PETER LIENERT: «Ich heisse den Wolf willkommen»

Kantonsoberförster Peter Lienert freut sich, dass der Wolf in Obwalden ist. Er hofft auf die Toleranz von Jägern und Schafhaltern.

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Kantonsoberförster Peter Lienert (Bild Remo Nägeli/Neue OZ)

Kantonsoberförster Peter Lienert (Bild Remo Nägeli/Neue OZ)

Seit Dienstag ist es Gewissheit: Ein Wolf lebt in Obwalden. Haben Sie sich über die Nachricht gefreut?
Peter Lienert:
Ja, grundsätzlich ist das eine erfreuliche Nachricht. Ein neues Tier ist zu uns gekommen. Das ist eine Bereicherung unserer Fauna. Ich heisse den Wolf willkommen. Nicht nur privat als Naturfreund, sondern auch in meiner beruflichen Funktion, denn der Wolf ist ein geschütztes Tier.

Einige Ihrer Jagdkollegen werden diese Freude kaum teilen. Als Ihr Vater 1971 in Obwalden die ersten Luchse in der Schweiz aussetzte, blies ihm von den Jägern ein rauer Wind entgegen.
Lienert
: Ich kann mich gut erinnern. Er bekam sehr böse Worte zu hören. Die Emotionen gingen hoch. Heute ist die Situation anders. Die Jäger sind heute toleranter als früher und wissen auch mehr über die Grossraubtiere. Natürlich ist der Wolf neben dem Luchs ein weiterer Mitnutzer für sie. Aber wir haben in Obwalden einen relativ hohen und ansteigenden Bestand an Rotwild.

Und wie beruhigen Sie die Schafhalter, die nun Angst um ihre Tiere haben?
Lienert
: Der Wolf jagt hauptsächlich nachts. Nun, gegen den Winter hin sind die Schafe im Talboden meistens geschützt im Stall und weiden nicht auf abgelegenen Weiden. Wenn mich ein Schafhalter fragt, was er tun soll, antworte ich ihm: «Nimm deine Tiere über Nacht in den Stall. Geht das nicht, dann hage sie mit einem Elektrozaun ein.»

Adrian Venetz

Das ausführliche Interwiev lesen Sie am Sonntag in der «Zentralschweiz am Sonntag».