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Radio Giswilerstock sendet live vom Pausenplatz

Auf 91,8 MhZ sendet diese Woche Radio Giswilerstock. Dahinter stecken hundert Schüler der Oberstufe Giswil und zehn Lehrer. Das Fazit fällt bereits nach zwei Tagen begeistert aus.
Marion Wannemacher
Fabian Britschgi (Mitte) und Carolin Amstutz bei der Aufnahme im Radiobus. (Bild: Manuela Jans-Koch (Giswil, 26. Juni 2019))

Fabian Britschgi (Mitte) und Carolin Amstutz bei der Aufnahme im Radiobus. (Bild: Manuela Jans-Koch (Giswil, 26. Juni 2019))

Die Lautsprecher am blauen Radiobus schallen über den Platz. Es ist grosse Pause bei unserem Besuch am Mittwoch. Um Moderatorin Carolin Amstutz schart sich eine Traube Schüler. Sie interviewt Lehrerin Chantal Buntschu über ihren Musikgeschmack. Dann gibt es einen Song. Und schon ist die 15-Jährige wieder «on air». Spontan fragt sie zwei jüngere Mitschülerinnen Lisa und Klara, wie sie das Radioprojekt finden. «Cool», antworten beide etwas einsilbig. Wie ein Profi hakt Carolin nach, was sie «cool» fänden. Lisa und Klara schätzen die Musik und die vielen interessanten Wortbeiträge. Ob es das Projekt wieder geben sollte, fragt die Moderatorin. «Auf jeden Fall», lautet der einhellige Tenor beider. Die Mädchen wünschen sich «Macarena» und prompt legen an die 20 Schüler spontan eine Tanzeinlage hin.

«Das ist das Schöne, wenn Schulen solche Projekte machen, gibt es plötzlich Platz für ganz viele spontane Sachen», freut sich Radiopädagoge Damian Egli vom Powerup-Radio, der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, die sich für Kinderrechte engagiert. Mit zwei Praktikantinnen ist er seit Montag in Giswil mit einem kompletten Radiostudio im blauen Bus. Insgesamt gibt es rund hundert Radioprojekte in der Deutschschweiz mit insgesamt zwei Bussen. «Wir wollen den Kindern eine Stimme geben, sie sollen sich einbringen, informieren, partizipieren», sagt der Sozialpädagoge. Sein persönliches Ziel sei vor allem, selber kein Wort zu reden. «Sie sollen merken, dass es ihr Radio ist», betont der 42-Jährige. Die Schüler machen von Anfang an selber Radio. «Der Prozess ist wichtiger, als das, was herauskommt.», betont Egli.

In zehn Gruppen kümmern sich hundert Schüler der Kooperativen Oberstufe mit Unterstützung von zehn Lehrern um ein achtstündiges Radio-Programm. Die Abschlussklassen haben die Federführung, durften Themen und Inhalte vorgeben. Von 8 bis 16 Uhr sendet Radio Giswilerstock auf 91,8 MhZ. Wie bei einem «richtigen» Radio mit Musik, Nachrichten, Wetter, Sport, Interviews und Reportagen.

Gerade planen Milan Djordjevic aus der 3. und Ivan Burch aus der 2. Oberstufe «ihre» Sendung. Beide gehen den Ablauf noch mal durch. Sie machen Umfragen unter Erst- und Zweitklässlern über ihre Lieblingsspiele und Interviews mit Lehrlingen über ihre Ausbildung. Für Milan stand schnell fest, dass er Moderator an der Radiowoche sein wollte. «Ich mag es, Verantwortung zu übernehmen, rede gern und bin gern mit anderen in Interaktion.» Hilfreiche Tipps habe er von Damian Egli bekommen: «Nicht immer die gleichen Worte benutzen, näher ans Mikro gehen, den Umgang mit dem Funkmikro», zählt der 16-Jährige auf. «Am Montag war ich sehr aufgeregt, gestern ging es eigentlich, ausser, dass es heiss war. Heute habe ich schon kein Lampenfieber mehr.»

Vorgaben macht Radiopädagoge Damian Egli den Schülern nicht. «Ich gebe Empfehlungen ab, dass Beträge nicht länger als drei bis fünf Minuten sein sollten.» Nach zwei Radiotagen sieht er bereits Fortschritte. «Die Beiträge sind differenzierter, die Qualität ist besser, die Moderatoren nicht mehr so nervös.» KOS-Lehrerin und Projektleiteirn Corinne Maurer und Stefan Durrer, Schulleiter Zyklus III, ziehen bereits eine positive Bilanz: «Die Schüler beweisen eine sehr grosse Selbstständigkeit. In gewisser Weise lernen sie etwas fürs Leben. Da gibt es viele Dinge, die sie lernen, wie Berichte zu schreiben oder live aufzutreten», sagt Maurer. «Sie lernen, sich selbst zu präsentieren», pflichtet ihr der Kollege bei und fügt an: «Und ausserdem ist hier eine Superstimmung.»

Diesen Donnerstag sind alle Giswiler zur Grillparty der 3. KOS von 17 bis 21 Uhr auf dem Schulgelände beim Radiobus eingeladen.

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