Pro-Kopf-Vermögen in Kerns sinkt einen Drittel

Der Kernser Gemeinderat rechnet für 2020 mit einem Plus von knapp 600000 Franken.

Markus von Rotz
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Gemeinde Kerns. Kirche. Corinne Glanzmann (Kerns, 04. September 2018)

Gemeinde Kerns. Kirche. Corinne Glanzmann (Kerns, 04. September 2018)

Wie fürs laufende erwartet der Gemeinderat von Kerns auch fürs nächste Jahr in der Gemeinderechnung ein Plus. Er geht von einem Ertragsüberschuss von 583000 Franken aus. Der für 2020 budgetierte Gesamtertrag liegt 0,8 Millionen Franken über dem aktuellen Budget. Wegen der starken Senkung der Kapitalsteuern bei Firmen gehen 345000 Franken verloren, sodass der Gemeinderat netto noch 140000 Franken mehr Steuergelder erwartet. Die erwarteten Gesamtsteuereinnahmen von 15,2 Mio. Franken liegen im Rahmen der Budgets 2019 und 2018 und tiefer als 2015 bis 2017. Das Budget kommt am 26. November vor die Gemeindeversammlung. 250000 Franken zusätzlich sollen aus dem interkantonalen Finanzausgleich fliessen.

Im Ausgabenbereich (21,8 Mio. Franken) liegt man mit plus 6,8 Prozent oder 1,5 Millionen Franken über dem Vorjahresbudget. Dafür verantwortlich sind höhere Personalkosten (die Gemeinden schliessen sich jeweils den Beschlüssen des Kantons bezüglich Lohnentwicklung an), der Wegfall der Kantonsbeiträge an die Lehrerweiterbildung sowie der neu greifenden Beteiligung der Gemeinden an der Kantonszahlung an den Nationalen Finanzausgleich (620000 Franken). Schliesslich will der Gemeinderat eine Reserve von einer Million Franken für die geplante Erweiterung von Schulliegenschaften auf die Seite legen. Dieses Projekt sei in der Schlussphase. «Die verzögerte Realisierung sorgt für eine zu positive Ansicht der Finanzlage», wird Finanzchefin Monika Ettlin-Kellenberger in einer Mitteilung der Gemeinde zitiert.

Mit geplanten Nettoinvestitionen von 2,9 Millionen Franken liegt man auf doppelter Höhe des Durchschnittswertes. Allein mit 2 Millionen schlägt die erste Tranche der Abwasserleitung vom Melchtal her zu Buche. Gleich hoch ist ein Darlehen an den Huwel-Ergänzungsbau (schon früher beschlossen, aber wegen der Verzögerung des Projekts noch nicht ausbezahlt). Die solide finanzielle Basis der Gemeinde täusche aktuell, «weil in letzter Zeit verschiedene Investitionen in Hochbauten und Infrastrukturen zurückgestellt wurden respektive der politische Prozess noch nicht soweit fortgeschritten ist», sagt Ettlin. Im nächsten Jahr soll das Pro-Kopf-Vermögen unter Berücksichtigung der Abschreibungen und Rückstellung sowie der geplanten Ausgaben von 1105 auf 720 Franken sinken. Der Gemeinderat unterbreitet an der Gemeindeversammlung auch den Finanzplan für die Jahre bis 2026 zur Kenntnisnahme.

Information über Kesb und Verkehrsstudie

Neben dem Budget gibt es als Sachgeschäft noch eine Einbürgerung einer deutsch-türkischen Familie. Leiterin Monika Keller wird zudem die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde vorstellen. Und der Gemeinderat will über eine Studie zur Entflechtung des Langsamverkehrs (Fussgänger, Velos) und dem motorisierten Verkehr informieren. Er wird zu Beginn der Versammlung die Erkenntnisse aus der inzwischen vorliegenden Machbarkeitsstudie vorstellen.

Die Verkehrsentflechtung ist für den Gemeinderat ein wichtiges Ziel in der Legislatur 2016 bis 2020. Die Korporation Kerns hat ausser dem Fragerecht keine Traktanden.

Gemeindeversammlung Kerns, Dienstag, 26. November, 20 Uhr im Singsaal.