Polizei verschläft Einsatz am Brünig

Trotz Alarmierung schickt die Obwaldner Polizei keine Patrouille ins Brünigdorf. Ihr Tipp: «Schützen Sie sich selbst.»

Drucken
Teilen
Wenn es in Lungern eindunkelt, kann wegkommen, was nicht angebunden ist: besonders Velos und Bargeld. (Bild: Robert Hess/Neue OZ)

Wenn es in Lungern eindunkelt, kann wegkommen, was nicht angebunden ist: besonders Velos und Bargeld. (Bild: Robert Hess/Neue OZ)

Unerwartete Schwierigkeiten hatte eine Lungererin mit der Kantonspolizei Obwalden. Als sie die Einsatzzentrale über einen Diebstahl informierte, hiess es im übertragenen Sinne: Rufen Sie morgen wieder an, wenn jemand im Büro ist. Eine verfügbare Patrouille habe man keine: «Es ist wie ein schlechter Witz», erzählt die Betroffene, die nicht namentlich erwähnt werden möchte.

Geld aus Auto gestohlen

Abgesehen hatten es Diebe auf das Velo, welches vor der Haustüre abgestellt war, und Bargeld: «Das Auto war nicht abgeschlossen, und mein Portemonnaie war noch drin. Das ganze Einkaufsgeld ist weg», erklärt die Lungererin aufgebracht. Am Telefon habe der Polizist noch erwähnt, dass es sich bei der Täterschaft aufgrund der Beschreibung um Asylbewerber vom Brünig handeln könnte. Dazu gab er den Tipp: «Schützen Sie sich selbst, dass nichts wegkommt.»

Auf diese Ereignisse angesprochen, äussert sich die Kantonspolizei zurückhaltend. Auch über die Häufigkeit solcher Vorkommnisse. Verstanden wissen möchte Carole Fallegger, Leiterin Kriminalpolizei, jedoch, dass Lungern aufgrund seiner geografischen Lage polizeilich nicht benachteiligt werde.

Aufgrund einer Verzichtsplanung der Regierung verlor Lungern seinen Polizeiposten Ende Oktober 1998. Im Gegensatz zum Brünigdorf hat Engelberg noch einen eigenen Posten.

Christoph Riebli

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der «Neuen Obwaldner Zeitung» oder als AbonnentIn kostenlos im E-Paper.