Neue Triebwagen, zweites Perron in Alpnachstad: Pilatus-Zahnradbahn soll ab 2023 im Halbstundentakt fahren

Die Pilatus-Bahnen lassen sich die Neukonzeption der Zahnradbahn von Alpnachstad auf Pilatus Kulm 55 Millionen Franken kosten.

Florian Pfister
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Das Ziel sei es in erster Linie, die 80-jährigen Triebwagen auszutauschen, sagt Godi Koch, CEO der Pilatus-Bahnen, über das Projekt Neukonzeption Zahnradbahn. «Die Fahrzeuge haben ihr Lebensende langsam erreicht. Die Unterhaltskosten werden immer teurer und auch Ersatzteile können wir nicht mehr beschaffen.»

Bild: Pius Amrein, 4. September 2019

Die zehn bisherigen Triebwagen sollen durch acht neue und einen Gütertriebwagen ersetzt werden. «Wir wollen mit den neuen Fahrzeugen in Doppeltraktion fahren können», ergänzt Koch.

Zweites Perron im Tal und Lift auf Kulm geplant

Auch Anpassungen am 130-jährigen Trassee sind in diesem Zusammenhang nötig. Die Pilatus-Bahnen setzen aber weiterhin auf das Antriebssystem Locher. «Das ist weltweit einmalig. Daher können unsere Fahrzeuge auch so steil fahren.» In Alpnachstad ist ein zweites Perron geplant. Dafür muss die Felswand etwas abgebaut werden. Bei der Bergstation Pilatus Kulm soll ein Lift entstehen. Er gewährleistet, dass Menschen mit Behinderung vom Ausstieg der Bahn direkt auf die Ebene der Panoramagalerie gelangen können. Teil des Projekts ist auch eine Fahrplananpassung. Bisher fährt die Bahn alle 50 Minuten. Nach Beendigung der Bauarbeiten und Einführung der neuen Triebwagen ist ab 2023 ein Halbstundentakt geplant. «Vor allem über die Mittagszeit haben wir sehr viel Betrieb und es gibt lange Wartezeiten», sagt Godi Koch. So sollen auch die mit dem Schiff anreisenden Personen besser verteilt werden können.

Die Wartezeiten sollen ab 2023 in Alpnachstad durch einen Halbstundentakt minimiert werden.

Die Wartezeiten sollen ab 2023 in Alpnachstad durch einen Halbstundentakt minimiert werden.

Bild: Nadia Schärli, 30.Juli 2019)

Gleichzeitig wollen die Pilatus-Bahnen ein neues Fahrdienstleiter-Assistenzsystem einführen. «Damit können wir die Sicherheit noch besser gewährleisten, indem der Fahrdienstleiter das System überwacht», sagt Godi Koch.

Aussehen der Triebwagen ist noch geheim

Das Projekt ist nun seit zwei Jahren im Gang. Stadler Rail erarbeitete Pläne und hat Konstruktionszeichnung der neuen Triebwagen erstellt. «Bei den Wagen handelt es sich nämlich um Prototypen, einzigartig auf der ganzen Welt», so Koch. Es bleibt noch unter Verschluss, wie die neuen Triebwagen aussehen werden. Parallel dazu läuft beim Bundesamt für Verkehr ein eisenbahnrechtliches Plangenehmigungsverfahren.

Budgetiert sind für das Gesamtprojekt rund 55 Millionen Franken. Die Coronakrise habe laut Godi Koch keinen Einfluss. «Das ist ein langfristiges Projekt, das für die nächsten Jahrzehnte ausschlaggebend ist. Zum heutigen Stand hat das Coronavirus keinen Einfluss auf die weitere Planung. Wir haben Rückstellungen gemacht und auch die Liquidität ist sichergestellt.»

Die Bauarbeiten sind für die drei Winter 2020/21 bis 2022/23 geplant. «Wir können die Arbeiten nicht im laufenden Betrieb durchführen und müssen warten, bis die Zahnradbahn stillsteht», sagt Direktor Godi Koch. 2023 soll das Projekt Neukonzeption Zahnradbahn abgeschlossen sein.