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Psychiatrie-Provisorium in Sarnen: Auch Luzern war ein Thema

Als Provisorium während der Sanierung des Sarner Psychiatriegebäudes wurde auch ein Standort in Luzern geprüft.
Franziska Herger
Die Psychiatrie in Sarnen.Bild: Pius Amrein (23. Juni 2016)

Die Psychiatrie in Sarnen.Bild: Pius Amrein (23. Juni 2016)

Weil das Psychiatriegebäude in Sarnen saniert werden muss, zügelt die Psychiatrie Mitte 2022 für rund zwei Jahre in die Unterkunft Freiteil an der Sarner Militärstrasse (wir berichteten). Bevor die Wahl auf die Unterkunft fiel, wurden jedoch diverse Provisorien geprüft.

Die Suche nach einer geeigneten Übergangslösung sei wesentlich aufwendiger gewesen als angenommen, schreibt die Obwaldner Regierung in ihrem Bericht an den Kantonsrat, weshalb sich der Entscheid um ein Jahr verzögert habe. Muss das Provisorium doch nicht nur verfügbar, sondern für Bewohner, Besucher und Mitarbeiter gut erreichbar und ohne aufwendige Bewilligungsverfahren nutzbar sein. Weil sie kaum oder gar nicht geeignet oder nicht verfügbar waren, wurden das Benediktinerinnen-Kloster im Melchtal, das Haus St.Dorothea und das ehemalige Juvenat in Flüeli-Ranft sowie das Kurhaus am Sarnersee nicht weiterverfolgt.

Bau von Pavillons war zu teuer

Auch der alte Bettentrakt des Kantonsspitals wurde bereits 2017 als Option verworfen, obwohl er in der Vereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen der Luzerner Psychiatrie (Lups) und dem Kanton noch als Übergangslösung genannt worden war. Grund ist die unklare Zukunft des Kantonsspitals: Die Versorgungsstrategie liegt noch nicht vor. «Aufgrund der steigenden Dringlichkeit zur Sanierung des Psychiatriegebäudes ist es nicht möglich, die beiden Projekte weiterhin aufeinander abzustimmen», so die Regierung.

Favorisiert wurden neben der Unterkunft Freiteil ein Modulbau beim Kantonsspital sowie das ehemalige Asylzentrum Hirschpark in Luzern, das die Lups Anfang Jahr übernommen hat. Erstere Variante wäre die teuerste gewesen: Vier Millionen Franken hätten die Pavillons direkt beim Spital gekostet. Das hätte nur dann Sinn ergeben, wenn sich eine längerfristige Weiternutzung durch das Kantonsspital abgezeichnet hätte, etwa im Rahmen der Erneuerung der Spitalinfrastruktur, schreibt die Regierung. Dies sei jedoch noch nicht absehbar.

Die vorübergehende Nutzung des Hirschpark-Gebäudes in Luzern würde für die Lups eine gute Lösung darstellen, bis sie über die endgültige Verwendung der Räumlichkeiten entschieden hat, heisst es im Bericht. Für Obwalden jedoch ergäben sich Nachteile. Die zwei Millionen Franken teure Variante würde durch den vorübergehenden Wegzug der stationären Psychiatrie einen Ertragsausfall von rund einer Million für das Kantonsspital bedeuten.

Zudem müsste Obwalden in ein Gebäude auf fremdem Kantonsgebiet investieren, während in Sarnen separat noch ein ambulantes Angebot nötig wäre. Weiter wäre es nicht möglich, das geplante mobile Angebot, eine Betreuung von Patienten in einer akuten Krankheitsphase zu Hause statt stationär, gleichzeitig mit dem Bezug des Übergangsstandorts einzuführen. Das Personal müsste zudem einen längeren Arbeitsweg in Kauf nehmen.

1,75 Millionen Franken für Unterkunft Freiteil

Die Unterkunft Freiteil, die von der Korporation Freiteil vermietet wird, setzte sich auch wegen der Nähe zum jetzigen Standort an der Brünigstrasse durch. Sie ist mit rund 1,75 Millionen Franken, bei möglichen Abweichungen von 25 Prozent, auch die günstigste. Die Mietkosten dürften sich über 2,5 Jahre auf rund 300000 Franken belaufen. Es braucht eine Teilsanierung und kleinere Umbauarbeiten für rund 1,3 Millionen Franken.

Der Kantonsrat wird den Bericht am 24. Oktober behandeln. Ein Objektkredit für die Zwischenlösung soll dem Rat 2020 vorgelegt werden. Für die Sanierung des Psychiatriegebäudes läuft bis Mitte 2020 ein Projektwettbewerb. Sie soll Mitte 2024 abgeschlossen sein.

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