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Putz und Stuck in der Kirche Alpnach sollen in frischem Glanz erstrahlen

Es ist viel mehr als ein Frühjahrsputz: Seit vergangener Woche bis Anfang März bringt die Firma Stöckli AG Stans die Pfarrkirche pünktlich zum 200-jährigen Jubiläum auf Hochglanz. Dafür werden Decken und Wände mit spezieller Technik gereinigt.
Marion Wannemacher
Restaurationstechniker Lorenz Stöckli reinigt mit einem Kautschukschwamm die Wand. (Bild: Marion Wannemacher (Alpnach, 11. Januar 2019))

Restaurationstechniker Lorenz Stöckli reinigt mit einem Kautschukschwamm die Wand. (Bild: Marion Wannemacher (Alpnach, 11. Januar 2019))

Der Arbeitsplatz von Lorenz Stöckli befindet sich zurzeit in luftiger Höhe. Die Hebebühne ist auf 15 Meter ausgefahren. Der Restaurationstechniker fährt mit einem Kautschukschwamm über die Wölbung in der Kuppel. Seit heute Morgen reinigt er die Decke oberhalb des Kranzsimses. Etwa ein Fünftel der Fläche hat er bis nach der Mittagspause geschafft.

Pünktlich zum 200-jährigen Jubiläum im Herbst 2021 wird die Pfarrkirche Alpnach im wahrsten Wortsinn «herausgeputzt». «2018 wurden alle Holzböden, Kniebänke und das Parkett renoviert, in diesem Jahr stehen die Reinigung von Decken, Wänden und Fenstern, das Lichtkonzept, eine neue elektronische Tür als Behinderteneingang auf der Seite der Bänke für Rollstuhlfahrer sowie neue Handläufe an den Kirchenbänken an», sagt Kirchenrätin Esther Oberholzer.

Die gelernte Malerin koordiniert die Arbeiten und ist mit Leib und Seele bei der Sache. «Die Herausforderung ist, dass wir am Wochenende die Kirche öffnen», erzählt sie und spricht mit Lorenz Stöckli ab, dass am darauffolgenden Tag nachmittags eine Beerdigung in der Kirche stattfindet. Bis dahin werden die Trauergäste nichts mehr von den Malerfolien sehen. Die Hebebühne und Werkzeuge werden gut verstaut in einer Ecke kaum wahrgenommen werden.

Trockener Schwamm entfernt Schmutz

«Alle sechs bis acht Jahre sollte eine solche Reinigung in der Kirche vorgenommen werden», weiss Esther Oberholzer. Zweimal hintereinander werde gereinigt, danach gestrichen. Wer das farbige Kirchenfenster mit dem guten Hirten am Seitenaltar sieht, kann kaum glauben, dass hier nur mit dem trockenen Schwamm geputzt wurde. Eine weisse Fläche am Fenster sticht ab vom tristen Grau der noch nicht bearbeiteten Wand und hinterlässt den Eindruck eines unfertigen Maleranstrichs.

Die Pfarrkirche Alpnach wird gereinigt und restauriert. (Bild: Marion Wannemacher (Alpnach, 11. Januar 2019))

Die Pfarrkirche Alpnach wird gereinigt und restauriert. (Bild: Marion Wannemacher (Alpnach, 11. Januar 2019))

Früher habe man gar mit Brot die Kirchen gereinigt, erzählt Lorenz Stöckli. «Kerzenruss, Strassenverkehr und Staub hinterlassen diese schwarze Patina», weiss er. Wie viel Kirchen er persönlich schon gereinigt und restauriert hat, hat er nie gezählt. «Sind es 80, keine Ahnung», sagt er und lacht. Was für die einen eine Sisyphusarbeit wäre, erfüllt ihn. «Es ist schön, bereits nach so kurzer Zeit schon das Ergebnis zu sehen», findet er. Die komplette Restauration mit dem Malen der Wände dauere zum einen länger und erfordere genaue Absprachen mit dem Denkmalschutz über den Einsatz von Farben.

Spezieller Lift nötig für die Reinigung hinter der Orgel

Der Betrieb Stöckli AG Stans ist auf Restaurationen spezialisiert. «In der Engelberger Klosterkirche haben wir zwei Jahre gearbeitet.» Die Herausforderung liege immer darin, dass sich die Restauration nicht abhebt, sprich auffallen darf. «Es ist gefährlich, wenn man beispielsweise beim Ausbessern zu weit geht», weiss der Fachmann.

Einzig die Wand hinter der Orgel überm Eingang auf der Empore soll gestrichen werden. Damit kommt auf den Stanser noch eine besondere Herausforderung zu: Ein spezieller Lift wird unten im Kirchenschiff aufgebaut und ihm den Zugang ermöglichen.

Freude haben er und Esther Oberholzer an der Reaktion von Besuchern der Kirche. Die meisten fielen positiv aus. Die Kirchenrätin selbst freut sich, dass die Arbeiten in ihre Amtszeit fallen. «Es ermöglicht einem anderen Blickwinkel. Und es ist schön, wenn man das Alte lassen darf und trotzdem dazu Sorge trägt.»

Bis voraussichtlich 8. März bleibt die Pfarrkirche montags bis freitags für Besucher und Teilnehmer von Gottesdiensten geschlossen. Die Werktagsgottesdienste finden im Besinnungsraum oder im Pfarreisaal statt.

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