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Premiere für Rütimattli-Stiftung: Lehrling absolviert ganze Ausbildung extern

An seinem ersten Amtstag überreichte Bildungsdirektor Christian Schäli drei Lehrlingen der Stiftung Rütimattli ihre Diplome. Erstmals hatte einer von ihnen seine ganze Ausbildung in einem externen Betrieb absolviert.
Marion Wannemacher
Manuel von Rotz zeigt den Besuchern der Diplomfeier, wie er eine Hecke schneidet. (Bild: Marion Wannemacher (Sarnen, 3. Juli 2018))

Manuel von Rotz zeigt den Besuchern der Diplomfeier, wie er eine Hecke schneidet. (Bild: Marion Wannemacher (Sarnen, 3. Juli 2018))

«Die zwei Jahre waren schnell vorbei», findet Manuel von Rotz. Ab sofort ist er frischgebackener Praktiker PrA-Gartenbau und hat eine Anstellung bei der Frühauf AG in Kägiswil. Sein Ausbildungsvertrag lief über die Stiftung Rütimattli. Für ihn stand von Anfang an fest, dass er eine Ausbildung auf dem sogenannten «ersten Arbeitsmarkt» möchte, da er ja in Kerns auch eine Regelklasse besucht hatte.

Seit 2008 ermöglicht die Stiftung Rütimattli Grundausbildungen in unterschiedlichen Bildungsniveaus, «Supported Education» (unterstützte Ausbildung) heisst diese im Fachbegriff. Manuel von Rotz ist seitdem der erste Lehrling, der die komplette Zeit in einem externen Unternehmen lernte. Ihm seinen Wunsch zu erfüllen, wie der Vater in einem Gartenbauunternehmen zu lernen, war keine einfache Aufgabe. Es brauchte Unterstützung von mehreren Seiten. Eine schulische Heilpädagogin bereitete ihn auf seine Stelle vor, Thomas Achermann, Ausbildungsverantwortlicher bei der Stiftung Rütimattli, coachte ihn. Die IV finanzierte die Ausbildung. Und Unternehmer Ruedi Frühauf stellte den Ausbildungsplatz zur Verfügung.

Grosses Lob vom Ausbildner im Lehrbetrieb

«Für uns hat es eine längere Tradition, Jugendlichen eine Chance zu bieten», erklärte Frühauf am Dienstagnachmittag. «Wir hatten eine sehr gute Zeit mit Manuel. Er hat sich sehr gut ins Gartenbau-Team integriert und wir werden ihn weiter fördern. Er bleibt bei uns im Betrieb.» Auch Dominic Imfeld, der eineinhalb Jahre Ausbildner für den Lehrling aus dem Melchtal war, ist voll des Lobes: «Ich hatte noch keinen besseren Stift im ersten Lehrjahr als Manuel. Er war sehr orientiert und von Anfang an habe ich keinen Unterschied zwischen ihm und anderen Stiften bemerkt.»

Insgesamt drei Lehrlinge erhielten am Dienstagnachmittag ihr Diplom nach Insos, dem Branchenverband soziale Institutionen für Menschen mit Behinderung Schweiz, aus den Händen von Regierungsrat Christian Schäli. Es war sein erster Amtstag als Bildungsdirektor und für ihn sei der Termin eine kleine Ehre, betonte er. «Für euch ist es ein Meilenstein in eurem Leben», sagte er über den Abschluss und zeigte ganz anschaulich auf dem Namensschild: «Euren Namen habt ihr gratis erhalten, die Bezeichnung Praktiker PrA habt ihr euch erarbeitet.» Für jeden fand er dazu ein persönliches Wort.

Junge Berufsleute zeigen, was sie gelernt haben

Manuel von Rotz, André Omlin aus Flüeli Ranft als Praktiker Schreinerei und Simon Kathriner aus Alpnach als Praktiker Betriebsunterhalt demonstrierten vor Eltern, Ausbildnern und dem Leiter des Amts für Berufsbildung Urs Burch, was sie gelernt hatten: Manuel schnitt eine Hecke vor dem Hüetli, André Omlin zeigte Produktionsschritte an einem Balancebrett und Simon Kathriner polierte das Parkett im Hüetli-Restaurant mit einer Spezialmaschine, bis es glänzte.

Auch Manuels Kollegen machten ausserhalb der geschützten Werkstätten ihre Erfahrungen. Obwohl die Rückmeldungen von ihnen ähnlich ausgefallen seien, dass man dafür früher aufstehen und länger arbeiten müsse, habe sich doch nie jemand beschwert, berichtet Coach Thomas Achermann. Die Hartnäckigkeit zahlte sich aus.

André Omlin absolvierte sein Praktikum bei der Josef Rohrer AG in Flüeli-Ranft. Aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen hat der 18-Jährige Einschränkungen beim Gehen und Stehen und konnte nicht seinen ursprünglichen Traumberuf Landwirt ergreifen. Er wird an seine Ausbildung nun noch ein dreimonatiges Praktikum in einem Landwirtschaftsbetrieb in Wolfenschiessen anschliessen, um seine Einsatzmöglichkeiten abzuklären. Simon Kathriner machte sein Praktikum bei der Schulanlage Sachseln bei Theo Rohrer. Dort wird er künftig immer mal wieder eingesetzt werden.

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