RAUMPLANUNG: Bund lockert Aufsicht über Obwaldner Amt für Raumentwicklung weiter

Der Bund hat seine Aufsicht über das Obwaldner Amt für Raumentwicklung weiter gelockert. Der Kanton muss den Bundesbehörden nur noch wenige Baugesuche vorlegen. Obwalden steht seit April unter strengerer Beobachtung bei Bewilligungen für Bauten ausserhalb der Bauzone.

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Blick auf Sarnen: In Obwalden wohnen rund 20 Prozent der Bevölkerung in Bauten ausserhalb der Bauzone. (Bild Corinne Glanzmann)

Blick auf Sarnen: In Obwalden wohnen rund 20 Prozent der Bevölkerung in Bauten ausserhalb der Bauzone. (Bild Corinne Glanzmann)

Nach einer ersten Lockerung im September reduzierte das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) seine Aufsicht gegenüber dem Kanton Obwalden nach intensiver Zusammenarbeit weiter. Diese teilte das Obwaldner Baudepartement am Donnerstag mit.

Obwalden muss dem Bund nur noch jene Baubewilligungen eröffnen, die einen Abbruch und Wiederaufbau eines Wohnhauses betreffen. Voraussetzung dabei ist, dass der Neubau von aussen sichtbar grösser wird und sich auch die Geschoss- und Nebenflächen vergrössern.

Der Bund hatte im April in Obwalden eingegriffen und eine strengere Bewilligungspraxis für Bauten ausserhalb der Bauzone angeordnet. Obwalden hatte zuvor bei ehemaligen Bauernhäusern, die vor 1972 erstellt worden waren, einen Ausbau der Wohnfläche von 30 Prozent, maximal aber von 100 Quadratmetern erlaubt. Der Bund taxierte dies als zu grosszügig.

Zudem verstärkte der Bund die Aufsicht. Er verlangte, dass Obwalden dem ARE alle Bewilligungen, die Ausbauten von nicht mehr landwirtschaftlich genutzten Wohnbauten ausserhalb der Bauzone betreffen, vorlegen muss. Der Bund wollte sich damit die Chance wahren, allenfalls Beschwerde zu erheben. Im September wurde die Bundesaufsicht ein erstes Mal gelockert.

Im Kanton Obwalden befinden sich rund 50 Prozent aller Bauten und Anlagen ausserhalb von Bauzonen. Dabei gibt es viele Häuser, die nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden. Die Bewohner äusserten laut Kanton oft den Wunsch, das Gebäudevolumen zu vergrössern, um mehr Wohnfläche zu haben. (sda)