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Podium in Engelberg diskutierte den «gläsernen Patienten»

Fachleute haben sich an den «Engelberger Dialogen» über die Digitalisierung im Medizinbereich ausgetauscht.
Teilnehmer der «Engelberger Dialoge» mit Regierungsrätin Maya Büchi-Kaiser (Mitte) während der Podiumsdiskussion. (Bild: PD)

Teilnehmer der «Engelberger Dialoge» mit Regierungsrätin Maya Büchi-Kaiser (Mitte) während der Podiumsdiskussion. (Bild: PD)

(mst) Im Rahmen der «Engelberger Dialoge 2019» der Stiftung Academia Engelberg trafen sich am vergangenen Donnerstag im Hotel Terrace Vertreter aus Medizin, Wissenschaft und Politik. Es war das 18. Treffen dieser Art, dieses Mal zum Thema «Der gläserne Patient», wie es in einer Mitteilung heisst. Etwa 70 Personen verfolgten die Diskussion, die von Talammann Alex Höchli und Verena Briner, Präsidentin des Stiftungsrats Academia Engelberg, eingeleitet wurde.

Ab April 2020 müssen laut dem Schreiben alle Spitäler medizinische Daten auf einer Plattform, dem elektronischen Patientendossier (EPD), abspeichern. Die Patienten würden steuern können, ob die Ärzte Zugang auf diese Daten haben oder nicht. Gerade das Sammeln von Gesundheitsdaten sei dabei äusserst umstritten. Einerseits erhoffe man sich Vorteile wie beispielsweise die Verhinderung von Doppelspurigkeiten oder die Senkung von Kosten. Andererseits würden auch viele Schwierigkeiten befürchtet.

Der Abend startete mit einem praktischen Beispiel: IT-Spezialist Patrick Schmid zeigte, wie ein System in Kürze gehackt werden kann. Schmid konfrontierte das Publikum mit einer Simulation aus einer Arztpraxis. Er schaffte es, einen Computer in 14,6 Sekunden zu hacken. Aus den Diskussionen sei ersichtlich geworden, dass digitale Plattformen nicht nur den Zugriff auf die eigenen Informationen ermöglichen. Vielmehr würden die Daten von Hunderttausenden von Menschen in die Hände von einigen wenigen Datenverwaltern übergeben.

Bürger möchten mitbestimmen

Am danach folgenden Podiumsgespräch habe Konsens darin bestanden, dass die digitale Transformation nicht mehr aufzuhalten sei. Das Thema sei sowohl in der Praxis als auch in der Forschung relevant. Vereinzelt habe man sich am Begriff des «gläsernen Patienten» gestossen. Es gehe nicht darum, dass man künftig alle Daten erfasse, sondern nur Teile davon. Zudem sei der Anspruch, alles vollständig regeln zu wollen, negativ beurteilt worden. Vorerst solle das Sammeln von Erfahrungen im Vordergrund stehen. Mit den ethischen und rechtlichen Fragen sei man aber in Verzug.

Eindeutige Entwicklungen für die nächsten Jahre würden sich nicht klar festlegen lassen. Dennoch seien Trends zu erkennen. Die Digitalisierung in der Medizin werde sich durchsetzen und komme schneller voran, als viele es wahrhaben wollen, heisst es im Schreiben weiter.

Klar sei der Wunsch, dass die Bürgerinnen und Bürger mehr mitbestimmen möchten, was mit ihren Daten passiert. Man könne davon ausgehen, dass sich die Politik noch streiten werde, zum Beispiel zum Thema Datenschutz.

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