzirkus. Bereits 14 Jahre sind vergangen, seit er seinen ersten Kranz gewann: 1998 landete er am Thurgauer Kantonalschwingfest auf Rang 7. Seit diesem Erfolgserlebnis kamen 62 weitere Kränze hinzu. Der Lungerer ist damit der erfolgreichste, noch aktive Ob- und Nidwaldner Schwinger. 2007 gewann er in Aarau den Eidgenössischen Kranz, insgesamt siegte er an fünf Kranzfesten. Seit Jahren schwingt Imfeld auf einem hohen Niveau und ist vor allem an Kranzfesten in der Region häufig in den vorderen Rängen anzutreffen. Seit 2006 hat er beim Bergfest auf dem Brünig stets einen Kranz geholt, letztes Jahr wurde er hinter Matthias Sempach gar Zweiter.

In diesem Jahr will Peter Imfeld nun wieder voll angreifen. «Ich hoffe, dass es mir besser läuft, als in den zwei letzten Jahren», sagt der Maurer-Polier. Immer wieder hinderten ihn Verletzungen an guten Leistungen, doch das soll in dieser Saison anders werden: «Ich fühle mich gut, vor allem im Sägemehl merke ich, dass es rund läuft. Das Vertrauen ist da», erklärt er. Das habe er bereits beim Urner Kantonalschwingfest gemerkt, als er sich im dritten Rang klassieren konnte.

Unterstützung der Familie

Nun steht mit dem Ob- und Nidwaldner Kantonalen am Sonntag in Giswil einer der Saisonhöhepunkte vor der Tür. Für Imfeld praktisch ein Heimspiel, trainiert er doch zwei Mal wöchentlich gemeinsam mit den Giswiler Schwingern. «Das Ob- und Nidwaldner Kantonale hat bei mir immer einen sehr hohen Stellenwert», sagt Imfeld. «In diesem Jahr ist es umso spezieller, weil es so nahe bei mir zu Hause ist.» Auf die Unterstützung seiner Familie und seiner Freunde wird er ohnehin zählen können. Die Lungerer Schwinger werden an praktisch alle Schwingfeste begleitet. So freut man sich in jeder Arena, wenn Peter Imfeld einen Gegner ins Sägemehl drückt. Das wird auch in Giswil nicht anders sein – erst recht nach dem Ausfall von Benji von Ah. Peter Imfeld ist sich bewusst, dass er zu den Favoriten auf den Festsieg gehört, auch weil er 2006 und 2008 Festsieger des Ob- und Nidwaldner Kantonalen wurde. «Als Eidgenosse gehört man immer zu den Anwärtern», weiss er. Mit Andi Imhof, Alain Müller, Thomas Arnold, Christian Schuler und Thomas Zaugg werden fünf weitere Eidgenössische Kranzgewinner am Wettkampf teilnehmen. Imfeld sagt deshalb zu Recht: «Es kommen viele für den Festsieg in Frage.» Bei den ONSV-Schwingern darf man auch auf den Auftritt von Marcel Mathis, Stefan Gasser und Lutz Scheuber gespannt sein, die immer für einen Spitzenplatz gut sind. «Wir haben ein starkes Team, die Gäste werden es nicht einfach haben», meint Imfeld.

Peter Imfelds letzter Festsieg ist jedoch bereits drei Jahre alt. 2009 gewann er das Urner Kantonalschwingfest. Auf den Schultern seiner Klubkollegen getragen werden, das möchte der Lungerer nochmals erleben. «Siege sind wunderschön, sie sind der Lohn für die harte Trainingsarbeit und machen süchtig», erzählt er. Ob er nun in Giswil oder an einem anderen Fest gewinne, sei zweitrangig. «Auch kleine Feste zu gewinnen, macht Spass.»

Rücktritt ist kein Thema

Gelegenheiten ein Fest zu gewinnen, bieten sich Imfeld auch in diesem Jahr einige. Neben dem Urner und dem Ob- und Nidwaldner Kantonalen, wird er auch auf der Rigi, auf der Schwägalp, am Luzerner Kantonalen, auf dem Brünig, dem Lungerer Abendschwinget und dem Innerschweizer Schwingfest in Sarnen teilnehmen. «Dazu kommt noch das eine oder andere kleinere Fest», sagt Peter Imfeld. Mit seinen 32 Jahren werde er schon häufig auf die Zukunft angesprochen. «Praktisch an jedem Fest fragt mich jemand, wie lange ich noch schwinge», erzählt er. Doch wie lange schwingt Peter Imfeld denn noch? «Das weiss ich nicht. Mit dem Rücktritt habe ich mich noch nie befasst. Solange ich Spass am Schwingen habe und jeden Frühling ‹giggerig› auf die Feste bin, hege ich sicher keine Rücktrittsgedanken», verspricht der Lungerer.

Für den ONSV sind das gute Neuigkeiten. Unmittelbar vor dem Kantonalfest auf der Giswiler Schulhausmatte hört man das wohl überall gerne.

Jonas von Flüe

Mehr zum Schwingfest lesen Sie am 10. Mai in der Beilage der Neuen Obwaldner Zeitung.

Hinweis:
Infos und Vorverkauf auf

Es hat noch genügend Tickets

Total sind über 200 Schwinger aus Obwalden, Nidwalden, Uri, Schwyz, Zug, Luzern sowie Gäste aus Flawil und dem Emmental gemeldet. Neben Peter Imfeld greifen mit Andi Imhof (Attinghausen), Christian Schuler (Rothenthurm), Thomas Arnold (Buttisholz) und Alain Müller (Ebersecken) mehrere Eidgenossen in die Hosen. Nicht zu vergessen ist sicher auch der Gast aus Eggiwil, Thomas Zaugg (Unspunnen-Dritter 2011), welcher das Hallenschwinget in Bolligen Ende März für sich entscheiden konnte, wo er im Schlussgang Willy Graber bezwang.

Von den insgesamt 3‘700 Sitzplätzen, werden in Giswil 2‘200 gedeckt sein. Gemäss OK sind noch genügend Tickets erhältlich, auch am Sonntagmorgen an der Tageskasse. Die Schwingersektion Giswil feiert am Vorabend des Kantonalschwingfestes, am Samstag, sein 75 Jahr-Jubiläum auf dem Festgelände. Wo der Beckenrieder Mädi Murer als Komödiant und Unterhalter die Mehrzweckhalle in Wallung bringen wird. Es werden als Spezialgäste die ehemaligen Festsieger der Giswiler Schwingfeste präsentiert, sowie von der Jubiläumskommission eine Jubiläumsschrift, die unter der Leitung von Urs Riebli und Hansruedi Eberli erarbeitet wurde. Die Musikalische Unterhaltung wird vom Alphorn Duo «Schnider/von Moos», von den «Giswiler Ländler-Ladies» und vom «Echo vom Lowital» bestritten.

Franz Hess