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Pilatusbahn-Touristen «übersehen» schon mal die Hauptstrasse

Die Brünigstrasse führt in Alpnachstad über den Platz vor der Talstation der Pilatusbahn. Dessen sind sich nicht alle Touristen bewusst.
Matthias Piazza
Zuweilen kommen sich Touristen und Verkehrsteilnehmer ziemlich nahe. (Bild: Dominik Wunderli, Alpnachstad, 24. Juli 2019)

Zuweilen kommen sich Touristen und Verkehrsteilnehmer ziemlich nahe. (Bild: Dominik Wunderli, Alpnachstad, 24. Juli 2019)

Wenn das Thermometer wie in den vergangenen Tagen wieder die 30-Grad-Marke knackt, ist Abkühlung besonders gefragt. Diese kann ein Sprung in den rund 20 Grad kühlen Vierwaldstättersee oder eine Flucht in die Berge bringen. Selbst während der vergangenen Hitzetage herrschten auf Pilatus-Kulm angenehme 20 Grad. Der Platz zwischen dem Bahnhof der Zentralbahn (ZB) und der Talstation der Pilatus-Zahnradbahn ist an schönen Sommertagen belebt. Im 45-Minuten-Takt fahren die mit 200 Fahrgästen voll besetzten Züge auf den Pilatus.
Die Touristen kreuzen auf ihrem Fussweg zur Talstation die Brünigstrasse. Alpnachstader, die auf der Autostrasse in Richtung Hergiswil wollen, befahren diesen Tempo-30-Abschnitt der Kantonsstrasse.

Nicht allen Fussgängern scheint allerdings bewusst zu sein, dass hier eine Strasse hindurchführt, wie unsere Zeitung auch selber schon beobachtete. Einige Touristen hielten sich auf der Strasse auf und waren mit ihren Smartphones beschäftigt, um Fotos zu machen.
Von einem Missstand will Tobias Thut, Mediensprecher der Pilatusbahn, nicht sprechen. «Schwellen und Markierungen heben die Strasse vom Fussgängerbereich ab. Mir ist kein Fall bekannt, bei dem es zu einer brenzligen Situation gekommen ist. Und die Autofahrer sind sehr rücksichtsvoll.» Auch Pilatusbahn-Gästebetreuer vor Ort würden zum Rechten schauen und ein Auge auf die ortsunkundigen Touristen haben. «Ausserdem wurde schon mehrmals die Situation mit der Kantonspolizei Obwalden analysiert. Mit dem Ergebnis, dass auch sie die Lage als regelkonform erachtet.»

Dank Time-Tickets verteilen sich die Touristen

Touristen müssen auf dem Weg zur Pilatusbahn die Brünigstrasse überqueren. (Bild: Nadia Schärli, Alpnachstad, 30. Juli 2019)

Touristen müssen auf dem Weg zur Pilatusbahn die Brünigstrasse überqueren. (Bild: Nadia Schärli, Alpnachstad, 30. Juli 2019)

Um den ganzen Personenfluss zu kanalisieren, arbeitet die Pilatusbahn auch mit sogenannten Time-Tickets, auf denen die Abfahrtszeit terminiert ist. «Damit verhindern wir, dass bis zu 400 Leute gleichzeitig zur Talstation strömen und den Verkehr behindern oder sich gefährden. Stattdessen können sich die Touristen die Wartezeit auf dem Platz vertreiben, etwas trinken oder am See entlang spazieren», erklärt Tobias Thut.

Vor gut neun Jahren wurde der Bereich zwischen Talstation und ZB-Bahnhof neu gestaltet. Es gab einen neuen Ticketpavillon. Der Warteraum für die Bergfahrt-Gäste wurde auf die Südseite der Station verlegt, wo mehr Platz zur Verfügung steht. Ein neuer Servicepavillon dient als Selbstbedienungskiosk, Lager, Kühlraum und öffentliche WC-Anlage. Auch das unter Denkmalschutz stehende Restaurant Chalet wurde saniert. Zusammen mit den Erneuerungen auf Pilatus-Kulm investierte die Pilatusbahn damals gesamthaft 30 Millionen Franken.
Gemäss Tobias Thut hat sich der Platz in Alpnachstad sehr gut bewährt. Dieser sei dank der im vergangenen Jahr beendeten Sanierung des ZB-Bahnhofs mit rollstuhl- und kinderwagenfreundlichen Rampen zur Unterführung zusätzlich aufgewertet worden. Die Idee, diese bewährte Unterführung, die von der Seeseite zu den Perrons der beiden Gleise und zum Platz führt, bis zur Talstation zu verlängern, erachtet Tobias Thut nicht als realistisch. «Dann müsste das Stationsgebäude versetzt und baulich angepasst werden, was aber nicht möglich ist, da es denkmalgeschützt ist.»

Fussgängerstreifen ist keine Option

Gemäss Martin Kathriner, dem stellvertretenden Leiter der Obwaldner Verkehrs- und Sicherheitspolizei, ist es seit dem Umbau des Platzes zu keinem Unfall gekommen. «Aber wir stellten auch schon fest, dass nicht immer allen Fussgängern bewusst ist, dass vor dem Stationsgebäude eine Hauptstrasse durchführt.» Die Situation habe sich aber dank der vor zwei Jahren angebrachten Strassenmarkierung verbessert.
Dass auch die Strasse aus ästhetischen Gründen wie der Platz gepflästert ist, mache zwar die Strasse etwas weniger sichtbar. «Andererseits tragen die Pflastersteine auch zu einer Verkehrsberuhigung bei», gibt Martin Kathriner zu bedenken. Ein Fussgängerstreifen, um die Touristen an einer begrenzten Stelle über die Strasse zu leiten, sei keine Option, da dieser bei Tempo-30-Zonen grundsätzlich nicht zulässig sei. «Das Gesetz sieht hier vor, dass Autofahrer auf die Fussgänger besonders Rücksicht nehmen und anhalten müssen, wenn sie die Strasse überqueren wollen. Das klappt gut. Aber natürlich darf der Fussgänger nicht einfach blind die Strasse überqueren.»

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